Thilo Sarrazin

Rücktrittsforderung nach Ausländer-Schelte

Thilo Sarrazin ist erst seit dem 1. Mai 2009 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Nach einem Interview mit dem Kulturmagazin „Lettre International“ Mitte vergangene Woche wird bereits nach knapp fünf Monaten Amtszeit sein Rücktritt gefordert. Er hatte sich in rechtspopulistischer und abfälliger Manier über Türken, Araber und über die Mittelschicht geäußert.

Montag, 05.10.2009, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 13:12 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“ und „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung. Ich habe dazu keine Lust bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“, ist ein Auszug aus dem Repertoire Sarrazins. Außerdem meinte er: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“ und „Das gilt für 70 Prozent der Türken und für 90 Prozent der arabischen Bevölkerung“.

Nachdem die Deutsche Bundesbank sich zuvor „entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin“ distanziert hatte und sich eine Empörungswelle breitgemacht hatte bedauerte Sarrazin den Vorfall: „Die Reaktionen, die mein Interview in Lettre International verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war. Das bedauere ich“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Absicht sei gewesen, „die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskriminieren“.

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Diese Entschuldigung reichte nicht. Auch Bundesbankchef Axel Weber attackierte seinen Vorstandskollegen scharf und forderte ihn indirekt zum Rücktritt auf. Die Aussagen seien „bedenklich“ und „nicht mit dem Verhaltenskodex der Bundesbank vereinbar“, sagte Weber am Samstag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Istanbul. „Jeder hat Verantwortung für die Institution und muss mit sich selbst ins Gericht gehen“, sagte Weber weiter. Es gehe nicht um Personen, sondern um Institutionen.

Forderungen nach einem Parteiausschlussverfahren aus der SPD gegen den früheren Berliner Finanzsenator wurden ebenfalls laut. „Nach diesen Äußerungen ist Thilo Sarrazin in der Sozialdemokratie untragbar“, sagte die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl. „Die Parteigliederung, bei der Herr Sarrazin Mitglied ist, sollte ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn einleiten. Dafür liegen nun ausreichend Anhaltspunkte vor. Er ist schon lange kein Sozialdemokrat mehr.“, so Högl weiter. Auch SPD-Politiker Vural Öger werde sich beim Parteivorstand für einen Parteiausschluss Sarrazins einsetzen. Er bezeichnete die Äußerungen als „beschämend, widerlich und skandalös“.

Muss Thilo Sarrazin nach seiner Ausländer-Schelte zurücktreten?
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    Richtig unangenehm wurde es für Sarrazin, als das Landeskriminalamt eine Prüfung angekündigt hatte, ob „die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten wurden und sich der Anfangsverdacht für einen strafbaren Inhalt ergibt“.

    Unterstützung erfuhr der frühere Finanzsenator lediglich von der NPD. Sarrazin bringe „die Entwicklung unseres Landes auf den Punkt“, sagte ein Sprecher der rechtsextremen Partei.

    So fiel auch dem Vizechef der türkischen Zentralbank, Ibrahim Turhan, nicht mehr ein, als höheren Beistand für Sarrazin zu rufen: „Allah möge ihm mehr Verstand geben.“

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    1. Udo Kuffer sagt:

      Ich halte neben einigen Formulierungen („Produktion von Kopftuchmädchen“) vor allem Sarrazins Lösungsansätze für vollkommen unakzeptabel. Letzteres kommt leider in der öffentlichen Debatte kaum vor.

      Der Rest, gemeint sind die von Transferleistungen abhängigen Araber und Türken, solle sehen wo er hingeht. Pespektivisch sollen keine Transferzahlungen mehr an Einwanderer erfolgen (gemeint sind natürlich auch die hier geborenen und in 2.3.4 Generation lebenden „Einwanderer“) Zuwanderung sollte gestoppt werden, Heiraten (gemeint ist natürlich der türkische Familiennachzug) sollten nur noch im Ausland möglich sein.
      Klar, dass die NPD Herrn Sarrazin als Ausländerbeauftragter vorschlägt, damit die „Rückführung“ in Angriff genommen werden könne.

    2. delice sagt:

      „Was Sarrazins Interview bedeutet
      Von Jörg Lau 7. Oktober 2009 um 14:40 Uhr
      Mein Leitartikel aus der ZEIT von morgen, Nr .42, S.1.:

      Erst hat er gepoltert, dann hat er sich entschuldigt: Thilo Sarrazin, der Haifisch im Karpfenteich der Berliner Politik, hat wieder eines seiner berüchtigten Krawall-Interviews gegeben. In schnoddrigem Ton dozierte er über die Missstände des Einwanderungslandes Deutschland, wie sie sich in Neukölln und Berlin-Mitte verdichten: Schulversagen, Importbräute, aggressiver Machismo und das Versacken auch der dritten Generation – vor allem von Mi­gran­ten türkischer und arabischer Herkunft – in staatlich alimentierten Parallelgesellschaften.
      …“

      Quelle: http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/07/was-sarrazins-interview-bedeutet_3089

      • municipal sagt:

        @ delice

        Da möchte ich sann aber auch ein wichtige Passage aus diesem Beitrag von Jörg Lau zitieren, der sich meiner Ansicht nach mit dem Themenkomplex BEKLAGEN,BELEIDIGTSEIN,FORDERN befasst:

        Zitat

        Also: Wir werden euch schneller als Teil dieses Landes akzeptieren, wenn ihr euch mehr reinhängt. Was die türkische Gemeinschaft angeht, läuft es auf Fragen dieser Art hinaus: Statt es zur Ehrensache zu machen, gegen Sprachnachweise beim Ehegattennachzug zu streiten – wie wäre es mit einem Kampf für besseren Deutschunterricht? Wann fangt ihr an, nicht vor allem durch Moscheeneubauten und den Kampf für Gebetsräume in Schulen, sondern durch Leistung auf euch aufmerksam zu machen?
        Wir müssen Einwanderer künftig aussuchen: Ein Punktesystem muss her, das formuliert, wen wir brauchen.

