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Maria Böhmer

Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen drängt

Am Montag fand im Bundesarbeitsministerium in Berlin die Fachtagung "Brain Waste - Anerkennung gestalten" statt. Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis erörterten, wie ausländische Abschlüsse anerkannt werden können. Maria Böhmer drängte indessen auf schnellstmöglich Anerkennung.

Donnerstag, 02.07.2009, 7:06 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 06.09.2010, 0:12 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz stellte auf der Fachtagung „Brain Waste – Anerkennung gestalten“ das Eckpunktepapier „Kompetenzen wahrnehmen, anerkennen und fördern“ vor. Er fordert ein bundesweites Anerkennungsgesetz, um Anerkennungsverfahren zügig und transparent zu gestalten. Alle Zuwanderer sollten künftig einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren und Bewertung der im Ausland erworbenen beruflichen und akademischen Abschlüsse erhalten. Dies umfasse auch Teilanerkennungen und bei Vergleichbarkeit mit inländischen Qualifikationen die volle Anerkennung. Wer sich um eine Anerkennung bemühe, solle binnen drei Monaten Klarheit darüber haben, welche Qualifikation wie anerkannt werden kann.

Bundesminister Scholz erklärte: „Wir können es uns nicht leisten, die Ressourcen und Qualifikationen, die Zuwanderer aus ihren Herkunftsländern mitbringen, brach liegen zu lassen. Deutschland braucht gut qualifizierte Fachkräfte! Es darf nicht sein, dass ein Ingenieur als Taxifahrer oder eine ausgebildete Ärztin als Putzfrau arbeiten muss, weil ihre Qualifikation bei uns nicht anerkannt wird!“

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Aus Sicht des Arbeitsministers bestehe dringender Handlungsbedarf, da der demografische Wandel mittelfristig zu einem zunehmenden Fachkräftebedarf in den Unternehmen führen werde.

Schon heute leben viele Menschen im Land, der eine gesetzliche Änderung helfen wird: Rund 2,8 Mio. Migrantinnen und Migranten sind mit einem Berufsabschluss nach Deutschland zugewandert. Ungefähr 800.000 von ihnen sind Akademiker und rund 1,8 Mio. haben eine Lehre oder eine ähnliche berufsqualifizierende Ausbildung abgeschlossen. Viele von ihnen arbeiten aufgrund einer fehlenden Anerkennung ihres Berufsabschlusses in Deutschland unterhalb ihres Qualifikationsniveaus.

Bestandteile des vorgeschlagenen Verfahrens sollen eine Bewertung der ausländischen Zertifikate, die individuelle Kompetenzfeststellung sowie die formale Anerkennung sein, verbunden mit der Förderung von ergänzenden Anpassungsqualifizierungen bei Teilanerkennung.

Begleitet werden solle dieser Prozess durch eine individuelle Beratung und Coaching des Antragstellers. Der Bund solle dabei für ein verbindliches System der Qualitätssicherung und den Aufbau eines einheitlichen statistischen Monitorings verantwortlich sein, um eine bundesweite Vereinheitlichung und Standardisierung der dezentralen Anerkennungspraxis zu gewährleisten.

Maria Böhmer drängt auf schnellstmögliche Anerkennung
Am Rande einer OECD Konferenz in Paris zur Situation von Zuwanderern auf dem Arbeitsmarkt machte sich auch Maria Böhmer für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen stark und drängte, die Problematik schnellstmöglich zu Beginn der nächsten Wahlperiode anzugehen. „Eine gesetzliche Regelung für Anerkennungsverfahren muss für die nächste Bundesregierung eine vordringliche Aufgabe sein. Entsprechende Eckpunkte liegen bereits seit zwei Wochen auf dem Tisch“, erklärte Böhmer.

Mitte Juni hatte die Integrationsbeauftragte gemeinsam mit der Bundesbildungsministerin ein Eckpunktepapier vorgelegt, das auch der Bundesinnen und der Bundeswirtschaftsminister mit verfasst hatten. Die Staatsministerin verwies auf ein Bündel von Maßnahmen, das junge Migranten beim Bildungserwerb unterstützt.

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