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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

DIW-Chef

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge bekommt Arbeit

Innerhalb der nächsten fünf Jahre, wird nach Überzeugung des Wirtschaftsexperten Marcel Fratzschner mindestens jeder zweite Flüchtling in den Arbeitsmarkt integriert sein. Die Integration sei zunächst eine Herausforderung, langfristig biete sie jedoch eine Perspektive.

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Arbeiter auf der Baustelle © billjacobus1 auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, ist von einer erfolgreichen Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt überzeugt. „Ich bin optimistisch, dass mehr als 50 Prozent der Geflohenen in den nächsten fünf Jahren Arbeit haben werden“, sagte der DIW-Präsident dem Berliner Tagesspiegel. Die Firmen suchten händeringend Arbeitskräfte, „wir haben über eine Million offene Jobs in Deutschland, und der Bedarf an Arbeitskräften wird durch die demografische Wende in Deutschland noch deutlich zunehmen“, betonte der Ökonom.

Behauptungen, die Mehrzahl der Flüchtlinge sei schlecht qualifiziert, wies Fratzscher unter Berufung auf DIW-eigene Untersuchungen zurück. „Nach den Zahlen unseres sozio-oekonomischen Panels haben 36 Prozent der Geflüchteten keinen Schulabschluss, 64 Prozent geben aber an, einen mittleren oder weiterführenden Schulabschluss zu besitzen“, sagte der DIW-Chef.

Zwar sei die Integration der Flüchtlinge in den ersten Jahren „eine riesige Herausforderung“ und koste viel Geld. Dennoch dürfe man die langfristige Perspektive nicht aus den Augen verlieren. „Je klüger und mehr in diese Integration heute investiert wird, desto schneller können die Geflüchteten bei uns Fuß fassen und einen wirtschaftlichen Beitrag leisten“, sagte Fratzscher. (epd/mig)

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