Integrationsindikatoren

„Integration von Zuwanderern entscheidet über die Zukunftsfähigkeit Europas“

Die EU-Integrationsminister haben sich darauf verständigt, ein Pilotprojekt zur Erprobung von Indikatoren auf europäischer Ebene durchzuführen. Dabei sollen insbesondere die Politikbereiche Beschäftigung, Bildung, soziale Integration und aktive Bürgerbeteiligung bewertet werden. Staatsministerin Maria Böhmer bezeichnet den Beschluss als Meilenstein für die Integrationspolitik auf europäischer Ebene.

Montag, 19.04.2010, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 3:01 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der Entschluss geht auf ein Memorandum zurück, das bei der vorherigen Ministerkonferenz im schwedischen Malmö veröffentlicht wurde. Zuvor war der Austausch über die Entwicklung von Indikatoren auf der Berliner Konferenz im Juni 2009 vorangetrieben worden, zu der Staatsministerin Böhmer eingeladen hatte.

„Mit dem heutigen Tag kommt die Integrationspolitik in Europa einen wichtigen Schritt voran. Die Erprobung von Indikatoren macht Integration verbindlicher. Mit ihnen können wir Integrationspolitik auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen und somit effektiver gestalten. In Deutschland haben wir mit der Entwicklung von Indikatoren schon wertvolle Erfahrungen gemacht“, erklärte Böhmer zum Abschluss der Konferenz im spanischen Zaragoza.

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Erfolge im Bildungsbereich
Für die strategische Steuerung von Integrationspolitik seien Daten über den Erfolg von Integrationsmaßnahmen unabdingbar. „In Deutschland hat uns der im vergangenen Sommer vorgelegte erste Integrations-Indikatorenbericht der Bundesregierung wichtige Erkenntnisse geliefert“, erklärte Böhmer. Ein Ergebnis des Berichts waren erste Erfolge im Bildungsbereich. So konnte die Zahl der ausländischen Schulabbrecher von 17,5 Prozent im Jahr 2005 auf 16,0 Prozent im Jahr 2007 gesenkt werden.

„Für die Bundesregierung sind die durch die Indikatoren gewonnenen Erkenntnisse wichtige Grundlage für unser Vorhaben, die Verbindlichkeit der Integration zu erhöhen. Dabei werden wir auch auf Erfahrungen aus anderen EU-Ländern zurückgreifen. Denn die Mitgliedsstaaten können ihre Integrationspolitik dann am besten gestalten, wenn sie voneinander lernen“, betonte Staatsministerin Böhmer. „Der Beschluss von Zaragoza ist ein wichtiges Signal: Integration ist nicht nur ein europäisches Thema unter vielen. Die Integration von Zuwanderern in den Mitgliedsstaaten entscheidet mit über die Zukunftsfähigkeit Europas.“

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  1. bert sagt:

    die meisten ausländer sind doch integriert, oder geht es hier wieder mal nur um die türken ?

  2. Non-EU-Alien sagt:

    OK, habe ich nichts dagegen und befürworte ich auch. Dann aber bitte auch EUROPAWEIT in allen EU-Mitgliedsstaaten dieselben Voraussetzungen zur Partizipation für Ausländer schaffen! Es kann nicht angehen, dass ein Drittstaatenangehöriger in Deutschland schon 40 Jahre lebt und sich bei der Einbürgerung des Passes seines Herkunftslandes lossagen muss, ein Drittstaatenangehöriger nach 5 Jahren in Holland oder Frankreich beide Pässe haben kann. Denn so wird die Zukunftsfähigkeit Europas dann auch nicht in Deutschland entschieden werden.