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Thilo Sarrazin

Rücktrittsforderung nach Ausländer-Schelte

Thilo Sarrazin ist erst seit dem 1. Mai 2009 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Nach einem Interview mit dem Kulturmagazin „Lettre International“ Mitte vergangene Woche wird bereits nach knapp fünf Monaten Amtszeit sein Rücktritt gefordert. Er hatte sich in rechtspopulistischer und abfälliger Manier über Türken, Araber und über die Mittelschicht geäußert.

Montag, 05.10.2009, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 13:12 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“ und „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung. Ich habe dazu keine Lust bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“, ist ein Auszug aus dem Repertoire Sarrazins. Außerdem meinte er: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“ und „Das gilt für 70 Prozent der Türken und für 90 Prozent der arabischen Bevölkerung“.

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Nachdem die Deutsche Bundesbank sich zuvor „entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin“ distanziert hatte und sich eine Empörungswelle breitgemacht hatte bedauerte Sarrazin den Vorfall: „Die Reaktionen, die mein Interview in Lettre International verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war. Das bedauere ich“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Absicht sei gewesen, „die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskriminieren“.

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Diese Entschuldigung reichte nicht. Auch Bundesbankchef Axel Weber attackierte seinen Vorstandskollegen scharf und forderte ihn indirekt zum Rücktritt auf. Die Aussagen seien „bedenklich“ und „nicht mit dem Verhaltenskodex der Bundesbank vereinbar“, sagte Weber am Samstag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Istanbul. „Jeder hat Verantwortung für die Institution und muss mit sich selbst ins Gericht gehen“, sagte Weber weiter. Es gehe nicht um Personen, sondern um Institutionen.

Forderungen nach einem Parteiausschlussverfahren aus der SPD gegen den früheren Berliner Finanzsenator wurden ebenfalls laut. „Nach diesen Äußerungen ist Thilo Sarrazin in der Sozialdemokratie untragbar“, sagte die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl. „Die Parteigliederung, bei der Herr Sarrazin Mitglied ist, sollte ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn einleiten. Dafür liegen nun ausreichend Anhaltspunkte vor. Er ist schon lange kein Sozialdemokrat mehr.“, so Högl weiter. Auch SPD-Politiker Vural Öger werde sich beim Parteivorstand für einen Parteiausschluss Sarrazins einsetzen. Er bezeichnete die Äußerungen als „beschämend, widerlich und skandalös“.

Muss Thilo Sarrazin nach seiner Ausländer-Schelte zurücktreten?
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    Richtig unangenehm wurde es für Sarrazin, als das Landeskriminalamt eine Prüfung angekündigt hatte, ob „die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten wurden und sich der Anfangsverdacht für einen strafbaren Inhalt ergibt“.

    Unterstützung erfuhr der frühere Finanzsenator lediglich von der NPD. Sarrazin bringe „die Entwicklung unseres Landes auf den Punkt“, sagte ein Sprecher der rechtsextremen Partei.

    So fiel auch dem Vizechef der türkischen Zentralbank, Ibrahim Turhan, nicht mehr ein, als höheren Beistand für Sarrazin zu rufen: „Allah möge ihm mehr Verstand geben.“

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    1. Non-EU-Alien sagt:

      Interessant bei seiner Aussage ist es, dass er sich ausschliesslich auf Türken und Araber bezieht und nicht auf alle Migrantengruppen in der BRD. Hat es einen bestimmten Grund, dass Russen, Serben, Portugiesen, Italiener, Rumänen, usw. nicht genannt wurden?

      Jetzt hat er jedenfalls den Salat und muss sich ggf. verantworten. Beim ersten Durchlesen seiner Worte konnte ich zuerst nicht glauben, was ich lese und dann noch weniger glauben, dass es von einem SPD Politiker kommt.

      • Markus Hill sagt:

        Das ist wohl einer der Sachverhalte, wo er noch seinen unumstrittensten Teil der Ausführungen hatte: In Berlin ist es wohl konsens, dass Problemgruppen 1 und 2 wohl Türken und Araber (Bildung, Kriminalität – auch hier wieder natürlich von ihm pauschalisiert angeführt) sind. Wie auch sonst bei der allgemeinen Migrationsthematik fallen die anderen wohl einfach weniger unangenehm auf. Das wird wohl auch der Grund sein, warum er sich da wohl mit solchen Äusserungen vermeintlich auf der sicheren Seite gefühlt hat und nicht mit solchen Reaktionen gerechnet hat. (Wobei: So ganz glaube ich ihm das nicht!:-)

        • Markus Hill sagt:

          PS: Eigentlich ist auch weniger entscheidend, was man über seine Motive vermutet. In einigen Punkten liegt er mit bestimmten Tendenzaussagen wohl richtig – die Situtation in Berlin wird in grossen Teilen versucht, differenziert darzustellen. Zumal er auch die positiven Beispiele (Vietnamesen, Osteuropäer – in 2. Generation oft an den Deutschen vorbeiziehend) nennt. Es ist durchaus angemessen, auf Erfolge und Misserfolge in der Migrationspolitik hinzuweisen. Man kann immer über die Form streiten. Trotzdem wäre es schön, wenn man in migazin.de auch einmal inhaltliche Auseinandersetzung mit den Punkten in Sarrazins Ausführungen finden würde und weniger auf Klientel-Tenor hin „formulierte“ Beiträge. Gerade das macht guten Journalismus aus und unterscheidet ihn von „Gesinnungsschreiberei“. Bei so einem Artikel und einer differenzierten Darstellungsweise der Punkte (vor allen Dingen INHALTLICH) kann ja durchaus herauskommen, dass viele von den Äusserungen Sarrazins angreifbar sind im Sinne von SACHLICH widerlegbar. Auseinandersetzung aufgrund von reiner „Gesinnungsrethorik“ erscheint mir journalistisch einfach zu dünn. BITTE, nochmals: Meinungen/Statements nach dem Inhalt und nicht nach der Herkunft berurteilen. Diese dann BITTE sachlich diskutieren und DANN gegebenfalls widerlegen oder den Wahrheitsgehalt bestätigen (differenziert, mit Abstrichen etc). Das fände ich wesentlich konstruktiver, als unbewusst auf die Schiene einer einfachen Migrations-PR-Seite zu rutschen.