        Zitat Ende

      • Markus Hill sagt:

        „…wie sie sich in Neukölln und Berlin-Mitte verdichten: Schulversagen, Importbräute, aggressiver Machismo und das Versacken auch der dritten Generation – vor allem von Mi­gran­ten türkischer und arabischer Herkunft – in staatlich alimentierten Parallelgesellschaften.“
        Sie haben nicht ganz unrecht: Um diese Punkte (schwer wegzudiskutieren) sachlich zu diskutieren, braucht man keinen Herrn Sarrazin. Wahrscheinlich muss man nur in einem der angeführten Problembirke in Berlin leben. Der nette SPD-Bezirksmeister, der auch oft polarisiert, hat hier auch schon oft den Finger in die Wunde gelegt. Eigentlich hat er wohl in der deutschen Öffentlichkeit auch mit vielen (zugegebenermassen) unsachlichen Äusserungen mit dem Interviewinhalt offenen Türen eingerannt. Das Medienecho und die Rücktrittsrufe geben ihm im Nachhinein bei bestimmten Punkten recht. Heute hatte ich gelesen, dass er das Interview gegen den Willen von Herrn Weber freigegeben hat. Selbst wenn man 80 % als nicht so zutreffende sehen würde bzw. auch die grenzwertigen Äusserungen („Kopfücher“ etc.) berücksichtigen würde (er weiss wohl, warum er dann doch mit einer Entschuldigung zurückgerudert ist) nicht in Ordnung findet, kann man meiner Ansicht aber doch von einer bestimmten Form von „Zivilcourage“ sprechen.
        Wenn ich mir viele seiner sehr unsachlichen Äusserungen ansehe und die dann mit den Rufen nach Unterdrückung von Meinungsfreiheit etc. vergleiche, machen mir die Rufe nach Zensur oder „Bestrafung“ weit mehr Sorge als der Inhalt des Interviews. Das „Betroffenheits-Gejaule“ in verschiedenen Medien erscheint fast wie ein Reflex, Herrn Sarrazin sachlich viele seiner Äusserungen argumentativ zu „zerschiessen“ hätte ich als fairer und zielführender empfunden. Man wird das Gefühl nicht los, dass aus Mangel an Inhalt um so stärker auf die Schwäche der Form eingegangen wird. Das ist wohl der altbekannte „Nebelgranaten-Ansatz“ bei öffentlichen Debatten dieser Art.

    3. municipal sagt:

      Heute Abend gibts bei HART ABER FAIR eine Sendung zum Thema. Diskutiert wird aber nicht ÜBER die von Sarazzin beschriebenen Zustände, sondern darüber, ob man sie so bennen darf. Die Einladungsliste läßt erahnen, was bevorsteht.

      Interessant auch die rege Beteiligung im Gästebuchbereich, aus dem ich nur einen Beitrag eines Berliner Polizisten zitieren möchte:

      Peter K. (48 J)

      Ich bin Polizist in Berlin. Seit rot-grün hat man ganz einfache Lösungen zur (gefühlten)besseren Imigration. Wir dürfen nicht mehr die Namen auch nicht Vornamen benennen oder notieren. Der Presse gegenüber sollen wir dies strikt (aus Datenschutzgründen) einhalten. Die extrem zunehmende(schwere)Jugendkriminalität der jungen Araber und Türken wird bei uns intern als „PLAGE“ betitelt. Jeder weiß, wenn er zu einer „Plage“ fährt, dass er es mit bis zu hundert Jugendlichen/Familienmitgliedern zu tun bekommen kann. Es gibt echte, rechtsfreie Räume in Berlin. Ich habe die Nase voll vom Polizeijob.

      Zitat Ende
      Quelle Gästebuch HART ABER FAIR

      • Markus Hill sagt:

        Was ich nicht verstehe (unabhänigig von diesem „Polizei-Statement“): Man hat doch aus der missglückten Migrationsgeschichte mit Türken/Araber etc. (Schulmissstände, Bildungsdefizite etc.) langsam gelernt – Verschweigen, Beschönigen, Wegschauen etc. hilft nicht. Im Zweifelsfalle geht das auf die Kosten der normal integrierten Türken/Araber etc. (Reputationsverlust, Vorbehalte etc. – auch Nichtanerkennung von Erfolgen bei bestimmten Gruppen der türkischen Migranten). Durch ständiges Leugnen des Offensichtlichen kommt man doch schwer weiter bei der Problemlösung. Jetzt fängt man schon wieder an, an die alte Misserfolgsgeschichte anzuknüpfen – man schüttelt nur noch den Kopf.:-)

      • Markus Hill sagt:

        Interessantes Zitat, aus der gestrigen Diskussion bei Hart-aber-fair (Matussek / Spiegel-Redakteur):
        „Dass diese Diskussion angestoßen wurde, ist absolut notwendig. Matussek, der einst als Korrespondent in London lebte, mahnte mehr Mut zur Kontroverse an: „In England wären die Beiträge von Sarrazin völlig normal gewesen. In Deutschland fehlt eine solche Debattenkultur.“ Ein weiterer Einspieler zeigte die kritischen Reaktionen der Presselandschaft auf Sarrazins Äußerungen: Rücktritts- und Parteiausschlussforderungen. Der Ex-Grüne Metzger wies aber auch daraufhin, dass es viele positive und differenzierte Beiträge gebe und die Polemik durchaus eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema fördere.“
        Quelle:
        http://www.welt.de/fernsehen/article4772333/Sarrazin-Sprueche-gelten-als-boese-aber-wichtig.html#vote_4750296
        Hart aber fair: Sarrazin-Sprüche gelten als böse – aber wichtig
        Von Jens Steffenhagen 8. Oktober 2009, 14:16 Uhr .Mit seinen Äußerungen zur Integrationspolitik hat der Ex-Finanzsenator Berlins, Thilo Sarrazin, eine heftige Debatte provoziert. Gut so, fanden die Gäste von „Hart aber fair“. Vor allem einer hielt die Sarrazin-Schelte für übertrieben: „Sarrazin ist eine mephistophelische Figur: Eine Kraft, die Böses will und Gutes schafft“.

      • delice sagt:

        Ich hoffe doch nicht, dass Sie einer dazu zwingt diesen Job weiterhin noch zu machen!

