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Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Chemnitz

Ich glaube, das wär’s für heute…

Was ist da nur los in Chemnitz? Neonazis demonstrieren gegen den Tod eines „Passdeutschen“, den sie sonst wegen seiner dunklen Hautfarbe durch die Innenstadt gejagt hätten. Und sei das nicht schon merkwürdig genug… Von Stephan Anpalagan

Stephan Anpalagan, Alternative Fakten, MiGAZIN, Kolumne, AfD
Stephan Anpalagan schreibt im MiGAZIN die Kolumne "Alternative Fakten" © privat, bearb. MiG

VONStephan Anpalagan

Stephan Anpalagan ist Diplom-Theologe, Kolumnist, Unternehmensberater und Mitglied der Band microClocks. Seit vielen Jahren setzt er sich bereits in unterschiedlichen Initiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein.

DATUM30. August 2018

KOMMENTARE1

RESSORTAktuell, Meinung

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Neonazis versammeln sich vor einem Monument von Karl Marx (ausgerechnet!), um den Tod eines „Passdeutschen“ zu verurteilen. Zu einer anderen Zeit würden sie das Opfer wegen seiner dunklen Hautfarbe durch die chemnitzer Innenstadt jagen. So aber grölen Sie Naziparolen, zeigen den Hitlergruß und jagen Menschen mit dunkler Hautfarbe durch die chemnitzer Innenstadt.

Die sächsische Polizei ist wenige Tage zuvor dadurch aufgefallen, dass sie die Arbeit von Journalisten behindert und Mitarbeiter bei sich beschäftigt, die regelmäßig gegen Ausländer hetzen und beim Thema Seenotrettung „Absaufen! Absaufen!“ rufen. Aber das wiederum hat die Polizei natürlich nicht mitbekommen, sonst hätte sie sicherlich etwas dagegen unternommen *zwinkersmiley*. Jedenfalls hat die sächsische Polizei Schwierigkeiten mit Kommunikation und Mathematik. Was wohl erklärt, warum sie auch am zweiten (!) Tag der Ausschreitungen trotz aller Warnungen zu wenig Polizisten in die Gefahrenzone beordert hat.

Genau deswegen hat dieselbe Polizei dieselben Journalisten nicht vor denselben Neonazis schützen können. Aus Angst vor Leib und Leben mussten die Reporter in Chemnitz ihre Arbeit frühzeitig abbrechen, sodass öffentlich-rechtlichen Sendern nichts anderes übrig blieb, als Twitter-Videos zu veröffentlichen und die Worte „Quelle: Antifa Zeckenbiss“ oben rechts einzublenden.

Dann stellte sich auch noch heraus, dass die beiden Männergruppen nicht um eine Frau gestritten haben, sondern um Zigaretten.

Das wiederum wusste das Boulevardblatt „Bild“ nicht und hat mit ihrem ursprünglichen (falschen) Spin (wieder einmal) einen ultrarechten Narrativ bedient und den ganzen Scheiß erst in Gang gebracht.

Die Nachricht des Tages kommt von der sächsischen Polizei (bingo!): Die Nazis um Pegida-Gründer Lutz Bachmann und Pro Chemnitz haben von einem Insider innerhalb der Sicherheitsbehörden Sachsens eine vollständige Kopie des Haftbefehls des Tatverdächtigen aus Chemnitz zugespielt bekommen. Man munkelt, in der sächsischen Staatskanzlei regiert nun vollends die Panik.

Ich glaube, das wär’s für heute…

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Ein Kommentar
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  1. Lutz Grubmüller sagt:

    Nur wenn die Bundesregierung und die Länder ihr Gewaltmonopol gegen die Rechten (Populisten und das schlagende Fußvolk) voll einsetzen und dies mit einer sozialpolitischen Offensive plus politische Bildung an Schulen und vereinen etc. verbinden, kann der totale Verfall respektabler Menschlichkeit und der freiheitlichen Demokratie in unserem Land eventuell
    aufgehalten werden!



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