          • Ich kann mir nicht helfen? Wie soll man denn diese Aussagen sachlich diskutieren?

            Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“ und „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung. Ich habe dazu keine Lust bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“, ist ein Auszug aus dem Repertoire Sarrazins. Außerdem meinte er: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“ und „Das gilt für 70 Prozent der Türken und für 90 Prozent der arabischen Bevölkerung“.

            Das ist purer Rassismus, der einen Gruppe den höheren IQ zuzuschreiben und den anderen die Ablehnung des Staates zu unterstellen und sie verklausuliert als nicht fortpflanzungswürdig zu bezeichnen. (ständig neue Kopftuchmädchen produziert)

            • Markus Hill sagt:

              Wenn Sie die von Ihnen angeführten Sätze lesen – natürlich sind da Punkte drin („Bringschuld“ etc.), die man absolut sachlich diskutieren kann. Da pauschal jeden inhaltlichen Diskussionspunkt abzusprechen, halte ich für völlig verfehlt.
              Rassismusvorwurf – wird mir zu oft instrumentalisiert. So weit ich weiss, läuft ein Verfahren bzw. ein Verfahren gegen ihn wurde angestrengt. Einfach abwarten, ob er rechtlich dafür belangt wird. Zwischenzeitlich sollte man sich nur auf die inhaltlichen Äusserungen seiner Rede konzentrieren und DORT inhaltlich, sachlich, die Auseinandersetzung suchen. Den Rest macht so oder so das Gericht.

            • Markus Hill sagt:

              Sie haben eine Aussage aus dem Interview ausgewählt. Ich habe zum Beispiel diese hier (Sarrazin-Interview) ausgewählt:
              „Meine Vorstellung wäre: generell kein Zuzug mehr außer für Hochqualifizierte und perspektivisch keine Transferleistungen mehr für Einwanderer. In den USA müssen Einwanderer arbeiten, weil sie kein Geld bekommen, und werden deshalb viel besser integriert. Man hat Studien zu arabischen Ausländergruppen aus demselben Clan gemacht; ein Teil geht nach Schweden mit unserem Sozialsystem, ein anderer Teil geht nach Chicago. Dieselbe Sippe ist nach zwanzig Jahren in Schweden immer noch frustriert und arbeitslos, in Chicago hingegen integriert. Der Druck des Arbeitsmarktes, der Zwang des Broterwerbs sorgen dafür. Das sind Dinge, die man nur durch Bundesrecht ändern kann. Für Berlin ist meine Prognose düster, was diese Themen betrifft. Aber es kann in einer Stadt, in der man prächtig leben kann, gleichzeitig kompakte und wachsende, ungelöste Probleme geben. Genauso wird es in Berlin werden.“
              Ich finde durchaus, dass man solche Äusserungen inhaltlich widerlegen oder für richtig oder in Teilen richtig befinden kann. Alles Rassismus- oder Formvorwürfe führen meiner Ansicht nach dazu, dass man von den Inhalten ablenkt, da man wohl weiss, dass die meisten Leute ohnehin das Interview nicht in allen Punkten durchlesen werden. So wie das von Ihnen (zu Recht) ausgeführte Beispiel aus dem wesentlich längeren Interview. Mein Eindruck: Lieber den Kopf in den Sand stecken, anstatt bestimmte Probleme zu diskutieren (bezogen auf Medien und „Verbands-Betroffenheits-Vertreter“) – es ist einfach zu durchschaubar. Glücklicherweise haben sich da die Zeiten jetzt etwas geändert in Richtung Offenheit für kontroverse Diskussionen.:-)
              (Wie gesagt, bestimmte Punkte werden ja noch vielleicht gerichtlich geklärt. Oder es wird nicht als Rassismus etc. ausgelegt).

            • Markus Hill sagt:

              PS: Diesen Teil aus dem Sarrazin-Interview (natürlich äussert er sich pauschalisierend) habe ich auch nicht als rassistisch empfunden. Inhaltlich kann man auch da Anknüpfungspunkte zur Diskussion finden:
              „Die Integration hat Stufen. Die erste Vorstufe ist, daß man Deutsch lernt, die zweite, daß man vernünftig durch die Grundschule kommt, die dritte, daß man aufs Gymnasium geht, dort Examen macht und studiert. Wenn man durch ist, dann braucht man gleiche Chancen im öffentlichen Dienst. So ist die Reihenfolge. Es ist ein Skandal, daß die Mütter der zweiten, dritten Generation immer noch kein Deutsch können, es allenfalls die Kinder können, und die lernen es nicht wirklich. Es ist ein Skandal, wenn türkische Jungen nicht auf weibliche Lehrer hören, weil ihre Kultur so ist. Integration ist eine Leistung dessen, der sich integriert.“
              (Natürlich wundert es mich auch, dass bei ihm wohl scheinbar alle Türken – Einwanderungsgenerationsäusserung – zumindest das Abitur anstreben sollen, ungewöhnlich hohes Ziel, auch für alle Schüler aus allen Nationalitäten, natürlich auch Deutsche:-).