    4. Peter M sagt:

      Es ist eine allgemeine Tatsache ,dass der 2 Weltkrieg nun über 60 Jahre vorbei ist, und noch immer uns Deutschen wenn es auch nur im entferntesten um Ausländer geht ein Maulkorb umgebunden wird.Ich finde es ist nun endlich an der Zeit,dass Wahrheiten ausgesprochen werden können ohne jemanden dafür ins Rechte lager zu stopfen,Tatsache ist.dass in Berlin und in vielen anderen Großstädten ein massives Problem mit Bürgern ausländischer Herkunft besteht.Die sich gezielt als Opfer Rechter umtriebe sonnen,und es Faustdick hinter den Ohren haben.Durch Deutschland muß ein Ruck gehen,in dem wir uns unnachgiebig denen gegenüber verhalten ,die sich Soziale schlupflöscher ausgesucht haben,und nur unseren Staat ausnützen und nichts dafür tun wollen.Aber die Finanzielle Lage wir das Desaster zu Tage befördern was wir in den nächsten Jahren massivst zu spüren bekommen werden ,und dann werden auch den multikulti und allzu linken die Augen vor die Köpfe treten.Zum schluss Wahrheit muß Wahrheit bleiben auch wenn sie nicht ganz so schön ist.Und unsere Staatswächter wären besser beraten sich um die Eindämmung der hohen Ausländerkrimminalität zu kümmern als einen unbescholtenen Politiker zu überprüfen.

      • Markus Hill sagt:

        Zitat Erkan:
        „Verstehe mich nicht falsch, aber die Situation der realen Marktwirtschaft in Deutschland kann nicht allein durch den negativen Einfluss einer Gruppe von Ausländern erklärt werden.“
        Das kann man nur voll unterschreiben. Zumal es den Kern der Probleme (Bildung etc.) nicht trifft. Erkan hat Ihnen meinen Ansicht nach sehr respektvoll geantwortet. Ich hingegen wusste nicht, ob es mehr Satire oder Provokation sein soll (darf man natürlich beides machen:-).
        Sie haben Problempunkte aufgeworfen, die vielleicht verschiedene Leute in verschiedenen Schärfegeraden (in Abweichung zu Ihnen) beurteilen mögen. Man sollte Missstände nicht beschönigen. Vielleicht sollte man aber berücksichtigen, dass da auch immer zwei Seiten gehören (man kann gewichten und Schuld zuweisen, natürlich). Als wirtschaftliches Argument könnte man gelten lassen, dass BESTIMMTE PROBLEMGRUPPEN (nicht alle Leute in einen Topf werfen!) natürlich ohne Bildungswillen oder -fähigkeit die Sozialsysteme belasten können bzw. in der Wirtschaft auch keine Beschäftigung finden können. Tut das jemand willentlich, offenen Auges und unverantwortlich (Eltern, die Ihre Kinder nicht richtig erziehen wollen und auf den Staat hoffen), ist das mehr oder weniger ein vorsätzlicher Griff in die Sozialkassen der „Allgemeinheit“. (Übrigens auch bei bestimmten DEUTSCHEN PROBLEMGRUPPEN, um die es hier aber nicht geht, um da nichts zu relativieren). Dem sollte man entschieden entgegenwirken. Durch Förderung und natürlich FORDERUNG, gegenbenenfalls auch durch Sanktionen. (Nichtbesuch von Elternabenden – Kürzung von Sozialleistungen ABER auch Zuschüsse für Nachhilfe und Sprachunterricht, als Beispiel).
        Ich teile Ihre Meinung mit dem Maulkorb für die Vergangenheit. Richtig, den hat es gegeben. Zum grossen Teil ist diese Kultur des Verschweigens und Beschönigens wohl Schuld an der derzeitigen Misere. Das hat sehr stark dazu beigetragen, dass derzeit natürlich erst einmal (siehe Sarrazin-Interview etc., Leserbriefe, kritische Berichterstattung über Mängel bei Migration bei eindeutiger Benennung der Problemgruppen) Dampf abgelassen wird und etwas Schärfe in der Diskussion herrscht. Das wird sich wieder legen.
        Wenn Sie sich die Beiträge im Forum ansehen, werden Sie sehen, dass auch viele gut intergrierte türkische Migranten oder Deutsche mit Migrationshintergrund unter der Medienberichterstattung leiden bzw. selber oft mit Reputationsproblemen bei Bewerbungen etc. zu kämpfen haben. Deshalb kann ich mich da Erkan in seiner Aufforderung nur anschliessen und sagen dass es auch viele gut intergrierte Migranten gibt. Die haben gegenwärtig noch keine eigene Lobby bzw. wird dass noch nicht so wahrgenommen. Hier in Frankfurt nimmt man diese Vertreter mehr und mehr wahr (Sprachkenntnisse, Bildung, Identifiaktion mit Deutschland, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen). Das traurige daran ist, dass diese wohl noch nicht ganz als repräsentativ betrachtet werden, weil derzeit die nicht zu leugnenden Missstände in den Problemvierteln der deutschen Grossstädte im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Zeiten werden sich da aber bestimmt langsam oder schneller ändern.:-)

      • delice sagt:

        Was soll das?

        Selbst in diesem Forum können Sie diese unwahren Sprüche von sich geben?

        Von welcher Wahrheit sprechen Sie denn?

        Nun selbst DER SPIEGEL ist doch auf ihrer Seite, wenn es um die „ungeschminkte“ PRAWDA (WAHRHEIT) es geht!

        „08. Oktober 2009, 10:42 Uhr
        „Hart aber Fair“
        Tortenschlacht ums Kopftuchmädchen
        Von Reinhard Mohr

        Wo fängt Beschimpfung an, wo hört Problembewusstsein auf? In einem Interview hatte Berlins Ex-Finanzsenator Sarrazin gegen arabische und türkische Einwanderer polemisiert – eine Steilvorlage für TV-Talker Plasberg, sollte man meinen. Doch die Gäste hielten an alten Denkmustern fest. …“

        Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,653874,00.html

        Wenn selbst die „Deutsche Elite“ ihre Pflichtlektüre, dass nun mal DER SPIEGEL als solches sich versteht und begreift, und schon seit Jahren auf niedere Gefühle dieser doch so vermeintlich feinsinnigen Schicht der Gesellschaft eingestimmt wird, ist auch nicht mehr verwunderlich.

        Hitler ist nicht an die Macht gekommen, wegen den arbeitslosen Arbeiter, das auch, aber den geistigen Nährboden und die Grundlage hielten die Bildungsschicht aus Akademikern, Kaufleuten, Bankern und weite Kreise der Beamten, wie natürlich auch des Großkapitals. Und irgendwie kommt bei mir so ein Deja-vü auf, dass wohl wiederZeit ist vorsichtiger zu sein, mit der vermeintlichen Wahrheit in Deutschland!

