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Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Angriff mit Luftgewehr

Muslime beklagen zunehmende Angriffe auf Moscheen

Immer mehr Moscheen werden Ziel islamfeindlicher Angriffe. Viele Muslime sind verunsichert. ZMD-Vorsitzender Mazyek fordert die Politik auf, mehr für die Sicherheit zu tun.

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Moscheekuppel bei Sonnenuntergang (Symbolfoto) © saaleha @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland beklagt eine Zunahme von Angriffen auf Moscheen im Land. Beinahe jede Woche gebe es neue Übergriffe, viele Muslime seien verunsichert, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag in Berlin. Er forderte den Staat auf, die Bürger zu schützen.

Konkret bezog sich Mazyek auf einen Angriff auf ein islamisches Kulturzentrum in Halle am vergangenen Freitag. Die Mitgliedsmoschee des Zentralrates wurde offenbar mit einem Luftgewehr beschossen. Ein 34 Jahre alter Syrer wurde dabei leicht an der Hand verletzt, als ein Projektil von der Wand abprallte.

Anhaltende Schikanen

Das Kulturzentrum soll den Angaben zufolge schon häufiger Zielscheibe von islamfeindlichen Angriffen gewesen sein. Zudem beklage die Moscheegemeinde anhaltende Schikanen. So würden Wände beschmiert, die Muslime mit bewusstem Lärm beim Gebet gestört und auch Böller in eine Gruppe von Betenden geworfen.

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt müsse für die Sicherheit der Moscheegemeinde in Halle und der in Sachsen-Anhalt lebenden Muslime sorgen, forderte der Zentralrat. Auf dem Spiel stehe „das Menschenrecht der Freiheit der Religionsausübung“ und alle demokratischen Kräfte müssten sich zusammentun, um diesen Angriffen entgegenzutreten, sagte Mazyek. (epd/mig)

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