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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Studie

Mehr qualifizierte Migranten verlassen Deutschland

Eine neue Studie belegt: Jeder fünfte Einwanderer will nicht dauerhaft in Deutschland bleiben – viele von ihnen sind hochqualifizierte Fachkräfte. Experten warnen vor den Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt.

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Migration © Yannic Meyer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Hoch qualifizierte Migranten verlassen Deutschland einer Studie zufolge häufiger als andere Einwanderer. Akademiker wollen unter sonst gleichen Bedingungen deutlich häufiger in den nächsten fünf Jahren wieder ausreisen als geringer qualifizierte Migranten, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Die Zahl der Fortzüge von Ausländern ist der Untersuchung zufolge deutlich gestiegen: Im Jahr 2017 verließen 708.000 Migranten Deutschland, doppelt so viele wie 2012 (332.000 Ausreisen).

Fast jeder Dritte der ausreisenden Migranten lebte 2017 den Angaben nach länger als drei Jahre in Deutschland (30 Prozent). Auch die familiäre Situation spiele eine wichtige Rolle: Eltern mit mindestens zwei Kindern wollten das Land seltener verlassen, auch wenn sie keine stärkere Bindung an Deutschland hätten.

Experte warnt: Migranten halten

Sollten in der Zukunft weniger Menschen nach Deutschland kommen, könnten die Rück- oder Weiterwanderungen zum Problem werden, wie es in der Studie des Wissenschaftlers Wido Geis-Thöne heißt. „Angesichts des Fachkräftemangels muss die Migrationspolitik künftig darauf abzielen, auch die Einwandererfamilien zu unterstützen“, sagt der IW-Experte und ergänzt: Nur wenn „beide Eltern am Arbeitsmarkt und die Kinder im Bildungssystem Fuß fassen, kann es besser gelingen, Hochqualifizierte langfristig im Land zu halten.“

Deutschland ist Geis-Thöne zufolge dringend auf Einwanderung angewiesen. Der demografische Wandel sei seit Jahren auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Trotz steigender Erwerbstätigenquoten von Älteren und einer hohen Beschäftigungsdynamik von Ausländern nähmen die Engpässe in bestimmten Berufen zu. (epd/mig)

 

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