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Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

CDU/CSU

Fraktionschefs wollen Wertekunde-Unterricht für Flüchtlingskinder

In Deutschland sollen Flüchtlinge einen Wertekunde-Unterricht besuchen. Darauf haben sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU verständigt. Bildungsminister der Länder kritisieren den Vorstoß.

Füße, Freunde, Schuhe, Jungs, Jugendliche, Kinder
Zwei Freunde © Yasin Hassan @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU sprechen sich für die Einführung eines Werteunterrichts für Flüchtlinge aus. Das teilte die thüringische CDU-Fraktion am Dienstag zum Abschluss der Fraktionsvorsitzenden-Konferenz in Frankfurt am Main mit. In einem Beschluss zur Asyl- und Integrationspolitik heißt es, wer längere Zeit in Deutschland bleiben werde, sollte schnell integriert werden – auch „im Interesse des sozialen Friedens und des Zusammenhalts“.

Neben dem Sprachunterricht müsse dies durch die bundesweite Einführung eines Wertekunde-Unterrichts geschehen. Dabei sollten die Grundregeln des deutschen Rechtstaates vermittelt sowie Themen wie Menschenwürde, Presse- und Meinungsfreiheit, das Gewaltmonopol des Staates, die Gleichberechtigung von Mann und Frau behandelt werden.

Bildungsminister lehnen Vorstoß ab

Bei einigen Bildungsministern stößt dies laut Umfrage der „tageszeitung“  auf Ablehnung. „Der Vorschlag ist Stuss, weil es Wertevermittlung bereits an unseren Schulen gibt“, sagte der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) dem Blatt. Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sagte, es sei keine Veränderung nötig. Eine Wertevermittlung erfolge bereits im Rahmen des Unterrichts im Fach Deutsch als Zweitsprache und später im Regelunterricht „wie bei jedem anderen Schüler gemäß den Lehrplänen der betreffenden verschiedenen Fächer“.

In Deutschland leben dem Bericht zufolge etwa 264.000 schulpflichtige Kinder von Schutzsuchenden. Für ihre Beschulung sind die Bundesländer zuständig. (epd/mig)

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