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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Bundesagentur

Viele Flüchtlinge in Sprachkursen oder in Berufsvorbereitung

Die Zahl der Flüchtlinge, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, ist gestiegen. Für die Bundesagentur kommt der Anstieg nicht überraschend. Viele Flüchtlinge werden auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.

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Agentur für Arbeit © Patrick Jedamzik @ flickr.com (CC 2.0)

Die Zahl der Flüchtlinge, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, ist einem Medienbericht erwartungsgemäß gestiegen. Im September vergangenen Jahres stammte fast jedes sechste Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft aus einem der acht wichtigsten Asylherkunftsländer, berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, die den Redaktionen vorliegen. Bei der Herkunftsländern handelt es sich um Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Iran, Pakistan, Somalia und Nigeria.

Der Statistik zufolge bezogen im September 936.407 Männer, Frauen und Kinder aus den genannten Ländern Hartz-IV-Leistungen. Im Vergleichsmonat des Vorjahres waren es 565.480 gewesen. Das entspricht einem Anstieg um gut 65 Prozent innerhalb eines Jahres. Die meisten, die in diesen Zahlen erfasst sind, dürften 2015 und danach als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein. Die Statistik umfasst aber auch Menschen, die bereits länger hier leben.

Bundesagentur: Anstieg nicht überraschend

Für die Bundesagentur kommt der Anstieg der Hartz-IV-Zahlen bei Flüchtlingen nicht überraschend. „Dass nach Abschluss der Verfahren deutlich mehr Menschen aus den wichtigsten Herkunftsländern auf Leistungen angewiesen sein würden, war zu erwarten“, sagte eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks: „Aus Sicht der Bundesagentur ist es eine gute Nachricht, dass jetzt viele Flüchtlinge mit Schutzstatus offiziell bei den Jobcentern gemeldet sind.“ Sie könnten nun gezielt gefördert und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Viele Schutzbedürftige machten aktuell Sprachkurse oder befänden sich in Maßnahmen der Berufsvorbereitung.

Ohne den Flüchtlingszug wäre die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zuletzt gesunken. Im September 2017 gab es 6,06 Millionen Leistungsbezieher, 144.307 mehr als im Vorjahresmonat. (epd/mig)

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