Friedrich Merz produziert nicht nur peinliche Momente. Seine Aussagen zu Migration, Syrien und Sicherheit verschieben Debatten, bedienen harte Deutungen und zeigen, dass politische Wirkung oft wichtiger ist als spätere Korrekturen.
Israels Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das die Todesstrafe für palästinensische Täter zur Regel machen soll. Nun liegt bereits eine Klage beim Obersten Gericht – und die internationale Kritik wächst rasant. Auch aus Deutschland gibt es schwere Vorwürfe.
Friedrich Merz macht Migration zum Sündenbock für Gewalt gegen Frauen. Dabei ist jede dritte Frau in Deutschland von Gewalt betroffen. Das ist kein Importproblem, sondern gesellschaftliche Realität. Von Deborah Wolf
Was als Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen begann, endete bei Friedrich Merz in einem Verweis auf Zuwanderung. Genau dieser Schwenk treibt die Kritik an: Er verschiebt den Blick von Schutzlücken und Machtverhältnissen auf Herkunft.
Bei einer Teenager-Party wird das Lied „L'Amour toujours“ von „Ausländer raus“-Rufen begleitet. Die Parolen stoßen auf Bestürzung. Die Brandenburger AfD-Landtagsfraktion sieht das anders – verharmlost und relativiert.
Ein verpatztes Casting, ein plötzlicher Medienhype, rassistische Hetze: In „Bait“ kippt die Hoffnung auf den großen Durchbruch in eine Identitätskrise. Die Serie erzählt davon klug, komisch und unangenehm nah an der Wirklichkeit. Von Philip Dethlefs
Mesut Özil war nie nur Fußballer, sondern Projektionsfläche eines Landes, das Integration feiert, solange sie gehorcht. Die neue ZDF-Doku erzählt seine Geschichte – und bleibt blind für das eigentliche Thema: Rassismus als Struktur. Von Lia Petridou
Bei einer Teenie-Party mit mehr als 100 Gästen im brandenburgischen Falkenberg grölen Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren zu „L'Amour toujours“ rassistische Parolen – ein Instagram-Video sorgt für Empörung. Der Ministerpräsident zeigt sich besorgt.
Rassismus ist in Deutschland kein Ausrutscher am Rand, sondern tief im Alltag verankert – offen, subtil und oft erschreckend selbstverständlich. Eine neue Studie zeigt, wie hartnäckig entmenschlichende Denkmuster sind und wie sehr sie Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie beschädigen. Von Martina Herzog
Die mutmaßlichen Mitglieder der rechtsextremen „Letzten Verteidigungswelle“ wollten nicht einfach Angst verbreiten, sondern mit rassistischer Gewalt gegen Asylbewerber, Migranten und politische Gegner einen „Rassenkrieg“ entfachen. Neuen Razzien zeigen, wie jung, konkret und gefährlich rechter Terror noch immer ist. Von Jacqueline Melcher