            • Markus Hill sagt:

              Lieber Herr Scholz, die Rheinische Post hat ein Statement, bei dem Sie etwas Probleme sahen einfach einmal sachlich kommentiert:
              Aussage 3: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung.”
              Faktencheck: Nach einer Studie des Berlin Instituts für Bevölkerungsforschung gelten die Türken als die Zuwanderergruppe, die sich am schwersten integrieren lässt. Bei den Arabern in Berlin machen kriminelle Familienclans den Behörden zu schaffen. Für die Zahlenangaben Sarrazins, dass sich 70 Prozent der Türken und 90 Prozent der Araber nicht integrieren und vom Staat leben, fehlen die Belege. Von den Türken in Berlin leben 40 Prozent von Transferleistungen. Die schwer zu integrierenden Ausländer sind nur ein Teil der Wahrheit. Von den Zuwanderern aller Volksgruppen in Berlin haben 43 Prozent Abitur und 39 Prozent einen Hochschulabschluss.“
              Quelle:
              „Aussagen auf dem Prüfstand
              Die Wahrheiten des Thilo Sarrazin
              VON EVA QUADBECK – zuletzt aktualisiert: 06.10.2009 – 20:25 (RP) Berlins ehemaliger Finanzsenator, Thilo Sarrazin, hat mit einem Interview, in dem er gegen Ausländer und Hartz-IV-Bezieher wettert, für Empörung gesorgt. Wir haben seine Behauptungen nachgeprüft.“
              http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/767084/Die-Wahrheiten-des-Thilo-Sarrazin.html

              So einen Faktencheck hätte ich mir von migazin.de gewünscht. Die Rheinische Post war da wohl schneller. Vielleicht kann man an dem Format von denen sogar etwas verbessern. Leider werden nur wenige Punkte diskutiert.
              Ich habe noch nicht den ganzen Artikel gelesen, da sind viele Punkte aus dem Interview INHALTLICH diskutiert worden, durchaus kritisch: Oben sehe Sie ja, dass man da ggfs. auch Dinge von ihm in Frage stellt oder relativiert. Mir erscheint dass viel zielführender als der zelebrierte „Betroffenheits-Ritus“ bei bestimmten Medien und Verbänden. Die RHEINISCHE POST ist wohl eher eine konservative Publikation. Die würde ich aber nicht als Rassismuspropagandisten einschätzen. Scheinbar ist eine sachliche Diskussion bzgl. bestimmter Teile des Interviews wohl möglich.
              Ich bin auch auf die Netzversion der heutigen Hart-aber-fair-Sendung gespannt. Die Teilnehmerliste verspricht eine interessante Diskussion.

      • Orianus sagt:

        Natürlich hat er auch andere Einwanderergruppen benannt, aber eben nicht als Problemfälle, sondern als Beispiele überwiegend gelungener Integration. Genau hier hat er doch differenziert, also das getan, was man ihm unterlassen zu haben vorwirft. Lesen Sie doch mal das ganze Interview. Beachten Sie den Kontext seiner Begründungen und Erläuterungen und begnügen Sie sich nicht mit den Versatzstücken, die die Qualitätspresse Ihnen vorsetzt.

        Undifferenziert sind seine Scharfrichter, nicht er selbst.

    2. Johanna sagt:

      Herr Sarrazin hätte dies lieber sagen und entsprechende Maßnahmen ergreifen sollen, als er noch verantwortlicher Poltiker in Berlin war. Das traut sich diese Clique allerdings nicht, weil es nicht PC ist.

      Jetzt, wo er bei der BB ist, hat er gut reden.

      • Markus Hill sagt:

        Ich glaube nicht, dass er die von ihm angesprochenen Probleme (die Form und Formulierung war stellenweise anerkannterweise daneben, die Position von ihm problematisch, die Inhalte werden wohl mehrheitlich weniger bestritten) hätte lösen können. DIE WELT und die FAZ AM SONNTAG haben zu diesem Interview eine sehr interessante Deutung gegeben. Vielleicht gibt es Links dazu. Man hat sich gewundert, wie „entspannt“ und gelassen da seine Äusserungen – er ist ja bekannt für diese Form von „Anecken“ – im Rahmen der Meinungsfreiheit und freiheitlicher, politischer Kultur gesehen werden. Viele der Problempunkte, die er überspitzt anspricht, tragen wohl einen wahren Kern in sich. Viel „Betroffenheits-Geheule“ lässt sich vielleicht so erklären, „getroffener Hund bellt“.:-)
        Seine Art passt wohl gegenwärtig weniger in die mehr konsensorientierte Diskussionskultur. Zumindest polarisiert er und regt zum Denken an, Rücktrittsforderungen (speziell nach der Entschuldigung) halte ich für völlig unangemessen.

