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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

EU-Vergleich

Deutschland gewährt den meisten Flüchtlingen Schutz

60 Prozent aller positiven Asyl-Entscheidungen innerhalb der EU entfielen im vergangenen Jahr auf Deutschland. Das teilt die EU-Statistikbehörde mit. Es Folgen Frankreich, Italien und Österreich.

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Flüchtlinge am Münchener Hauptbahnhof

Deutschland gewährt im EU-weiten Vergleich mit Abstand den meisten Flüchtlingen Schutz. 2017 wurde hierzulande 325.400 Personen ein Schutzstatus zugesprochen, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Das seien mehr als 60 Prozent der in der Europäischen Union getroffenen positiven Entscheidungen. Auf den weiteren Plätzen des Rankings liegen Frankreich (40.600), Italien (35.100), Österreich (34.000) und Schweden (31.200). Insgesamt erkannten die 28 EU-Staaten rund 538.000 Asylbewerber als schutzberechtigt an.

Das entspricht einem Rückgang um fast 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2016, hieß es. Zusätzlich nahmen die EU-Mitgliedstaaten fast 24.000 umgesiedelte Flüchtlinge auf.

Von den betroffenen Personen erhielten 271.600 den Flüchtlingsstatus (50 Prozent aller positiven Entscheidungen), 189.000 subsidiären Schutz (35 Prozent) und 77.500 eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen (14 Prozent).

Syrer größte Gruppe

Die größte Gruppe waren weiterhin Syrer mit 175.800 Personen oder 33 Prozent aller anerkannt Schutzberechtigten. Darauf folgten Afghanen (100.700, 19 Prozent) und Iraker (64.300, 12 Prozent).

Die Anerkennungsraten fielen je nach Staatsangehörigkeit sehr unterschiedlich aus, erklärten die Statistiker. In Deutschland betrug die Anerkennungsrate in der ersten Instanz insgesamt 50 Prozent, bei Verfahren über den Flüchtlingsstatus und den subsidiären Schutz 42 Prozent. Im EU-Durchschnitt lagen diese Werte bei 46 beziehungsweise 39 Prozent. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Katrin A. sagt:

    Jede Statistik ist für die eigenen Aussagen und Absichten auslegbar.

    Wenn man diese Zahlen tatsächlich korrekt/objektiv betrachten würde, müsste man die keine absoluten Zahlen nehmen, sondern den %-Anteil an der Einwohnerzahl.
    Konkret: 325 000 Asylbescheide auf 80Mio Einwohner in der BRD = 0,4%
    zum Vergleich: Schweden 31 200 Asylbescheide auf 10Mio Einwohner = 0,3%.
    Das heisst Schweden hat bezogen auf die Einwohnerzahl die gleiche Aufnahmegröße…und dann bleiben wir insgesamt mal auf dem Teppich, was das Geschrei über zuviel Zuzug angeht.
    Ich ärgere mich immer wieder sehr über die Lügen mit Statistik und den Verlust des gesunden Menschenverstandes bei uns!



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