Sprachbarrieren in Kliniken sind kein Randproblem: Wenn Ärzte ihre Patienten nicht verstehen, geraten Diagnose, Behandlung und Sicherheit unter Druck. Dolmetscherdienste helfen schnell, doch sie kosten – und Standard sind sie bis heute nicht. Von Daniel Josling
Merz hat mit seiner 80-Prozent-Ansage zur Rückkehr von Syrern nicht nur eine neue Migrationsdebatte entfacht. Er liefert der AfD wieder einmal Futter – und einen neuen Benchmark für die nächste Wahl. Von Sven Bensmann
Die AfD gewinnt bei Wahlen, aber ihre eigentliche Macht wächst oft leiser: in Amtsstuben, dort wo Verwaltung zur Waffe gegen Zivilgesellschaft und Migranten wird. Die Mittel dieser Machtverschiebung sind unspektakulär. Zuständigkeiten werden neu zugeschnitten…
Und genau das macht diese Form der Politik so wirksam Von Kiflemariam Gebre Wold
Der Fall Collien Fernandes hätte eine Debatte über digitale Gewalt auslösen können. Stattdessen verschob Friedrich Merz den Fokus auf Migration – und drängte Schutz, Macht und Verantwortung an den Rand. Von Nasim Ebert-Nabavi
Aus einer Debatte über Gewalt gegen Frauen wurde bei Friedrich Merz erneut eine Debatte über Herkunft. Was seine Rhetorik über das Verhältnis des Staates zu seinen muslimischen Mitbürgern verrät. Von Mustafa Yeneroğlu
Was als Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen begann, endete bei Friedrich Merz in einem Verweis auf Zuwanderung. Genau dieser Schwenk treibt die Kritik an: Er verschiebt den Blick von Schutzlücken und Machtverhältnissen auf Herkunft.
Mit einer Gesetzesreform will Schleswig-Holstein Integration und Teilhabe erleichtern. Ziel: Migranten sollen Fachkräftemangel abfedern. SPD vermisst Verbindlichkeit. Das Gesetz sei floskelhaft.
Gregor Gysi gerät parteiintern unter Druck, weil er Antisemitismus in der Linken mit neuen Mitgliedern mit Migrationsgeschichte verknüpft. Die Kritik zielt auf ein altes Muster: gesellschaftliche Probleme werden Minderheiten zugeschoben, statt ihre tieferen Ursachen zu benennen.
Das Berliner Gesetz für mehr Teilhabe gerät unter Verfassungsverdacht, weil es Bewerber ohne Einwanderungsgeschichte benachteiligen soll. Die Justizsenatorin will das ändern. Offen bleibt die Frage, wie Bewerber mit Migrationserfahrung fair behandelt werden sollen.
Zwei neue „Tatort“-Kommissare, ein alter Reflex: Noch immer gilt es als Sensation, wenn Figuren mit Einwanderungsgeschichte einfach nur ihren Job machen. Edin Hasanovic hält der Republik damit einen Spiegel vor.