        • Markus Hill sagt:

          PS: So wie man ihn von anderen Äusserungen her kennt – ich glaube nicht, dass bei ihm irgendwelche Diskriminierungsgedanken Leitidee seiner Äusserungen waren (richtig: die „Kopftuchäusserung“ erscheint problematisch), er wollte wohl einfach provozieren und einmal „frei Schnauze“ die Finger in die Wunde legen. Er ist Profi und kennt da die Problem in Berlin sehr genau (genau wie ein SPD-Bezirksbürgermeister, der auch oft so polarisiert). Vielleicht ist diese Diskussionsform auch eine Bereicherung, man kommt zumindest vom Beschönigen/Verschweigen/Leugnen von Problemen weg. Eine der Ursachen für die kritische Lage jetzt ist ja in dieser Konformismus-Berichterstattung zu sehen. Hätte man vor 10 Jahren einmal mit etwas härteren Bandagen auf den Punkt hin kritische Punkte engagiert diskutiert und dann einfach mit Nachdruck Massnahmen eingeführt (Sprachförderung etc.), hätte das in Berlin schon einen kleinen Einfluss gehabt. Durch das „Kartell des Verschweigens und der falschen Rücksichten“ (Medien, Politik etc.) ist die Lösung der Probleme jetzt halt um ein Mehrfaches teurer. Da ist der Einsatz und Austausch von Meinungen (jeder darf gerne betroffen sein) einfach billiger und konstruktiver, da muss man auch nicht beleidigend werden.

      • Non-EU-Alien sagt:

        „Herr Sarrazin hätte dies lieber sagen und entsprechende Maßnahmen ergreifen sollen, als er noch verantwortlicher Poltiker in Berlin war.“

        –> Als Finanzsenator??? Wofür gibt es denn dann Innensenator, etc.?

        • Johanna sagt:

          >–> Als Finanzsenator??? Wofür gibt es denn dann Innensenator, etc.? <

          Die Herren kennen sich doch untereinander.

          Herr Sarrazin hatte als Finanzsenator einen guten Überblick über die Kosten von Schulabbrechern und Arbeitslosen.

    3. Boli sagt:

      Nun gut. Was her Sarrazin gesagt hat war durchaus von oben herab und sagen wir mal die Erwähnungen im letzten Satz hätte er vielleicht lassen können, selbst wenn es der Wahrheit entspricht (z.B. arbeitslose arabische Familien mit bis zu 12 Kindern). Was er gesagt hat mag für die die er gemeint hat zwar beleidigend sein, jedoch ist die Botschaft im Kern nicht gelogen. Nahezu die Hälfte Aller Türken / Araber die in Berlin leben haben keine Arbeit. Dies liegt aber meiner Meinung nach nicht nur daran das man Vorbehalte hat gegen diese Gruppen sondern das und das muß hier auch einmal akzeptiert werden schlicht und ergreifen KEINE ARBEIT mehr da ist. Diese Leute sind die zurückgebliebene Gastarbeiterschaft nach dem Wirtschaftswachstum in Deutschland bis Ende der 60er. Und seit dieser Zeit haben wir kein nennenstwertes Wachstum mehr gehabt. Das erklärt auch das es mittlerweile viele Familien gibt die schon 20 Jahre oder mehr Sozialleistungen bezogen haben und dies auch weiterhin so halten.
      Aber da der Staat immer weniger Geld hat wird dies so eh nicht mehr zu halten sein. Das heißt, die wirtschaftliche Lage wird Deutschland und Europa sehr bald dazu zwingen sich von hoffnungslos abgehängten Teilen der ausländischen Unterschicht zu trennen. Mich würde es mal brennend interessieren um wieviel Millionen Euro die Sozialausgaben in Berlin dann automatisch fallen würden!!

      • Markus Hill sagt:

        „Dies liegt aber meiner Meinung nach nicht nur daran das man Vorbehalte hat gegen diese Gruppen sondern das und das muß hier auch einmal akzeptiert werden schlicht und ergreifen KEINE ARBEIT mehr da ist.“
        Ihre Aussage klingt sehr resigniert. Fast „Weltuntergang“, ist ja auch eine Meinung.
        Es stimmt, Berlin ist strukturschwach. Es stimmt auch, dass für Unqualifizierte (kaum Sprachkenntnisse, keine Ausbildung bzw. schlechter Schulabschluss etc.) kaum oder keine Arbeit da ist bzw. das subjektive Empfinden besteht, dass diese Arbeit für eigene Qualifikation oder Nicht-Qualifikation als unterbezahlt erscheint. Ein Übriges tun die Sozialtransfers, man gewöhnt sich vielleicht bei manchen Gruppen daran. ABER: Besteht da nicht noch Hoffnung, dass man durch bestimmte Massnahmen (Bildung etc.) nicht noch etwas ändern könnte?

        • Johanna sagt:

          >… die Sozialtransfers, man gewöhnt sich vielleicht bei manchen Gruppen daran. ABER: Besteht da nicht noch Hoffnung, dass man durch bestimmte Massnahmen (Bildung etc.) nicht noch etwas ändern könnte?<

          Da sollten wir uns die typischen Einwandererländern zum Vorbild nehmen:

          Wer nach einer gewissen Zeit nicht arbeitet, bekommt keine finanzielle Unterstützung.

    4. Markus Hill sagt:

      „Unterstützung erfuhr der frühere Finanzsenator lediglich von der NPD. Sarrazin bringe “die Entwicklung unseres Landes auf den Punkt”, sagte ein Sprecher der rechtsextremen Partei.“
      Gut, dass da normale Medien (Welt, FAZ etc.) besonnener reagiert haben und nicht auf diese durchschaubare, undifferenzierte Argumentationsmuster angesprungen sind. Das die NPD da vielleicht zugestimmt hat, sagt nichts darüber aus ob einzelne Punkte falsch, verzerrt, beleidigend oder inhaltlich richtig sind. Ansonsten sind solche Verweise auf Zustimmung oder Nicht-Zustimmung (da wird IMMER ein Unerwünschter zustimmen, wenn etwas gesagt wird) nicht sehr sachdienlich, haben Info-Wert, ersetzen aber die inhaltliche Auseinandersetzung und sachliche Prüfung der kritisierten Punkte nicht.