        Denn es gibt auch eine andere Wahrheit. Die, dass es immer noch Menschen in diesem Land es gibt, die eine Rente erhalten, obwohl sie nichts dafür eingezahlt hatten, während anderen diese stetig gekürzt wurde und immer noch wird, und das man deren Anrechnungszeiten gegen null gefahren hat, weil eben – ganz einfach – kein Geld mehr, für die wahren Einzahler, übrig ist. Dad wird sich noch drastisch zuspitzen.

        Wenn ich Jahrzehntelang nichts für diese Schichten getan habe, als Staats und auch als Gesellschaft, also jeder einzelne an sich, dann darf ich auch nicht hoffen, etws von denen zu erwarten. Wenn sogar deren Existenz stetig durch rigride Gesetze konstruiere, die ganz speziell türkische Staatbürger benachteilgt, und sogar der Aufenthalts stets in Frage Stelle, nie ein Willkommen in Deutschland ausgesprochen habe, wie also kann so ein Gefühl von Dazugehören und auch ein kleines Gefühl von Heimat bei denen aufkommen.

        Selbst dann, als man sein eigenes Versagen zu offensichtlich eingesehen hat, bürdet man ihnen noch die Schuld auf. Früher hieß es: „Die Juden sind an allem Schuld!“, heute stigmatisiert man gerne und türkischen Staatsbürger dafür hin. OK, unsere Väter und Mütter, wie auch Großväter und Großmütter waren nicht unbedingt die erwünschte bildungsnahe Schicht, aber etwas je dafür getan hier etwas zu ändern? Ganz und gar davon zu sprechen, ob ihr je etwas für deren Nachkommen gemachtr habt. HARTZ IV Empfänger wissen wo von ich spreche, es gibt nur ein fordern und nie ein fördern! Dennoch können echte Deutsche noch von vermeintlich unterdrückten Wahrheiten leichtsinnig sprechen, trotz einem Grundgesetz (GG), das ihnen das nie vorboten hat, aber ohne die Ehre, Stolz und Würde des anderen zu beschneiden, versteht sich!

        Genauso, wie bei einem Sparbuch, muss zunächst etwas eingezahlt werden, damit man von den Früchten, also den Zinsen etwas zehren kann. Bei Türken soll es aber dann wieder anders gehen. Man kann doch nicht erwarten, dass die ihre Zukunft anders gestalten, wenn ihnen nicht einmal im Ansatz das vorher gegegben wurde, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

        Heute müssen alleine Juristen mit einem türkischem Hintergrund, sich ihre eigene Kanzlei eröffnen, weil man sie in deutschen Rechtsanwaltskanzleien nicht einstellt. Das muss man sich doch einmal vergegenwärtigen, dass gerade Fachleute für das Recht so ungleich die Welt sehen. Warum wohl?! Ganz einfach, sie haben Angst vor einer besseren Konkurrenz!

        Ich behaupte, dass wenn nun die Situation ganz anders wäre, dass wir zur gehobenen Bildungsschicht und zum Bürgertum aufgestoßen wäre, man dann ähnlich gegen uns wettern würde, nämlich dann in umgekehrter Form. Auch das hat Deutschland unsäglich nämlich auch schon erlebt, man muss sich das nur wieder einmal ruhig vergegenwärtigen, selbst als jüdischen Konvertit. Herr Prof Schoebs hat dazu dankenswerter Weise diese Historie noch einmal am Beispiel der Familie Mendelsohn´s nachgezeichnet, zumal er mütterlicherseits mit ihnen sogar verwandt ist!

        Machen wir uns also nichts vor. Die Deutschen hätten also auch dann auszusetzen, wenn wir keine Obsthändler gewesen wärem, sondern durchgehend dann Industrielle, große Kaufleute, Bankiers, Beamte, Freiberufler in allen Formen, auch Akademiker, man hätte uns wieder gedemütigt, eben von einer anderen Richtung, siehe den Exodus der deutschen jüdische Elite!

        Wir sind fremd und wir werden fremd bleiben! Und damit ein Ersatz für etwas, was schon mal da war!

        NUr eigenartiger Weise stammt der Gründer des Hauses DER SPIEGEL nicht gerade von einem arischen Geblüt. Gerade die Autoren des Spiegels sollten so erst recht sensibel genug dafür sein, weil sie damit schon jahrelang etwas hoffähig machen, was den Gründer ihres Verlages, also Herrn Augstein, auch ergangen ist, zumindest seinen Vorfahren im Dritten Deutschen Reich!

        Sich statt an uns zu reiben, sollten Wege bezeichnet und beschritten werden, wie wir besser gemeinsam leben können – oder nicht?!

        • Markus Hill sagt:

          Zitat:
          „Hitler ist nicht an die Macht gekommen, wegen den arbeitslosen Arbeiter, das auch, aber den geistigen Nährboden und die Grundlage hielten die Bildungsschicht aus Akademikern, Kaufleuten, Bankern und weite Kreise der Beamten, wie natürlich auch des Großkapitals.“
          Was hat jetzt Adolf Hitler mit den Problemen von Schulen mit Migrantenkindern in Berlin zu tun??? (Es geht da meiner Ansicht nach um Eltern, die Ihre Kinder nicht richtig erziehen – so wie bei der deutschen Bildungsfernen auch, ich sehe da jetzt nicht den sachlichen Bezug zum 3. Reich).
          Zitat:
          „Sich statt an uns zu reiben, sollten Wege bezeichnet und beschritten werden, wie wir besser gemeinsam leben können – oder nicht?!“
          Ein erster guter Schritt auf diesem gemeinsamen Weg wäre, Probleme zu benennen, sie zu analysieren und sie zu lösen. Das ist die Reihenfolge. Scheinbar sind bestimmte Problem über Jahrzehnte nicht benannt worden. Das ist eine der Ursachen, warum solche Leute wie Sarrazin überhaupt so eine grosse Resonanz in den Medien gefunden haben. Für die benannten Problempersonen in den jeweiligen Einwanderergruppen mag dass unangenehm und unbequem sein, aber dass sollte im normalen Diskurs erträglich sein. Erträglicher, als die alte Tour noch einmal ein paar Jahrzehnte zu fahren. Die nächste Generation der dann erfolgreichen Migrantenkinder wird dankbar dafür sein. Die Deutschen wohl auch.:-)

        • Markus Hill sagt:

