Türkische Presse Europa

18.06.2009 – Davutoglu, Visumfreiheit, türkische Schulen

Sämtliche Europaausgaben türkischer Tageszeitungen räumen dem Besuch des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu in Deutschland breiten Raum ein. Die Visumfreiheit für türkische Staatsbürger, die Eröffnung türkischer Schulen und Integration bzw. Assimilation sind die Hauptthemen.

Donnerstag, 18.06.2009, 15:41 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 19:30 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Der türkische Außenminister in Deutschland
Die SABAH zitiert in der Schlagzeile den türkischen Außenminister, der die in Deutschland lebenden Türken auffordert, ihre politische Teilhabe in Deutschland zu erhöhen. Außerdem habe Davutoglu zugesichert, die Visumfreiheit für türkische Staatsbürger weiter zu verfolgen. In Bezug auf den Düsseldorfer Generalkonsul Hakan Kivanc, habe Davutoglu gesagt, dass er sich in Urlaub befinde und die notwendigen Ermittlungen abgeschlossen seien. Es sei unvorstellbar, dass ein Generalkonsul solche Aussagen tätige.

Laut TÜRKIYE habe Davutoglu zudem gesagt, dass die in Deutschland lebenden drei Millionen Türken für die türkische Außenpolitik eine große Bedeutung haben. Davutoglu habe dies seinem deutschen Amtskollegen Steinmeier gegenüber gesagt und außerdem die Visumproblematik, die schwierige Arbeitsmarktsituation von Türken sowie Bildungsfragen angesprochen. Davutoglu habe die Notwendigkeit türkischer Schulen bekräftigt.

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Die MILLIYET hingegen titelt: „Geht bloß nicht verloren“ und macht auf die Worte von Davutoglu aufmerksam, der die Türken aufgefordert habe, sich zu integrieren aber Abstand von Assimilation zu nehmen. In einer Veranstaltung im Türkei-Haus sei dabei aufgefallen, dass die Zahl der Teilnehmer gering gewesen ist und fast keine Frauen anwesend seien. Darauf habe Davutoglu gesagt, dass dies möglicherweise mit der Personellen Besetzung in türkischen den Migrantenorganisationen zusammenhänge. Er habe daraufhin auf die Bedeutung der Frauen im gesellschaftlichen Leben aufmerksam gemacht und die Vertreter der Migrantenorganisationen aufgefordert, Frauen nicht zu benachteiligen.

Die HÜRRIYET legt den Schwerpunkt der Berichterstattung auf die Visumfreiheit. Davutoglu habe mitgeteilt, dass die Gesetzgebung abgeschlossen sei und sie mit größter Aufmerksamkeit die praktische Umsetzung verfolgen.

Die ZAMAN konzentriert sich auf die Forderung Davutoglu’s, in Deutschland türkische Schulen zu eröffnen. Davutoglu habe auf die Bedeutung der türkischen Sprache hingewiesen und das Fehlen türkischer Schulen bedauert. Diese hätten im Laufe der Jahre durch die Initiativen der in Deutschland lebenden Türken errichtet werden müssen, sei es Mithilfe offizieller Stellen oder durch Migrantenorganisationen.

Bildungsprojekt
Unter dieser Überschrift macht die SABAH auf das Projekt „MOQA“ der Türkischen Gemeinde in Deutschland und der Föderation der Türkischen Elternvereine in Deutschland aufmerksam. Hauptziel des „MOQA“ Projektes ist es Eltern zu aktivieren, zu motivieren und zu qualifizieren, damit sie für die Bildung ihrer Kinder aktiv werden und sich kompetent für den Bildungserfolg ihrer Kinder einsetzen.

Einbürgerungskampagne in Stuttgart
Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster hat unter den Migranten seiner Stadt eine Einbürgerungskampagne gestartet. Ziel der Aktion ist es, mehr Migranten zur Übernahme der deutschen Staatsbürgerschaft zu bewegen. Im Rahmen der Kampagne wird erstmal an die 1.500 Migranten, die mehr als acht Jahre in Deutschland leben und dadurch die Voraussetzung für die deutsche Staatsbürgerschaft erfüllen, Briefe verschickt. In der ersten Runde werden nur jüngere Migranten bis 35 Jahre angeschrieben, da diese in den vergangenen Jahren deutlich mehr Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft zeigten. Im Schreiben werden die Migranten kurz über die Voraussetzungen für die Einbürgerung aufgeklärt. Die Stadtverwaltung plant langfristig, 90.000 Briefe an die Zielgruppe zu verschicken.

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