Studie

Lange Asylverfahren behindern Jobintegration

Arbeiter auf der Baustelle © billjacobus1 auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Dauer des Asylverfahrens beeinflusst die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt maßgeblich. Das geht aus einer aktuellen IAB-Untersuchung hervor. Schon sechs Monate Verzögerung senke die Erfolgsquote um elf Prozent.

Längere Asylverfahren verzögern einer Untersuchung zufolge die Arbeitsmarktintegration und den Spracherwerb von Flüchtlingen. „Verlängert sich das Asylverfahren um sechs Monate, sinkt die Übergangsrate in Erwerbstätigkeit um elf Prozent“, schrieben die Arbeitsmarktforscherinnen Hanna Brenzel und Yuliya Kosyakova in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Insgesamt hatten drei Viertel der rund 5.000 befragten Flüchtlinge einen Sprachkurs begonnen oder bereits abgeschlossen.

In ihrer Studie untersuchten die Autorinnen den Zusammenhang zwischen der Dauer des Asylverfahrens und dessen Ausgang mit dem Übergang in eine Erwerbstätigkeit sowie mit dem Beginn eines Sprachkurses. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge wurden in der Analyse ebenfalls berücksichtigt.

Abschluss wichtiger als Asylverfahren

So bemühten sich Flüchtlinge aus Ländern mit guter Bleibeperspektive wie etwa Syrien ganz besonders um die Aufnahme in Sprachkurse. Der Abschluss einer solchen Schulung geht dann laut Studie wiederum mit einer doppelt so hohen Übergangsrate auf den Arbeitsmarkt einher. Für Personen aus Ländern mit geringerer Bleibeperspektive wie zum Beispiel Albanien sind Sprachkenntnisse eher unwichtig. Sie nehmen schneller eine Erwerbstätigkeit auf.

„Eventuell drängen sie schneller auf den Arbeitsmarkt, um ihre Bleibechancen zu verbessern oder aber ihre verbleibende Zeit zu nutzen, um Geld zu verdienen“, erklärten Brenzel und Kosyakova. Sowohl eine Anerkennung der Asylanträge als auch eine Duldung beschleunigten den Start eines Sprachkurses, wie die Forscherinnen mitteilten: „Wichtig scheint also der Abschluss und weniger das Ergebnis des Asylverfahrens zu sein.“ (epd/mig)

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