          Als Alternative zum 3. Reich und Adolf Hitler empfinde ich den aktuellen kritischen Beitrag zum Sarrazin-Interview aus DIE ZEIT etwas näher am Thema (Inhalte):
          QUELLE: DIE ZEIT, Sarrazin-Debatte, Unter Deutschen
          Die Integration der Ausländer ist viel weiter, als Thilo Sarrazins törichte Worte vermuten lassen, Zitat:
          „Und dazu wird es eines veritablen New Deal mit den Migranten bedürfen. Man könnte es auf diese Formel bringen: größere Aufnahmewilligkeit gegen mehr Engagement und Eigenverantwortung. Also: Wir werden euch schneller als Teil dieses Landes akzeptieren, wenn ihr euch mehr reinhängt. Was die türkische Gemeinschaft angeht, läuft es auf Fragen dieser Art hinaus: Statt es zur Ehrensache zu machen, gegen Sprachnachweise beim Ehegattennachzug zu streiten – wie wäre es mit einem Kampf für besseren Deutschunterricht? Wann fangt ihr an, nicht vor allem durch Moscheeneubauten und den Kampf für Gebetsräume in Schulen, sondern durch Leistung auf euch aufmerksam zu machen?“
          http://www.zeit.de/2009/42/01-Sarrazin-Integration
          Man muss da nicht in allen Punkten zustimmen oder alle Punkte ablehnen. Das ist Nebensache bzw. die persönliche Meinung von jeder Person/ Gruppierung mit eigenen Interesse in Deutschland.
          Interessant erscheint einfach, was so ein Interview mit „Knoten-Platz-Effekt“ in den Medien bewirkt hat. Man reibt sich fast die Augen, wenn man das mit der Berichterstattung über Migrationsthemen vor Jahren vergleicht – sozusagen ein Plus an Meinungsfreiheit bzw. Meinungsvielfalt. Für die konstruktive Diskussion bei Migrationsthemen sollte das nur förderlich sein.

          • Markus Hill sagt:

            PS: Natürlich gibt es mittlerweile viele türkische Migranten, die durch Leistung auffallen. Denen wird das Leben aber teilweise durch die Handlungen und Reputation der „Problemmigranten“ in der türkischen Community unnötig erschwert. Allein deswegen hilft ein weiteres „Über-die-Missstände-hinwegsehen“ nicht mehr, vielleicht helfen da zuweilen härtere Diskussionen und führen näher an die Lösung.:-)

    5. Erkan A. sagt:

      Hey Peter,
      ich merke du hast et echt verstanden. Dat nenn ich doch, das Problem an der Wurzel packen;))
      So ne Denke wie du Sie hast, herrscht meist doch bei etwas weniger Gebildeten über 50 vor, ohne
      dich dabei persönlich angreifen zu wollen. Verstehe mich nicht falsch, aber die Situation der realen Marktwirtschaft in Deutschland kann nicht allein durch den negativen Einfluss einer Gruppe von Ausländern erklärt werden.
      Dass bspw. Banken Pleite gehen, Fabriken ins Ausland ziehen, um dort zu produzieren, die Binnennachfrage sinkt etc. Damit haben sicherlich die Ausländer am wenigsten zu tun.
      Bitte pauschalisiere nicht so banal irgendwelche Missstände mit irgendwelchen einfachen Argumenten.
      Es könnte sein, dass dir das dann noch jemand abnimmt, denn es gibt hier bestimmt auch Leute, die weniger gebildet sind. In diesem Forum sollen die Menschen vernünftige Sachen dazu lernen. Das sollte zumindest das Ziel eines jeden sein, der Deutschlanf gutes will.
      Gruß

    6. Boli sagt:

      @all

      Wir diskutieren doch eigentlich darüber, ob Herr Sarrazin zurücktreten müsste aufgrund seiner Äußerungen. Ich sage diese mögen hier oder da provoziert und vielleicht auch verletzt haben, jedoch eine „exekutive“ Wirkung haben sie doch überhaupt nicht. Da passiert nix, im Gegensatz zu Folgendem was ich auch im Bezug zur kürzlich veröffentlichten Studie zur Toleranz von Türken in Bezug stellen möchte. Hier wird gehandelt und interessanterweise wird sogar in folgendem Fall versucht Worte von Orhan Pamuc als Beleidigung für ALLE Türken hinzubiegen.

      http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Orhan-Pamuk;art123,2918710

      Dieses vom türkischen Staat durch entsprechende Erziehung und Geschichtsschreibung ins Gehirn der Türken beförderte rechtsradikale Gedankengut ist es letztendlich das mitverantwortlich ist für das Scheitern der Integration großer Teile der türkischstämmigen Community in Deutschland und übrigens auch in Europa generell. Und daher gibt es Leute wie Herrn Sarrazin die von Zeit zu Zeit eine „entsprechende“ Antwort auf dieses Verhalten haben.
      Ich definiere „Scheitern der Integration“ (die Darstellung bei Punkt 1 bezieht sich hauptsächlich auf die Türken, alle Anderen auch auf Marokkaner, Sudanesen, Araber allgemein, Pakistanis, Afghanen, Iraker die alle vornehmlich muslimisch sind. Die Iraner bilden aufgrund der geringeren Anzahl und des oft hohen Bildungsstandes (Regimeflüchtlinge) eine seltene Ausnahme.
      – eigener Heiratsmarkt mit bevorzugter Heirat nur unter Türken, sprich sie verweigern sich zum großen Teil JEDER anderen Nation bezüglich Mischehen.
      – repressives Verhalten aufgrund nicht aufgegebener vermischter kulturell-religiöser Vorschriften vornehmlich bezogen auf archaisch – traditionalistisch – islamischen Vorschriften.
      – dieses Verhalten führt dazu das man sich nicht nur nicht integriert, sondern in immer häufiger anzutreffenden Fällen sogar nicht zu dieser Gruppe zugehörige Teile der Bevölkerung bedroht oder gar verfolgt. Dies ist europaweit zu beobachten.
      – obiges Verhalten führt zu starker Ghettoisierung was die Punkte 1 – 3 immer stärker verschärfen.
      Bestes Beispiel sind die Vorstädte in Paris und Teile von Brüssel, wo die Situation fast schon einen Bürgerkriegscharakter erreicht hat.

