Kindesentziehung

Kinderkommission rügt Fehler von Jugendämtern und Polizei

Die Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder im Bundestag fordert ein umfassendes Informations- und Fortbildungsangebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendamt, Polizei und Botschaften. Die Kinderkommission stellt fest, dass es häufig zu Fehlern bei der Entscheidungsfindung in den Jungendämtern komme.

Montag, 27.07.2009, 7:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 3:02 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Jedes Jahr würden in Deutschland rund 1.000 Kinder dauerhaft vermisst. In vielen Fällen handele es sich dabei um internationale Entführungen, bei denen ein Elternteil das Kind gegen den Willen des anderen ins Ausland bringt. Mit einer Mitnahme des gemeinsamen Kindes ins Ausland, soll das zurückgebliebene Elternteil vor vollendetete Tatsachen gestellt und eine Sorgerechtsentscheidung zu Gunsten des entführenden Elternteils herbeigeführt werden. Die Kindesentziehung sei dabei nicht nur ein Problem binationaler oder nichtdeutscher Familien, wie häufig angenommen, sondern komme auch immer öfter in deutschen Familien vor, betont die Kommission.

Verschwindet ein Kind spurlos, sei eine schnelle und konzentrierte Hilfe entscheidend. Viele Betroffene berichteten aber, dass es schwierig ist, zügig die wichtigsten Informationen und Unterstützung zu erhalten. Hinzu komme, dass es häufig zu Fehlern bei der Entscheidungsfindung in den Jungendämtern komme. „Dort gibt es häufig Schwierigkeiten, den Sachverhalt der Kindesentziehung vom Sachverhalt der Sorgerechtsentscheidung abzugrenzen. Das führt zu Fehlern bei der Entscheidung über die Zuständigkeit und damit zu Zeitverzögerungen“, heißt es in der Stellungnahme der Kommissionsvorsitzenden Ekin Deligöz.

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Die Kinderkommission fordert deswegen ein umfassendes Informations- und Fortbildungsangebot der zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Polizei, Jugendamt und Botschaften. Insgesamt müsse die Vernetzung und Kooperation aller involvierten Stellen insbesondere der zuständigen Ministerien verbessert werden. Zudem hält die Kinderkommission den Aufbau eines Alarmsystems für vermisste Kinder in den Mitgliedsstaaten des Haager Kinderschutzübereinkommens für notwendig.

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