EU-Vergleich

Deutschland gewährt den meisten Flüchtlingen Schutz

60 Prozent aller positiven Asyl-Entscheidungen innerhalb der EU entfielen im vergangenen Jahr auf Deutschland. Das teilt die EU-Statistikbehörde mit. Es Folgen Frankreich, Italien und Österreich.

Deutschland gewährt im EU-weiten Vergleich mit Abstand den meisten Flüchtlingen Schutz. 2017 wurde hierzulande 325.400 Personen ein Schutzstatus zugesprochen, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Brüssel mitteilte [1]. Das seien mehr als 60 Prozent der in der Europäischen Union getroffenen positiven Entscheidungen. Auf den weiteren Plätzen des Rankings liegen Frankreich (40.600), Italien (35.100), Österreich (34.000) und Schweden (31.200). Insgesamt erkannten die 28 EU-Staaten rund 538.000 Asylbewerber als schutzberechtigt an.

Das entspricht einem Rückgang um fast 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2016, hieß es. Zusätzlich nahmen die EU-Mitgliedstaaten fast 24.000 umgesiedelte Flüchtlinge auf.

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Von den betroffenen Personen erhielten 271.600 den Flüchtlingsstatus (50 Prozent aller positiven Entscheidungen), 189.000 subsidiären Schutz (35 Prozent) und 77.500 eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen (14 Prozent).

Syrer größte Gruppe

Die größte Gruppe waren weiterhin Syrer mit 175.800 Personen oder 33 Prozent aller anerkannt Schutzberechtigten. Darauf folgten Afghanen (100.700, 19 Prozent) und Iraker (64.300, 12 Prozent).

Die Anerkennungsraten fielen je nach Staatsangehörigkeit sehr unterschiedlich aus, erklärten die Statistiker. In Deutschland betrug die Anerkennungsrate in der ersten Instanz insgesamt 50 Prozent, bei Verfahren über den Flüchtlingsstatus und den subsidiären Schutz 42 Prozent. Im EU-Durchschnitt lagen diese Werte bei 46 beziehungsweise 39 Prozent. (epd/mig)