Türkische Presse Europa

15.10.2009 – Kolat, Sarrazin, Türkei, DITIB

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten nach wie vor über die Entmachtung Thilo Sarrazins. Außerdem ist die Forderung Kenan Kolats nach einem islamischen Feiertag Thema des Tages. Schließlich wird der EU-Fortschrittsbericht über den EU-Beitrittskandidaten Türkei ausführlich behandelt.

Freitag, 16.10.2009, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:10 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Islamischer Feiertag
Die Forderung nach islamischen Feiertagen des Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat sich laut MILLIYET „erhitzt“. Überraschenderweise, so die Zeitung, habe sich ausgerechnet Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, dagegen ausgesprochen. Auch die HÜRRIYET verweist auf unterschiedliche Stimmen während die TÜRKIYE darauf aufmerksam macht, dass nun auch die Juden einen eigenen Feiertag haben wollen. Süleyman Bag, Kolumnist der ZAMAN, kommentiert: Es ist falsch, dass Kolat mit religiösen Werten Politik macht.

EU-Fortschrittsbericht zum EU-Beitrittskandidaten Türkei
Die ZAMAN räumt dem EU-Fortschrittsbericht breiten Raum ein und berichtet insbesondere über die Feststellung der EU-Kommission, dass die Ermittlungen gegen Militärputschisten eine historische Chance für die Türkei sei auf dem Weg zur Demokratisierung. So bekräftige die EU immer wieder ihre Unterstützung für die Ermittlungen. Erstmalig in der Geschichte der Türkei stünden Militärs vor einem Gericht und würden zur Verantwortung gezogen.

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Die SABAH fasst den EU-Fortschrittsbericht insgesamt für „gemäßigt“. Laut Fortschrittsbericht, die die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des vergangenen Jahres wiedergebe, habe die Türkei in der Region für Sicherheit gesorgt und sich zu einem energiepolitisch wichtigen Partner für Europa entwickelt. Außerdem hätten die jüngsten Dialoge auf internationaler Ebene die Türkei zu einem Schlüsselakteur gemacht. Außerdem bemerkt die SABAH, dass der Lob, den die Türkei eingeheimst habe, die CSU gestört hat. So habe die CSU den Abbruch der Verhandlungen mit der Türkei gefordert.

Mesut Özil
Die TÜRKIYE räumt den Worten des türkischstämmigen Fußballnationalspielers Mesut Özil Raum ein. Er habe gesagt, dass er vor den Spielen und während die deutsche Nationalhymne gespielt werde, Verse aus dem Koran wiederholt. Verse aus dem Koran zu sprechen gebe ihm Kraft. Wenn er das nicht mache, fühle er sich nicht wohl. Dass die Türkei die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft verpasst habe, finde er traurig. Deutsche Fans wünschten ihm viel Glück und er würde sich freuen, wenn auch türkische Fans das gleiche tun. Außerdem habe er betont, dass er nicht abheben werde, so sehr er auch gelobt werde. Das Verteilen von Autogrammen empfinde er als eine Ehre.

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