      • Markus Hill sagt:

        „Die deutsche Sprache ist voll von Synonymen über den „aufrechten Gang“. Wer ihn allerdings wider dem politisch korrekten Mainstream probt, bekommt aufs Haupt. Moral ist für viele Tugendwächter durchaus teilbar.“
        http://debatte.welt.de/kommentare/159254/thilo+sarrazin+und+die+grenzen+der+freiheit
        Auch diese Kommentar-Ansicht der DI WELT stellt einen Teil des Spektrums dar, wie man Dinge diskutieren kann. DIE WELT stellt eine Sichtweise im Kommentar dar, die man nich teilen muss. Als interessant empfinde ich, dass man das Gut der Meinungsfreiheit hier ausdrücklich würdigt.

        • Boli sagt:

          @Hill

          Also ich hab mal nachgeschaut. Berlin hat so um die 190000 Türken am Gesamten. 40 % Arbeitslose entsprechen also so 76000 Personen. Sagen wir mal davon sind ca. 60 % im Arbeitsfähigen Alter dann sind das wiederum 45600 Personen. Nimmt man jetzt einfach mal den Hartz IV Satz von 351 € nur für eine Person gerechnet dann kommt man ca. auf 16.005600 € im Monat. Rechnet man noch Mietkosten (sagen wir mal da viele Familien sind 700 € auf jeden Fall) und Zuschläge (pro Kind sagen wir durchsch. 3 Kinder pro Kind durchschnitt 240 € = 720 €) = 1420 € mal 45600 € = 64752000 € + 16005600 € = 80757600 € PRO MONAT mal 12 Monate = 969091200 € IM JAHR in Worten NEUNHUNDERTNEUNUNDSECHZIGMILLIONENEINUNDNEUNZIGTAUSENDZWEIHUNDERT Euro.
          Das ist ein Grund für Integrationsverweigerung:
          http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543331,00.html
          Jetzt schaue ich mal nach was die türkischen Selbstständigen so in Berlin erwirtschaften:
          Also laut Türkisch-Deutscher Untenehmervereinigung Berlin-Brandenburg sollen 9000 Türkische Unternehmen ca. 3,5 Milliarden erwirtschaften(Aber vorsicht! Von diesem Geld kann man maximalst 50% rechnen was der Staat bekommt und das wären dann ca. 1750000000 Milliarden Euro. Wenn man die gut 1 – 1,5 Milliarden bezüglich Arbeitslose nicht als Minus hätte könnte man direkt begeistert sein. NUR, das waren jetzt nur die Zahlen für die Türken OHNE die Araber. Und die Türken und Araber sind ja nicht nicht die einzigen Arbeitslosen . Also letztlich muß schon gut aufgepasst werden, das das keine Nullnummer wird, DENN wenn angeblich so viel Geld reinkommt WIESO ist dann Berlin trotzdem chronisch Pleite???
          Also ich hab mal so etwas nachgeschaut. Berlin ist hochverschuldet und zahlt so ca. 3 Milliarden Euro alleine Zinsschulden. Es wäre also schon ein ganz schöner Batzen Geld wenn die angesprochenen türkisch, arabischen Arbeitslosen keine Sozialleistungen mehr bekämen bzw. nicht mehr in Deutschland wären. Und nicht zu vergessen. Jetzt möchte man vielleicht Fortbildungen, „Integrationsmaßnahmen“ jeglicher Art auch noch bezahlen um aus reinen Leistungsempfängern zukunftsfähige Bevölkerungsteile für Deutschland zu machen. Das kostet wahrscheinlich nochmal das gleiche wie schon die Sozialleistungen. Dann wären wir schon bei gut 3 Milliarden Euro. Es sieht also schlecht aus Markus Hill. Und wir sprechen hier jetzt AUSSCHLIEßLICH über Berlin!! Da werden noch lustige Zeiten auf uns zukommen! Deswegen halte ich Ihre Weltuntergangsanspielung (zumindest auf lange Sicht gesehen) für durchaus nicht so weit hergeholt. Das Konfliktpotenzial ist jedenfalls seit einigen Jahren weltweit wieder enorm gestiegen. Oder kann das jemand der hier Anwesenden abstreiten?? Die Bundesregierung ist jedenfalls nicht umsonst dabei die Bundeswehr für einen Kriseneinsatz in Landesinneren auszurüsten.

          • BiKer sagt:

            jetzt hör aber auf. was ist das denn für eine rechnung? was ausländer leisten und wie das berechnet wird kannst du hier nachlesen: http://www.migazin.de/2008/12/17/der-finanzierungsbeitrag-der-auslaender-zu-den-deutschen-staatsfinanzen-eine-bilanz-fuer-2004/

            • Markus Hill sagt:

              Die Berechnung kann man bestimmt kritisieren (Methodik). Kern ist aber wohl eher gewesen, dass man die Kosten von Problemgruppen in Berlin beziffern wollte. Darüber wäre ein Link mit Zahlen einmal interessant. auf die Stadt bezogen: Ausländer allgemein ist als Gruppe nicht treffend, dass ist genause undifferenziert wie Migranten allgemein. Das „vernebelt“ die Situtation nur wieder. Wie gesagt, darüber wären einmal präzise, unabhängige Zahlen interessant.
              Sarrazin hat da vielleicht sogar einmal etwas darüber veröffentlicht, vermute ich einmal, da er sich so stark mit Finanzströmen auseinandergestzt hat.

