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Türkische Presse Europa

30.03.2010 – Merkel, Türkei, Gymnasium, EKD, Zaimoglu

In der türkischsprachigen Presse in Europa vom Dienstag wird umfangreich von dem Türkeibesuch der Bundeskanzlerin und über die Debatte um türkische Gymnasien in Deutschland berichtet. Darüber hinaus bezeichnet der neue Vorsitzende der EKD den Islam als Teil Europas und der Schriftsteller Zaimoglu kritisiert Innenminister de Maiziere wegen der Islamkonferenz.

Mittwoch, 31.03.2010, 7:52 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 25.08.2010, 0:11 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Merkels Türkei-Reise und türkische Gymnasien
Erwartungsgemäß wird der Türkei-Reise der Bundeskanzlerin und der Debatte um türkischsprachige Gymnasien in den türkischsprachigen Medien besonders viel Platz eingeräumt. Über die Reise berichten MILLIYET, HÜRRIYET, TÜRKIYE, SABAH und ZAMAN. So sei die Krise um türkischsprachige Gymnasien in Deutschland bei dem Besuch zum Teil entschärft worden. Merkel habe eingeräumt, dass die Türkei  Schulen in Deutschland einrichten könne, hätte aber auch auf Deutschkenntnisse und Zweisprachigkeit bestanden. Man habe sich aber im Prinzip auf die Gründung eines türkischsprachigen Gymnasiums geeinigt.

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Zudem habe man sich auf die Gründung einer deutschen Universität in Istanbul festgelegt. Dazu werde ein 120 Tausend Quadratmeter großes Areal in Beykoz zur Verfügung gestellt. Trotz aller Harmonie-Erklärungen bei dem Besuch soll es zu einem Eklat mit den Oppositionsparteien CHP und MHP gekommen sein. Mit deren Vorsitzenden Baykal und Bahceli wollte die Bundeskanzlerin nur kurz bei einem Empfang zusammenkommen, was diese jedoch ablehnten.

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Die Bundesintegrationsbeauftragte Maria Böhmer kam mit Minister für Auslandstürken Faruk Çelik zusammen. Çelik wies bei dem Gespräch auf die Probleme mit der Spracherfordernis für die Familienzusammenführung hin. Dem Sinn der Regelung könne auch in Deutschland nachgekommen werden, ohne die Familien für eine lange Zeit zu trennen. Falls den Forderungen nicht entsprochen werde, könnten ja immer noch Maßnahmen ergriffen und Konsequenzen gezogen werden.

Hinsichtlich des türkischen EU-Beitritts forderte Angela Merkel Erdogan dazu auf, die türkischen Häfen auch zypriotischen Schiffen zu öffnen. Auch im Umgang mit dem Iran konnten die beiden Regierungschefs nicht zu einem gemeinsamen Nenner finden. Während sich Merkel für ein Embargo aussprach, bestand Erdogan auf diplomatische Lösungswege.

Wem gehören die Deutschtürken?
Mit dieser Überschrift greift Süleyman Bağ in der ZAMAN die Debatten der letzten Tage um den Türkeibesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel  auf. Nachdem Deutschland seine Defizite in der Integrationsarbeit erkannt habe, begreife sie die türkischstämmigen Migranten als eigene Angelegenheit. Erdogan poche jedoch als erster türkische Regierungspräsident darauf, bei den Angelegenheiten der „Auslandstürken“ mitreden zu dürfen. Während die beiden Regierungschefs ihren Streit offenbar beigelegt hätten und versuchen würden, Harmoniesignale auszusenden, wäre für die türkischstämmigen Migranten der Streit darum, zu wem sie gehören, eher belanglos. Diese hätten sich mit zahlreichen Problemen herumzuschlagen: Der Sprachtest bei der Familienzusammenführung, die strenge Visa-Praxis Deutschlands, Bildungs- und Beschäftigungsdefizite. Und Adressat dieser Probleme sei nicht Erdogan sondern Merkel. Dass es diese Problem in diesem Ausmaß gebe, habe aber gerade auch die Merkel-Administration zu verschulden. Statt Probleme zu lösen, produziere diese viele Probleme.

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