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Türkische Presse Europa

14.07.2009 – Islamophobie, Böhmer, Visafreiheit

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten heute unter anderem über wirksame Methoden zur Bekämpfung der Islamophobie in Deutschland. Weitere Themen sind der Besuch der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer an der Sternenhimmel-Grundschule sowie ihr Aufruf für mehr Bildung, uvm.

Dienstag, 14.07.2009, 22:05 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 19:48 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Grünen-Gesetzesentwurf zur Lockerung der Visumspflicht wurde abgelehnt
Die ZAMAN berichtet über einen Gesetzesentwurf der Grünen-Fraktion, in der Joseph Winkler und seine Partei die Aufhebung der Visumspflicht für türkische Bürger bei kurzzeitigen Einreisen in die Bundesrepublik forderten. Darüber habe man bemängelt, dass für viele Berufsgruppen mit Ausnahme der Lkw-Fahrer eine Visafreiheit gelte und dies nicht hinnehmbar sei. Zudem müsse klargestellt werden, wer bei Gruppen wie beispielsweise Künstlern und Wissenschaftlern darüber entscheide, ob sie ein Visum benötigen.

Die Unionsparteien haben den Entwurf mit der Begründung, es könne eine Zuwanderungswelle geben, abgelehnt, so die ZAMAN. Eine Reisefreiheit könne maßgeblich negative Folgen mit sich ziehen. Die SPD unterstütze grundsätzlich das Vorhaben in großen Teilen, halte den Inhalt des Gesetzesentwurfs allerdings für schwach. So müssten die Grünen insbesondere konkreter definieren, was sie unter kurzzeitigen dienstleistenden Reisen verstehen. Während die Linkspartei die Umsetzung des Soysal-Entscheids unverzüglich fordere, sei sie gegen die Visafreiheit bei längeren Einreisen nach Deutschland. Die FDP sei der Meinung, dass es keine Visafreiheit für Touristen geben dürfe.

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Nazi-Wächter Demjanjuk soll in Deutschland verurteilt werden
Die ZAMAN berichtet über John Demjanjuk, der in der Nazi-Zeit im Konzentrationslager Sobibot im heutigen Polen als Wächter gedient habe. Er werde damit beschuldigt, bei der Ermordung von 27.900 Menschen mitgeholfen zu haben. Insgesamt seien in dem Konzentrationslager 870.000 Juden ums Leben gekommen. Laut Ärzteberichten könne der heute 89-Jährige Demjanjuk zwar vor das Gericht ziehen, eine Verhandlung müsse aber täglich zwei Mal mit 90 Minuten begrenzt sein. Demjanjuk wurde von der USA an Israel ausgeliefert und dort zur Todesstrafe verurteilt. In der Berufung wurde die Todesstrafe allerdings aufgehoben und Demjanjuk wieder zurück in die Vereinigten Staaten versandt. Der 89-Jährige bestreite die Vorwürfe und behaupte, dass er zu der Zeit sowjetischer Gefangener gewesen sei.

Der Islamophobie muss in den Medien angekämpft werden
Die ZAMAN berichtet ausführlich über die Islamophobie in Deutschland und ihr Auftreten innerhalb der Gesellschaft und führt einige Kommentare aus dem Internet auf, die die Islamophobie vor Augen führten. So könne man dieses Phänomen keinesfalls auf physische Übergriffe auf Muslime wie beispielsweise in Dresden beschränken sondern müsse auch die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Ebenen des Problems betrachten. Die Medien würden in den letzten Jahren häufig Schlagwörter wie „Ghettobildung“, „Parallelgesellschaften“, „Ehrenmorde“, „schleichende Islamisierung“ und „Terror“ mit dem Islam in Verbindung bringen und somit eine negative Atmosphäre für die Muslime in Deutschland schaffen.

Dies habe zur Folge, dass die Gesellschaft die Muslime als die „Fremden“, die „Anderen“ betrachte und diese zunehmend ausstoße und diskriminiere. Es stelle keine Seltenheit dar, wenn Muslime aufgrund ihrer Kleidung und ihrer islamischen Identität nicht bei einer Arbeit aufgenommen werden, bei der Wohnungssuche Schwierigkeiten haben und bei der Streichung von Arbeitsplätzen meist als Erste in Anbetracht gezogen werden.

Es wird aufgeführt, dass die Medien diesbezüglich eine große Verantwortung tragen. Als Beispiel wird ein Bericht der „Welt“ zu den Aussagen Aiman Mazyeks gezeigt, der von Kanzlerin Merkel die Bekämpfung der offenen sowie geheimen Islamophobie forderte. Auch die Leserkommentare, die zum Teil zitiert werden, würden offensichtlich gegen den Islam hetzen.

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