              • BiKer sagt:

                „Kern ist aber wohl eher gewesen, dass man die Kosten von Problemgruppen in Berlin beziffern wollte.“

                wenn man problemgruppen gesondert betrachtet, kommt nie etwas positives raus. aber was sind problemgruppen? sind türken die problemgruppe oder nur die arbeitslosen türken? erstere hat nicht nur obstläden sondern auch viele arbeitnehmer, die steuern bezahlen; letztere allein als problemgruppe zu bezeichnen???… da kann man auch jede andere problemgruppe nehmen: arbeitslose deutsche, polen, griechen und selbst die so fleißigen viatnemesen. das wird dem ganzen aber doch nicht gerecht.

                • Markus Hill sagt:

                  Da stimme ich Ihnen zu. Das Thema ist diffizil. Man wird aber vielleicht Gruppen bilden können. Es geht hier nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen aus Spass an der „Verunglimpfung“, sonder um sauber zu analysieren, um dann konstruktiv gemeinsam (Migranten und Deutsche) Massnahmen zur Lösung von Problemen zu erarbeiten. Im Trüben lässt es sich gut fischen – mit Mutmassungen kann viel „Hetze“ betrieben werden – wenn man gemeinsam Fakten anerkennt, kann man vielleicht entspannter miteinander reden.
                  Beispiel: Türkische Migrantenkinder im Schulerfolg mit anderen Gruppen zu vergleichen, halte ich für legitim. Wenn dabei für Türken unangenehm erscheinende Zahlen auftauchen, können die meisten in diesem Land wg. gründlicher Problemanalyse wohl damit leben. Entscheidend ist doch, was ich mit den Zahlen mache. Verschweigen/Beschönigen hilft wenig – deshalb haben Sie doch die vielen aufgebrachten Medienreaktionen und oft unsachlichen Leserbriefe. Die Leute im Land „kochen“, wollen sehen, dass sich etwas entwickelt in Richtung Aktion und Verbesserung er Zustände.
                  Bei solchen harten, „objektiven“ (immer umstritten) Analysen kann zum Beispiel herauskommen, dass die türkischen Migrantenkinder und auch die deutschen Kinder etwas von den Asiaten und Aussiedlern in Richtung Bildung (Fleiss, Ausdauer, Interersse, Wertschätzung) lernen können. Richtig, auch die deutschen Kinder (Bildungsferne gibt es hier auch, um einmal den Fokus von der Gegensatzdiskussion Migranten-Deutsche etwas zu lockern). Es kann auch herauskommen, dass die Migrantenverbände verstärkt Hilfe durch die Deutschen brauchen – über die Bedindungen (Geld, Ressourcen etc.) muss dann gemeinsam diskutiert werden. Herauskommen kann auch, dass die Deutschen ausser Sprachförderung bei diesen Problemgruppen auch vieles falsch machen, übersehen oder das man halt noch sehr viel Optimierungspotential hat. Zu mehr sollen diese Analysen nicht dienen, natürlich wollen die „Problemgruppen“ möglichst einen Schleier darüber legen – man hat sich ja mit der Situation arrangiert. Veränderung ist immer unbequem.
                  Vielleicht sollte einmal dieser „Verschwörungsgedanke“ („die analysieren so genau, damit sie uns diffamieren können“ – in Deutschland werde auch viele scheinbar deutsche Missstände in sehr harter Form untereinander kritisiert!) langsam aus allen Köpfen verschwinden:
                  Den Finger in die Wunde legen, ein Problem benennen (über Form lässt sich streiten, richtig) setzt doch auch voraus, dass der, der analysiert hat, Engagement und Interesse für die Lösung der Probleme hat.
                  Dieser Generalverdacht (auf beiden Seiten wohl), dass der andere Arges im Schild führt:-), erschwert oft die Sachdiskussion.

            • Boli sagt:

              @Biker

              Du hast aber schon mitbekommen das ich AUSSCHLIESSLICH von Berlin geredet habe oder??
              Das die Zahlen im Bundesbereich anders liegen können glaube ich Ihnen gerne. Aber für Berlin geht die Rechnung nicht auf und alleine darauf hat sich Herr Sarrazin auch bezogen, genauso wie ich.

              • BiKer sagt:

                deine berechnung ist deswegen nicht stichhaltig, weil du viele faktoren unberücksichtigt lässt, auch für berlin. dass du allein mal die verdienste der arbeitnehmer komplett ausblendest, reicht doch schon aus.

      • Jens sagt:

        „“Unterstützung erfuhr der frühere Finanzsenator lediglich von der NPD.”“

        Nicht ganz.

        Hier nur ein Beispiel:

        Interview mit Hans-Olaf Henkel, ehem. BDI-Präs.: Sarrazin und Meinungsfreiheit:

        http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/05/dlf_20091005_1222_66c29c06.mp3

    5. Krischan Pipengruen sagt:

      Ich geb‘ mal ’nen kostenlosen Tipp ab:

      Die Sarrazin-Sache wird sich bald g a n z a n d e r s entwickeln, als sie nach den ersten hysterischen Reaktionen der linken Gutmenschen- und rechten Türken („Allah gebe Herrn Sarrazin Verstand!“)-Fraktion begonnen hat.

