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Türkische Presse Europa

06.10.2009 – Sarrazin, EU-Beitritt, Integrationsministerium,

In der heutigen türkischsprachigen Presse für Europa werden Forderungen für einen Minister mit Migrationshintergrund vorgebracht. Außerdem wird die Diskussion über die Sarrazin-Äußerungen weitergeführt. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen der Migration kommt auch die Verzögerung des EU-Beitritts der Türkei zur Sprache.

Mittwoch, 07.10.2009, 8:16 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 20:31 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Die Zeit ist reif für einen Minister mit Migrationshintergrund
Mit diesen Worten gibt die MILLIYET  die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wieder. Menschen mit Migrationshintergrund müssten endlich ihren Platz in der Regierung finden, sagte die Politikerin gegenüber der tageszeiung. In dem Interview legte Süssmuth dar, dass man sich Migranten und Frauen zuwenden müsse und dass in Demokratien alle Bevölkerungsgruppen vertreten sein müssten. Dass jemand mit Migrationshintergrund zum Minister werde, müsse etwas selbstverständliches sein. Weiterhin sprach sich Süssmuth für die Bündelung der Integrationsarbeit in einem Integrationsministerium aus. Auch müsse die Islamkonferenz auch in der nächsten Legislaturperiode weitergeführt werden.

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Wir sind hoffnungsvoll, was die FDP angeht
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde (TGD) in Deutschland, Kenan Kolat, sei hoffnungsvoll gestimmt, was die FDP in der Regierung angehe. Sie werde den Migranten mehr Aufmerksamkeit schenken. Die TGD werde ihrerseits alles erforderliche tun, um konstruktiv mitzuwirken. Hierüber berichtet die TÜRKIYE.

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Sarrazin hörte nicht einmal auf den Bundesbank-Vorsitzenden
Die SABAH behandelt in einem Beitrag erneut die Causa Sarrazin. Danach hat dieser seine skandalösen Aussagen gegenüber Türken trotz des Widerstandes des Bundesbank-Vorsitzenden Axel Weber veröffentlichen lassen. Weber hätte persönlich die besagten Passagen in dem ihm von Sarrazin vor der Veröffentlichung vorgelegten Interview angestrichen und das Interview als „unakzeptabel“ kritisiert. Weber habe darauf bestanden, das Interview nicht zu veröffentlichen, worüber sich Sarrazin jedoch hinwegsetzte.

Migrations- und Integrationsdruck macht deppressiv
Zu diesem Ergebnis kommt Nilüfer Solmaz, Mitarbeiterin des MiMi-Gesundheitsprojekts. Aus diesem Grund würde man bei Migranten viel häufiger auf Depressions- und psychosomatische Erkrankungen treffen als in anderen vergleichbaren Gruppen. „Die Vorstellung des Fernseins von der Familie, der Heimat und der Kultur und der Integrationsdruck durch die aufnehmende Gesellschaft spielt eine große Rolle bei der Entstehung von psychischen Problemen bei Migranten“, sagte Solmaz bei einer Tagung in Hamburg. Das MiMi-Projet setze an diesem Punkt an und versuche nach einer Situationsfeststellung neue Therapie-Wege zu entwickeln, die diese Sachverhalte berücksichtigen, berichtet die HÜRRIYET.

„2015 ist für den EU-Beitritt der Türkei zu spät“
Als 2005 die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei anfingen, hätte die EU keine Bedingungen vormuliert. Die Verzögerung des Beitritts bis 2015 , sei sowohl für die Türkei als auch für die EU zu spät, sagte der türkische Außenminister, Ahmet Davutoglu in der TÜRKIYE. „Verträge sind da, um eingehalten zu werden“, stellte Davutoglu dar. Die Verzögerung der Mitgliedschaft bis ins Jahr 2015 könne sowohl für die EU als auch für die Türkei zu spät sein, warnte Davutoglu. Mit der Aufnahmen von Süd-Zypern 2004 in die EU hätte die Union ihre Grundregel, dass niemand in die Union aufgenommen werden kann, der seine Probleme im Innern und mit seinen Nachbarn nicht löst, verletzt. „Die Zypern-Türken haben den Friedensplan von Annan akzeptiert, Süd-Zypern hat ihn abgelehnt, wurde aber dennoch in die EU aufgenommen.“ Warum habe die EU nicht auf die Annahme des Friedensplanes gedrängt? Man werde in der Zypern-Angelegenheit Griechenland weiterhin fordern.

EU-Beitritt der Türkei
SABAH räumt den Aussagen des früheren Fraktionsvorsitzenden der Liberalen im Europäischen Parlament Raum ein. Graham Watson habe gesagt, dass die FDP sich nicht gegen einen EU-Beitritt der Türkei stellen werden. Dies wäre nach Ansicht Watsons eine große Überraschung.

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