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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Statistik

Weiter Nachteile für Menschen mit Migrationshintergrund

Migranten unterscheiden sich in der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt und beim Einkommen weiterhin deutlich von Menschen ohne Migrationshintergrund. Laut Statistischem Bundesamt bestehen bei zentralen Integrationsindikatoren Unterschiede seit 2005 unverändert fort.

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Menschen © János Balázs @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

In der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt und beim Einkommen haben Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland weiterhin mit Nachteilen zu kämpfen. Bei einigen zentralen Integrationsindikatoren bestünden die Unterschiede zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund seit 2005 unverändert fort, erklärte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Donnerstag. Dazu zählt etwa der Anteil junger Menschen ohne Schulabschluss.

Im langfristigen Vergleich zeigten sich hier bei den 18- bis 24-Jährigen „recht stabile Unterschiede“, hieß es. Ohne Migrationshintergrund habe der Wert von 2005 bis 2016 durchgehend bei etwa vier Prozent gelegen. Bei den Personen mit Migrationshintergrund sei der Anteil zwischen 2005 und 2011 von 10,6 Prozent zunächst auf 8,3 Prozent zurückgegangen, bis 2016 aber wieder auf 12,1 Prozent gestiegen. Dabei sei dieser Anstieg auf die vermehrte Zuwanderung von Menschen mit geringem Bildungsstand zurückzuführen. Bei den in Deutschland geborenen Menschen mit Migrationshintergrund sei der Anteil hingegen weitgehend konstant geblieben (6,7 Prozent im Jahr 2016).

Bei einen Kernindikator im Bereich Arbeitsmarktbeteiligung, dem Anteil der Erwerbslosen in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen, hätten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund von der konjunkturellen Entwicklung profitiert, mit Migrationshintergrund seien die Arbeitsmarktchancen jedoch nach wie vor schlechter. In der Gruppe mit Migrationshintergrund ging demnach der Anteil der Erwerbslosen von 17,9 auf 7,1 Prozent zurück, bei den Personen ohne Migrationshintergrund von 9,8 auf 3,4 Prozent.

Anteil der armutsgefährdeten Erwerbstätigen unverändert

Beim Kernindikator der „Working Poor“ im Bereich Einkommen, dem Anteil der armutsgefährdeten Erwerbstätigen an allen Erwerbstätigen, gab es der Statistik zufolge praktisch keine Veränderungen. Er lag 2016 für die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bei 6,2 Prozent, für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 13,6 Prozent.

Andere Integrationsindikatoren deuten den Zahlen nach hingegen darauf hin, dass sich Nachteile bei Menschen mit Migrationshintergrund seit 2005 verringert haben. Hier führt das Bundesamt als Beispiel den Anteil junger Menschen im Alter von 25 bis 34 Jahren mit Hochschulabschluss an. Dieser sei in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund seit 2005 deutlich gestiegen. Im Jahr 2016 habe es bei diesem Indikator keinen Unterschied mehr zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund gegeben: Bei beiden lag er bei 26,1 Prozent. (epd/mig)

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