      Ein durchaus ernstzunehmender T e i l der deutschen Qualitätsmedien ist bereits in der Beurteilung umgeschwenkt, weitere werden noch folgen. Natürlich nicht die verprantelte Süddeutsche, aber andere schon.

      Der Grund für die hysterischen Reaktionen der linken Gedankenpolizei liegt darin, daß sich Sarrazin nicht an das von ihnen seit 1968 verordenete Neusprech gehalten hat und die Dinge so benennt, wie er sie als langjähriger Berliner Finanzsenator vorgefunden hat (übrigens: wer besitzt hier in diesem Kreise mehr Sachkompetenz als Sarrazin? Bitte melden und begründen!)

      Also – ich meine, eine ganz neue, viel ernsthaftere Diskussion über türkische und arabische Integrationsverweigerer und ihre unvermeidlichen Kopftuchmädchen hat bereits begonnen.

      Sehr deutliche Worte spricht dazu Heinz-Olaf Henkel im DLF (man beachte, wie dem Guti, der die Fragen stellt, nach und nach völlig der Strom ausgeht):

      http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/05/dlf_20091005_1222_66c29c06.mp3

      Also, liebe MIGazinler, wenn ich ein Einwanderer aus der Türkei wäre oder aus einer eingewanderten Familie käme, würde ich mich schleunigst über das Interview hermachen und die argumentative Auseinandersetzung mit Sarrazins Thesen suchen und nicht darauf hoffen, daß die alten bequemen Denkverbote in alle Ewigkeit gelten werden.

      Beim WDR, im Gutmenschenfunk also, der keine journalistischen Gesichtspunkte mehr zu vertreten scheint, gibt’s so eine Türkin, Asli Sevindim, die es falsch vormacht:

      http://www.wdr.de/tv/aks/sendungsbeitraege/2009/kw40/1002/index.jsp
      ab 25:30

      Argumente?
      Null!
      Gutmenschengelaber?
      100 %.

      Das können unsere Fachkräfte im MIGazin, das ich übrigens regelmäßig und mit großem Interesse lese, doch sicherlich besser.

      Also – wo sind die Argumente gegen Sarrazin, wo …?
      Wo ist etwas, über das sich diskutieren läßt?

    6. li sagt:

      Herr Sarazin muß weg.
      Seine Äußerungen sind volksverhetzende braune Soße.

      Hätte er statt Türken oder Araber
      zu bemühen sich in gleicher Weise über Juden geäußert hätten wir gar keine
      Diskussion, er wäre schon in der ersten Minute nach der Veröffentlichung ohne jede Diskussion abberufen worden.

      Ich empfhehle daher den Kontakt auf der Seite der Bundesbank
      jedem die Abberufung von Sarazin zu fordern.

      LI
      LI

    7. Bogo sagt:

      @Krischan Pipengruen
      Das die Medien umschwenken, ist uns nicht entgangen.
      Das ändert aber nichts daran, dass Thilo Sarrazin nicht der erste und auch nicht der letzte sein wird der sich im Umgangston vergriffen hat.
      Was hat ein Thilo Sarrazin wohl für die deutsche Unterschicht übrig, wenn es keine Ausländer sind, die seinen Unmut erregen?.
      Im übrigen, braucht es keiner Arschtritte seitens der Politik um die Diskussion anzustossen, die ist längst im Gange und selbst der Anatole aus dem letzten Kabuff in der Türkei, weiß schon lange das mit Deutschland nicht gut Kirschen essen ist, wenn es an die eigene Geldbörse geht und er sich schläunigst um seine Integration zu kümmern hat.
      Außerdem ist ihnen bei der ganzen Freude über Sarrazins Äußerung entgangen, was unsere Elite von dem Gemüsehändler um die Ecke hält, ich denke mal der deutsche Gemüsehändler wird jetzt genau wissen wozu er in dieser Gesellschaft taugt, wenn es den türkischen nicht mehr gibt.
      Ach herrje, wie war das mit der Politik und dem Staat?
      Der Bürger wählt Politiker, damit sie einen Staat schaffen der produktiv ist, seit wann beschwert sich der Arbeitnehmer über den Bürger aus dessen Hand er gefüttert wird, wo er doch selbst den Hintern nicht hoch gekriegt hat. Ich als Chef (Bürger) würde den Politikern Beine machen, die ihre Pflicht nicht erfüllen und obendrauf noch die Schuld auf andere schieben.
      Ach SPD schon abgewählt?
      Zu viel am Busen der Macht genuckelt und vergessen worum es in der Sozialdemokratie geht?
      Damit haben die „vielen“ kleinen Kopftuchmädchen (30% der Muslima tragen Kopftuch) nun wirklich nichts zu tun und den Sinn der Sprüche von Sarrazin können die Medien noch so lang suchen, drehen und wenden,
      er war es jedenfalls nicht, der eine Integrationsdebatte ausgelöst hat oder sind sie erst seit heute hier?.

      • Krischan Piepengruen sagt:

        Hallo Bogo,
        bitte nicht böse sein, aber ich verstehe nicht so recht, worauf Sie hinauswollen.
        Das soll jetzt keine Arroganz eines Akademikers sein; wenn meine Muttersprache eine andere wäre, gäbe es gewiß auch Probleme bei mir. (Durfte ich neulich wieder mal im Englischen erfahren.)
        Aber was meinen Sie eigentlich?
        Interpretiere ich Sie richtig, wenn ich annehme, dass Sie sagen wollen, dass Sarrazin ein arroganter Sack ist, der, wenn es keine türkische Unterschicht gäbe, auf die deutsche Unterschicht eindreschen würde?