      • Mehmet sagt:

        „- eigener Heiratsmarkt mit bevorzugter Heirat nur unter Türken, sprich sie verweigern sich zum großen Teil JEDER anderen Nation bezüglich Mischehen.“

        Ist bei Deutschen nicht anders. Ich habe nur Deutsche Freunde (hohes Bildungsniveau) und die meisten denken: „Ein Türke kommt für mich nicht in Frage.“

        „- repressives Verhalten aufgrund nicht aufgegebener vermischter kulturell-religiöser Vorschriften vornehmlich bezogen auf archaisch – traditionalistisch – islamischen Vorschriften.“

        Dies trifft nicht einmal auf mehr als die Hälfte der Türken zu.

        • Markus Hill sagt:

          Zitat:
          “- repressives Verhalten aufgrund nicht aufgegebener vermischter kulturell-religiöser Vorschriften vornehmlich bezogen auf archaisch – traditionalistisch – islamischen Vorschriften.”
          Dies trifft nicht einmal auf mehr als die Hälfte der Türken zu.
          Stichwort „Empfindungen der Deutschen“:
          Für einen Nicht-Türken ist diese Prozentzahl „gewaltig“, ein Problem und auch langfristig nicht wünschenswert. Können Sie verstehen, dass man das als Staatsbürger im eigenen Land nicht möchte? Das man entsetzt ist und möchte, dass solche Denk- und Verhaltensweisen ein Ende finden?

      • delice sagt:

        Mein Gott, wann hört derartiges endlich auf?

        Nicht alle Menschen in und aus der Türkei wollen mehr, dass ihr in die EU soll!
        „NEIN – DANKE!“, sage ich da nur! Dieses durchsichtige Spielchen könnt ihr mit euch von nun an spielen!

        Das muss doch euch endlich einleuchten! Dass die Zahl derer, die so etwas befürworten stetig und auch rapide sinkt! Wenn ihr wollt, nehmt alle, die euch besonders genehm sind.

        Wenn es nie einen Weg zu einer Integration in Deutschland gegegeben hat, nie also stattfand, wie also kann es ein scheitern dann überhaupt noch geben? Man muss mir mal erklären, wie so etwas hehen kann? Man hat die Leute sich selbst überlassen, und jetzt wundert man sich, warum sie nicht deutscher geworden sind? Nun, Menschen sind weder Papgeien noch Nacheiferer eines Deutschtums. Dies könnt ihr von anderen erwarten, aber nicht von uns! Das kommt mir manchmal so vor, als müssten wir auf ein Komando hin, unser Wesen und unser Geschlecht ändern! Was Deutsche nicht im Ausland schaffen, auch nach 500 Jahren Diaspora, sollen muslimische Menschen aus der Türkei locker schaffen? Glaubt ihr noch an Wunder und Märchen, und selbst das kann auch nicht eintreffen.

        Wir sind einfach anders, und wir wolllen auch anders bleiben!

    7. Bogo sagt:

      Immer schön meine Presse lesen, da wird einem geholfen.

      http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Tuerkei-EU-Beitritt;art123,2918367

      Zitat
      Die Türkei könnte nach Worten ihres Präsidenten Abdullah Gül nach Abschluss erfolgreicher Beitrittsverhandlungen mit der EU letztlich auf den Vollzug des Schrittes verzichten. Wenn die für den EU-Beitritt nötigen Reformen verwirklicht seien, werde die Türkei ein völlig anderes Land sein als heute, sagte Gül dem Pariser Blatt Le Figaro. „Vielleicht wird diese Türkei dann die Zweifel der Franzosen und anderer überwinden. Oder die Türken wollen vielleicht Europa nicht mehr; vielleicht ziehen sie den von Norwegen gewählten Weg vor.“

    8. Boli sagt:

      @Mehmet

      Ist bei Deutschen nicht anders. Ich habe nur Deutsche Freunde (hohes Bildungsniveau) und die meisten denken: “Ein Türke kommt für mich nicht in Frage.”

      Du meinst eine Türkin. Man könnte ja fast denken Deine Freunde sind rechtsradikal Ich kann mir nicht vorstellen, das es da Probleme gäbe. Frag sie doch bitte mal was genau das Problem sein soll. Wenn dann wollen sie wohl auf jeden Fall eine Frau die genauso Bildung genossen hat wie sie.
      Ich meinte oben auch eigentlich eh nur die, die im Ghetto wohnen mit eigener „Infrastruktur“.
      Da ist es egal ob Du Deutscher oder sonst was bist (außer Türke) . Da kann es durchaus schnell passieren das man sich alleine mit dem Interesse an einer türkischen Frau in Lebensgefahr begibt. Letztendlich sind diese verlorenen Gebiete ähnlich zu vergleichen, wie einige Landstriche in Ostdeutschland.

      Dies trifft nicht einmal auf mehr als die Hälfte der Türken zu.

      Na ja ich weiß ja nicht wie Du das siehst. Aber wenn Du von der Hälfte von ca. 3 Millionen Türken sprichst, sind das immerhin ca. 1,5 Millionen die sich wie oben beschrieben verhalten. 1,5 Mill. sind ein Haufen Holz. Find ich nicht lustig, sondern eher bedrohlich!

      @delice

      Du hast Recht. Das mit der EU ist im Prinzip für beide Seiten (außer für unsere Volkszertreter ähh ich meinte Vertreter) ein Albtraum. Aber ich glaube eh, egal welche Partei ein „Wir sind jetzt und hier für die Aufnahme der Türkei“ raushängen lassen würde ist genauso am Ende wie die SPD durch ihre Agenda 2010).

      Nun, ich glaube ich habe mich oben falsch ausgedrückt weil es stimmt eine Integration hat nie stattgefunden. Allerdings und das ist eben für mich ein entscheidender Punkt, es gibt halt Völker da muß man bis auf die Sprache praktisch gar nichts weiter „integrieren“ da wir uns ansonsten mentalitätsbezogen ohne großes Aufheben verstehen. Ich meine schauen wir mal in den Nachbarländern von Deutschland nach. Wenn es jetzt nur an der deutschen Mentalität liegen würde das es solche Probleme mit Türken gibt, frage ich mich wieso die Lage bezogen auf Türken und alle oben aufgeführten Nationalitäten bei den Nachbarn von Deutschland auch nicht besser ja im Falle von Frankreich, Belgien und Niederlanden meiner Meinung nach sogar schlimmer ist. Es kann ja nicht sein, das es nur an den Europäern liegt. Wieso gibt es denn überall in Westeuropa diese Probleme??
      Das Problem meiner Meinung nach ist nicht wenn jemand (etwas) anders ist. Das Problem fängt aber dann an wenn jemand GANZ anders ist und auch so bleiben will.

