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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

"Abrahams Kinder"

Erste christlich-muslimische Kita startet

„Abrahams Kinder“ heißt die erste christlich-muslimische Kita, die an diesem Donnerstag offiziell eröffnet. Ab August sollen dort 17 Kinder aus christlichen und muslimischen Familien betreut werden.

Kindergarten, Malen, Kinder, Kita, Wasserfarbe
Bunt © mccheek auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die nach Angaben der Initiatoren bundesweit erste christlich-muslimische Kindertagesstätte eröffnet nach zweijähriger Planungsphase Anfang August im niedersächsischen Gifhorn. In der Einrichtung mit dem Namen „Abrahams Kinder“ gehe es darum, im Alltag kulturelle Vielfalt zu entdecken und Unterschiede genauso wie Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, sagte der Vorsitzende des Planungskomitees, Martin Wrasmann, dem „Evangelischen Pressedienst“. So sollten sich die Kinder beispielsweise nicht nur mit den unterschiedlichen religiösen Feiertagen befassen, sondern könnten auch gemeinsame Feste wie Erntedank feiern oder gemeinsame Lieder singen.

Ab August betreuen in den Räumen einer früheren katholischen Kindertagesstätte vier Erzieherinnen insgesamt 17 Kinder, die etwa zur Hälfte aus muslimischen und christlichen Familien stammen. Ein ähnliches Projekt sei bislang nur in Berlin geplant, sagte Wrasmann. Dort soll im Jahr 2021 eine christlich-jüdisch-muslimische Kindertagesstätte eröffnen. Eine feste jüdische Gemeinde, die sich ebenfalls beteiligen könnte, gebe es allerdings in Gifhorn nicht.

Zu den Trägern des Projekts zählen den Angaben zufolge die katholische Pfarrei St. Altfrid, die türkisch-islamische Gemeinde zu Gifhorn und die evangelische Dachstiftung Diakonie. Im Planungskomitee seien zudem Vertreter der Stadt, der kurdischen Gemeinde und ein Pastor der evangelischen Kirche, sagte Wrasmann. Er hoffe, dass die Kita „Abrahams Kinder“ in Gifhorn zu einem Leuchtturmprojekt wird und in den kommenden Jahren bundesweit auch andere Städte diese Idee aufgreifen. (epd/mig)

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3 Kommentare
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  1. Antoinette de Boer sagt:

    Ich freue mich sehr über die Kita-Idee “ Abrahams Kinder “ und gratuliere allen Initiatoren von Herzen ! ! !
    Ich hoffe auf viele Nachahmer quer durch unsere Republik.

    Verständnis und Toleranz muss schon bei den ganz Kleinen geweckt werden,
    darf aber auch in den weiterführenden Schulen niemals vernachlässigt werden.Einen ganz wichtigen Teil müssen aber a u c h die E l t e r n übernehmen,ohne ihre Mithilfe haben es die Lehrer sehr schwer !!

    Schliesslich wollen wir doch a l l e in Frieden und Verständnis miteinander leben !! W e m nützt schon Rechthaberei und Streit ??

  2. Ute Plass sagt:

    „Ab August betreuen in den Räumen einer früheren katholischen Kindertagesstätte vier Erzieherinnen insgesamt 17 Kinder, die etwa zur Hälfte aus muslimischen und christlichen Familien stammen.“

    Einen solchen Betreuungsschlüssel: vier Erzieher_innen für insgesamt 17 Kinder wünsche ich mir für alle Kinder-Betreuungseinrichtungen.

    @Antoinette de Boer: „Schliesslich wollen wir doch a l l e in Frieden und Verständnis miteinander leben !!“
    Ein Anliegen, das auch mir am Herzen liegt. Ob allerdings konfessionsgebundenen Einrichtungen das gelingt, hängt sehr davon ab, welches Menschenbild und welche Weltanschauung den jungen Menschen vermittelt wird?

    Dass die Einrichtung sich „Abrahams Kinder“ nennt, halte ich angesichts der Erzählung von der beabsichtigten Opferung des Kindes Isaak für nicht
    sehr geglückt.

  3. Antoinette de Boer sagt:

    Zu “ Abrahams Kindern “ gehören ganz selbstverständlich auch die Jüdischen Mitbürger und ihre Kinder !!
    Deshalb wäre es s e h r wünschenswert und klug, im Sinne eines umfassenden
    Verständnisses und gegenseitigen Repekts,wenn entsprechende Kitas noch viel häufiger eingerichtet werden könnten.



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