        • Selçuk sagt:

          „Das soll jetzt keine Arroganz eines Akademikers sein;“

          Lächerlicher gehts wohl nicht! Was spielt es denn für eine Rolle, ob Sie Akademiker sind oder nicht?

    8. Orianus sagt:

      Es wird Zeit, dass der Muff von 40 Jahren, der uns seit 1968 nichts als Denkverbote, Werteverfall und geistig verödete Stromlinienförmigkeit gebracht hat, endlich durchgelüftet wird.

      Herr Sarrazin besitzt meine Hochachtung, und das nicht erst seit gestern. Ich habe schon vor längerer Zeit einmal mit ihm gechattet und ihn danach gefragt, wie er es denn mit seinen Überzeugungen im rotroten Senat aushalte, worauf er meinte, es sei eine tägliche Herausforderung für ihn, seine Senatskollegen zu überzeugen, und das gelinge ihm mal mehr, mal weniger gut. Der Vorwurf, er habe als Finanzsenator in Berlin nichts bewirkt, geht völlig ins Leere. Ich würde sagen, bei den vorliegenden Rahmenbedingungen einer rotroten Senatsmehrheit hat Sarrazin das Maximum für Berlin erreicht – nur ihm war es zu verdanken, dass die Hauptstadt nicht völlig vor die Hunde ging und sogar Erfolge bei der Haushaltssanierung verbuchen konnte.

      Ich hoffe, dass nach Herrn Henkel sich weitere prominente Fürsprecher aus der Deckung wagen und Klartext reden. Es kann nicht angehen, dass existenzielle Probleme unseres Landes mit billigen und inhaltsleeren Floskeln aus der Denkschule der PC weiterhin unter den Teppich gekehrt werden. Herr Sarrazin braucht jetzt die Unterstützung des freien, des liberalen Deutschland. Das zarte Pflänzchen des Pluralismus, das durch Sarrazins – brilliantes – Interview hervorgetreten ist, darf nicht leichtfertig zertreten werden. Wegschauen ist out, Farbebekennen angesagt. Die schweigende Mehrheit muss das Sprechen lernen.

      Es ist an der Zeit, das nach links gekenterte Deutschlandschiff wieder auf einen klaren Kurs zu bringen.

    9. Malte sagt:

      Herr Sarrazin muß nicht nur sofort zurücktreten sondern er muß für seine volksverhetzenden und beleidigenden Äußerungen auch vor Gericht gestellt und verurteilt werden. So ein geistiger Brandstifter hat in der Politik und auf einem so hohen öffentlichem Posten nichts zu suchen. Das er aus der SPD ausgeschlossen werden muß steht da nur außer Frage. Dieser Mann hat nichts mehr in hohen öffentlichen Ämtern oder der Politik verloren. Er ist ein Hetzer übelster Sorte, der einen Keil zwischen die MigrantInnen und Aufnahmegesellschaft treibt. So kann niemals ein interkulturelles Miteinander enstehen, wenn Leute wie Sarrazin das gesellschaftliche Klima vergiften, indem sie mit ihren Haßtriaden und Vorturteilen ganze Bevölkerungsgruppen aufs schärfste beleigen. Wo stünde denn heute Deutschland wenn die Türken nicht angeworben wären? Die Türken haben Deutschland mitaufgebaut, man sollte ihnen ein bisschen mehr Respekt zollen, anstatt auf ihnen rumzuhacken und sie als „nutzlos“ zu betiteln. Ich verurteile Sarrazins Äußerungen auf schärfste. Ich hoffe ergebens, dass er dafür die Konsequenzen zu tragen hat. Und die bedeuten: Rücktritt von seinem Amt als Bundesbankier, Ausschluß aus der SPD und Anklage und Verurteilung wegen Volksverehtzung.

    10. Markus Hill sagt:

      Ein Beitrag aus der Welt, man staunt, wie frei Dinge mittleweile diskutiert werden, man reibt sich gerade die Augen (was wohl so ein Sarrazin-Interview so alles auslösen können, der Beitrag von Frau Röhl ist ungewöhnlich und im ganzen recht interessant zu lesen – ungewöhnliche Gedanken, auch zur Einführung einer Migrantenpartei etc.):
      „Eine eigenartige, regelrecht unheimliche Idealisierung von Menschen ihres Migrantenstatusses wegen ist en vogue, aber steht der Migration kontraproduktiv entgegen. Migranten müssen offenbar gefördert werden, aber das heißt automatisch auch, sie müssen gefordert werden und sie müssen sich fordern lassen. Es wird der falsche Karrierist unter den Migranten von der verfehlten deutschen Integrationspolitik gefordert und heraus gefordert. Die Mehrzahl der Migranten, die Integration wollen, fühlt sich selber von den Migranten gestört, die die Integration stören.“
      http://debatte.welt.de/weblogs/238/sex+macht+und+politik+mainstream+report+von+bettina+roehl/159354/thilo+sarrazin+und+die+heuchelgesellschaft
      Wenn man sich mehr auf dieser Diskussionsebene, von beiden Seiten, begegnen könnte, würde daraus bestimmt etwas sehr Konstruktives erwachsen. Nicht nur für „Transfer-City Berlin“ (Unterstellung/Vermutung).