Wer aus Thüringen weggeht, den zieht es vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Sachsen. Bisher wurde der Verlust durch Zuzug auch aus dem Ausland ausgeglichen. Das ändert sich.
Der Pflegebereich wächst – aber fast ausschließlich durch ausländische Beschäftigte. In einem Engpassberuf, der Millionen Menschen versorgt, wird Migration zur Stütze des Sozialstaats.
Armut, Krieg und Inflation sind laut einer Ipsos-Umfrage die größten Sorgen der Menschen in Deutschland. Auch die Kontrolle von Einwanderung und ein Anstieg von Extremismus beschäftigen die Befragten stärker als im internationalen Durchschnitt.
Hessen erlebt erstmals einen negativen EU-Zuwanderungssaldo: Aus Polen, Rumänien und Bulgarien gehen mehr Menschen weg, als neu hinzukommen. Integrationsministerin Hofmann warnt vor Ausgrenzung – und vor einem Standortnachteil.
Eine Studie aus Schleswig-Holstein legt offen, wie stark rechte Inhalte in die Lebenswelt Jugendlicher dringen. Besonders brisant: Mehr Schüler:innen berichten von Diskriminierung. Demokratie, Vielfalt und Respekt geraten spürbar unter Druck.
68 Prozent der jüdischen Gemeinden nehmen Deutschland als unsicherer wahr. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor. Der bitterste Befund liegt im Alltag: Wer Davidstern oder Kippa verbirgt, schafft sich Schutz durch Unsichtbarkeit.
Zugewanderte starten in Deutschland oft mit besserer Gesundheit als die übrige Bevölkerung. Doch dieser Vorteil geht mit den Jahren verloren. Eine SVR-Auswertung zeigt: soziale Ungleichheit, Barrieren im Gesundheitssystem und Diskriminierung spielen eine zentrale Rolle.
Wenn es um Sozialleistungen für Zugewanderte geht, ist die Mehrheit für strengere Regeln. Bei mehr Arbeit oder Kürzungen im eigenen Sicherungssystem endet die Reformbereitschaft deutlich schneller. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.
Mehr als jede vierte Person in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Die neuen Zahlen zeigen nicht nur Vielfalt, sondern auch, wie stark Zuwanderung Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft abfedert. Von Thomas Krüger
Zehn Jahre nach 2015 spaltet die Rückkehrfrage viele Syrer in Deutschland. Eine Köchin setzt auf Wiederaufbau, ein Neurologe warnt vor Gewalt gegen Minderheiten und politischer Naivität – zwei Berliner Stimmen zwischen Hoffnung und Angst. Von Michael Brandt