      Nun, Menschen sind weder Papgeien noch Nacheiferer eines Deutschtums. Dies könnt ihr von anderen erwarten, aber nicht von uns!

      Papageien will denke ich eh keiner aber bezüglich Deiner Aussage „Nacheiferer des Deutschtums“ und „nicht mit uns“ habe ich genau so gerechnet. So gesehen beleidigst Du damit alle ausländischen Menschen die sich so gut wie möglich in die Gesellschaft einfügen wollen und im Gegenteil zu Dir stolz darauf sind wenn sie dazu gehören. Ich kann mich auch noch gut erinnern als dieser Fall Hatin Sürücün bekannt wurde und „türkische Landsleute“ befragt wurden wie sie denn darüber was passiert ist denken. Es kam oft genug und zwar viel zu oft vor, „sie hat es verdient, weil sie wie eine Deutsche (Schlampe) gelebt hat“. Und genau das, gibt es praktisch außer noch bei anderen Migranten aus dem nahöstlichen Raum bei so gut wie KEINER anderen Migrantengruppe. Diese Verachtung für das Land in das Ihr gekommen seid, die Menschen und die Kultur derer die Euch zwar nicht oft wie das eigene Kind behandelt haben aber trotzdem zumindest so weit keinerlei Druck ausgesetzt und nicht rausgeworfen haben als der Wirtschaftsboom vorbei war. Und das war schon spätestens 10 Jahre nach der ersten Ankunft türkischer Gastarbeiter. So, ihr wurdet also keinerlei Integrationsdruck ausgesetzt und habt die Zeit fast nur genutzt um Altes beizubehalten und kaum etwas zu ändern.
      Stellen wir also fest. Ohne Druck wars nix und mit Druck geht ja wie Du oben gesagt hast vor lauter Stolz auch nicht weil Du Dein Türkentum nicht loslassen willst. Also wenn Du sagst es gab keine Integration. OK! Nur wie hätte es denn Deiner Meinung nach aussehen müssen, damit ihr Euch nicht kulturell, Stolz und was weiß ich was nicht bedroht gefühlt hättet?? Du kannst es mir bestimmt erklären!! Nebenbei bemerkt beklagt Ihr Euch die ganze Zeit über die Dinge, die die Türkei seit ihrem Bestehen mit ihren Minderheiten gemacht hat. Und das ist vergleicht man das Verhalten Deutschlands zur Türkei geradezu lächerlich harmlos. Zu versuchen sie zu assimilieren im türkischen Sinne. Die kurdische Sprache war Jahrzehntelang verboten, daß weißt Du oder? Haben die Deutschen Dir jemals von deutscher Staatsseite verboten türkisch zu Reden? Hat man Dir jemals verboten zu Allah zu beten oder wurde Dir der Koran als verbotenes Buch aus der Hand gerissen?
      Nur Leute, ihr habt genug Zeit gehabt wirklich hier anzukommen. In den nächsten wenigen Jahren wird sich zeigen was wirklich in Euch steckt. Wer sich wirklich einfügen will und wer der Meinung ist weiter die alte Leier zu spielen. Der Staat muß zukünftig zwangsläufig härtere Bandagen tragen da wenn überhaupt nur noch Geld für eine Sache da ist. Entweder Intergrationsunterstützung oder Schul- bzw. überhaupt Berufsbildung. Beides zusammen kann sich der Staat gar nicht mehr leisten. Und ganz wichtig, wenn es weiter wie bisher bleibt ist der gesellschaftliche Frieden in Zukunft sehr stark gefährdet. Die gegenseitigen Aggresivitäten vor 1 – 2 Jahren zwischen türkischen Nationalisten und Kurden haben gezeigt das diese Leute keinen Respekt vor dem Land haben in dem sie leben und ihre alten Konflikte mit hierher getragen haben.
      Und da beschwert man sich dann über einen Herrn Sarrazin. Sonst gehts aber noch oder?

      • Markus Hill sagt:

        Sie sind sehr, sehr hart in der Wahl Ihrer Formulierungen:
        “ Diese Verachtung für das Land in das Ihr gekommen seid, die Menschen und die Kultur derer die Euch zwar nicht oft wie das eigene Kind behandelt haben aber trotzdem zumindest so weit keinerlei Druck ausgesetzt und nicht rausgeworfen haben als der Wirtschaftsboom vorbei war. Und das war schon spätestens 10 Jahre nach der ersten Ankunft türkischer Gastarbeiter. So, ihr wurdet also keinerlei Integrationsdruck ausgesetzt und habt die Zeit fast nur genutzt um Altes beizubehalten und kaum etwas zu ändern.“
        Inhaltlich kann man bestimmt sachlich und kontrovers über viele Ihrer Punkte diskutieren. Sie würden sich bestimmt nicht die Mühe zu solchen Ausführungen (Länge) machen, wenn Ihnen das Einwanderungsthema oder die türkischen Migranten völlig gleichgültig wären. (So weit ich weiss, haben Sie derzeit auch nicht die schlagartige Rückführung der besagten „Problemtürken“ gefordert). Nur um ein Forum zu haben um Beschimpfungen loszuwerden – da wäre Ihr Aufwand viel zu gross. Sie zeigen in der Migrationsdebatte persönliches Engagement.
        Sie haben unten die Statements von Erkan und Mehmet gesehen. Denen liegt das Thema genauso am Herzen. Die leiden unter der Berichterstattung, fühlen sich auch wohl indirekt da oft mit angegriffen. Sie haben mit Mehmet über die 50 % (egal – selbst bei 30 % sollte eigentlich „Polen offen sein“) von Problemfällen gesprochen. Ich habe viele türkische Freunde und Kollegen, die ich nie mit den Zuständen von Köln-Mülheim, Berlin und Frankfurt in Verbindung bringen würde. Die würden auch einige Ihrer Punkte bestätigen oder in der Grundtendenz für richtig befinden. Mit denen kann ich auch fast sachlich diskutieren, oft bin ich dadurch auch bei einigen Punkten etwas „milder“ in der Betrachtung geworden. Erkan, Mehmet & und türkische Freunde von mir (und viele andere, gut integrierte, erfolgreiche Migranten) bekommen natürlich auch ständig die „Packung“ der kritischen Migrationsberichterstattung um die Ohren gehauen und tragen indirekt auch den Reputationsverlust als Türke in Deutschland dadurch mit.
        Wie ist Ihre Haltung zu dieser gut integrierten Schicht von „Einwanderern“? (da Sie hier sehr viel Kritik abgeladen haben:-) Ich nehme an, dass zum Beispiel die argumentative Auseinandersetzung mit Mehmer zumindest einen Ansatz von Wertschätzung von Mehmet andeutet.
        Mir tut es leid, dass immer ein Teil, den es gar nicht betrifft, immer mit den x-Prozent „Problemtürken“ in einen Topf geworfen wird. Gibt es irgendeine Lösung für diese Problem?
        (Leider fällt mir keine ein, da ich die alte „Problem-Beschwichtigungstour“ bei der Migrationsdiskussion nicht mehr haben möchte und ich eher eine harte, ehrliche Auseinanderung mit in Folge einsetzenden, konstruktiven Massnahmen mehr schätze. Sie haben es ja oben gesagt, das „an-der-langen-Leine“ führt, wie auch bei deutschen Bildungsfernen, am Ende zu Berliner Zuständen. Das ist den normalen Steuerzahlern im Lande – deutsche und türkische (!) – wohl nicht mehr zumutbar. Manche Problemgruppen (die x-Prozent der türkischen Migranten) sollten jetzt halt wirklich zeigen, ob sie nicht „wollen“ oder ob sie nicht „können“. Bie Nicht-können sind auch die Deutschen zur Hilfe aufgefordert.

    9. municipal sagt:

      Da ich nicht sicher bin ,ob dieser Artikel der FAZ seinen Weg in die Presseschau von MIGAZIN findet, hier ein Auszug unter dem Thema „Dogmen eines gescheiterten Multikulturalismus“:

      Zitat

      Sarrazins Sekretariat wird in diesen Tagen Schwierigkeiten haben, die Zustimmung zu bewältigen. Alles kleine Nazis? Es schreibt vielmehr die politische Mitte, die es satthat, als fremdenfeindlich beschimpft zu werden, nur weil sie nicht länger mit den Dogmen eines gescheiterten Multikulturalismus traktiert werden will, für den jeder geschächtete Hammel eine kulturelle Bereicherung ist. Dass Sarrazin, bekanntermaßen mit einer intellektuellen Lust an der Provokation ausgestattet, auch in diesem Interview mit manchen Aussagen über die Stränge des Üblichen geschlagen hat, mag den Usancen der Bundesbank widersprechen. Aus der sogenannten Mehrheitsgesellschaft aber schlägt ihm eine Welle der Dankbarkeit dafür entgegen, dass endlich einmal einer ihr seine Stimme geliehen hat.

      ….

      und weiter dazu, warum jeder, der seine nicht P.c. Meinung äussert, sofort in die „rechte Ecke“ gestellt wird….

      ……….
      Schon die sogar von den bürgerlichen Parteien übernommene Gleichsetzung von „rechts“ mit „rechtsextrem“ ist ein Beispiel dafür, wie erfolgreich die Linke in diesem Land das Spektrum dessen verengte, was noch als zulässige Ansicht gilt. Außerhalb dieses Meinungskorridors soll kein Heil sein. Wer die Herrschaft über ihn hat, herrscht nicht nur über ihn.

      Zitate Ende
      Quelle
      http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EB24C17BE59254BB4AB113E0C673C1E00~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    10. Erkan sagt:

      Herr Sarrazin scheint ja mit Fakten zu sprechen,70% der Türken und 90% der Araber.
      Das zeigt mir immer wieder wie gut manche Leute über die hier Eingewanderten Menschen
      in Deutschland aufgeklärt sind. Nach einer Studie aus dem Jahr 2007 tragen 22% – 24% der Türkischen Frauen einen Koptuch. Ausserdem ist auch nicht jede Frau mit Kopftuch eine gefahr für unsere Gesellschaft.
      Es ist nicht immer ein Zeichen des Radikalen Islam.
      Ich als ein Kind einer Einwanderer Familie aus der Türkei der hier geboren ist, verliere meine Hoffnung und meinen Glauben an die deutsche Demokratie und an die Grundwerte der Europäischen Union wenn ich
      die pauschlisierten Vorurteile gegen über bestimmten Einwanderer Gruppen sehe.
      Das was ich seit den 90 er Jahren hier in Deutschland an Vorurteilen und Diskrimminierungen erlebt habe, hat mit
      dem was uns in den deutschen Schulen über Demokratie und Menschen Rechte und das Recht auf Freie Entfaltung eines Mensche nichts zu tun.

      • Mehmet sagt:

        Recht hat er!

      • municipal sagt:

        @ Erkan

        Nach einer Studie aus dem Jahr 2007 tragen 22% – 24% der Türkischen Frauen einen Koptuch.

        Aber es werden, gerade bei dei der nachwachsenden Generation immer mehr als weniger.

        Ausserdem ist auch nicht jede Frau mit Kopftuch eine gefahr für unsere Gesellschaft.
        Es ist nicht immer ein Zeichen des Radikalen Islam.

        Sicher, nicht immer ein Zeichen des radikalen Islam (kommt aber darauf an, was man unter radikal versteht). Eine Gefahr für unsere moderne,aufgeklärte Gesellschaft aber schon, wenn schon jungen Mädchen frühzeitig „Ihre Rolle“ in der islamisch/türkischen
        (natürlich auch islamisch/arabischen u.s.w.) Familie und Community bewußt gemacht wird.

        Wohin der Wind weht, sehen wir gerade an der Türkei:

        Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP will auch schon kleineren Kindern in der Türkei den Koranunterricht ermöglichen.Bisher sind Kindern in der Türkei – anders als etwa in arabischen Ländern – Korankurse erst nach der fünften Klasse erlaubt.

        Mit einer Gesetzesänderung will die AKP nun den Weg für Sommerkurse freimachen, die von der Religionsbehörde Diyanet kontrolliert werden. Die Teilnahme soll mit Zustimmung der Familien auch jüngeren Kindern erlaubt werden. Dies sei zeitgemäß und verstoße nicht gegen die türkische Verfassung, sagte Celik.
        Quelle
        http://www.da-imnetz.de/nachrichten/politik/tuerkei-regierung-will-mindestalter-korankurse-aufheben-486185.html

        Gleichzeitig wurden gerade türkische Gay-Dating-Portale im Internet gesperrt.

        Und das alles unter dem Zeichen der „neuen Demokratiebewegung“ der Regierung Erdogan, der sog. „Öffnung“ !