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Migration und Integration in Deutschland

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Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

Religionsmonitor 2017

Wie aus Fakten Fake wird, wenn die Zahlen nicht schmecken

Lügenwissenschaft-Rufe sind nicht weit von Lügenpresse entfernt. Medien und Wissenschaftsinstitute können schnell in Ungnade fallen, sobald Ergebnisse nicht das Weltbild der Leser bestätigen. So geschehen in der Religionsmonitorstudie 2017.

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Sais Rezek © Privat, bearb. MiG

VONSaid Rezek

Said Rezek ist Student der NRW School of Governance und beschäftigt sich mit Fragen der Einwanderungsgesellschaft. 2015 erhielt er die Auszeichnung der Akademischen Arbeit des Jahres. Mehr von Said Rezek auf Facebook und auf said-rezek.de.

DATUM25. August 2017

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RESSORTAktuell, Meinung

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Zunächst einmal die guten Nachrichten. Die Religionsmonitor-Studie 2017 stellt eine positive Arbeitsmarktintegration in Deutschland lebender Muslime fest. Die Erwerbsbeteiligung von Muslimen unterscheidet sich nicht vom Bundesschnitt. Außerdem gehören Freundschaften zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zur gelebten Realität. 84 Prozent der in Deutschland geborenen Muslime verbringen ihre Freizeit mit Nichtmuslimen. Soweit, so gut.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Studie werden in den Kommentarspalten von nicht wenigen die Studienergebnisse angezweifelt. Der Zuspruch ist groß. Frei nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Zu lesen sind Sätze wie „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Alternativ wird die Bertelsmann-Stiftung als Herausgeber der Studie, mit einem Wort als „Märchenerzähler“ abgekanzelt. Soweit, so schlecht.

Fake-Wissenschaft

Bei negativen Integrationsergebnissen, wäre die Studie von den gleichen Personen höchstwahrscheinlich bejubelt worden, ohne die Studienergebnisse auch nur ansatzweise anzuzweifeln. Frei nach Motto: „Wir haben es schon immer gewusst!“

Die Reaktionen zeigen einmal mehr, dass manche Menschen mit Fakten nicht überzeugt werden können. Vor allem zeigt es, dass mit Fake-News oder Fake-Wissenschaft nicht unbedingt faktisch falsche Informationen gemeint sind, sondern Ergebnisse, die die eigene Meinung nicht bestätigen.

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2 Kommentare
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  1. Antoinette de Boer sagt:

    Das ist eine sehr interessante Beobachtung,die ich zum Teil auch gemacht habe:Menschen mit von vornherein vorgefassten Meinungen wollen sich eigentlich immer nur bestätigt sehen.Das kann man sehr gut in verschiedenen Medien an den Kommentaren ablesen.Diese Menschen diskutieren nicht,schlimmstenfalls beschimpfen sie den Anderen – das ist eine ganz traurige Entwicklung und führt zu garnichts ! Wir alle brauchen eine gute Streitkultur. Dieses zu lernen,braucht ein aufgeschlossenes Elternhaus,einen guten Kindergarten und gute Lehrer,vor allem schon in der Grundschule !

  2. Ochljuff sagt:

    Der Befund mag stimmen.

    Das Beispiel der Bertelsmannstiftung, die hingegen häufig interessensgeleitet forscht/publiziert, ist dennoch nicht ideal, da auch die Kritik an dieser, wenn sie einem nicht in den Kram passt, nicht ganz von der Hand zu weisen ist – im Grundsatz.
    So ist heute ebenso in den Nachrichten der Verweis, dass Finanzierung kostenloser Kitaplätze nicht vorgenommen werden solle (O-Ton einer anderen Bertelsmannstiftungsstudie), was auch in vielen Medien so wiedergegeben wird. Ein solcher Schluss ist aber zumindest höchst fraglich, wenn bedacht wird, dass Bertelsmann einer der größten privaten Bildungsanbieter ist und mit (kostenpflichtigen!) Bildungsangeboten einen Haufen Geld verdient. Daher sind „Studien“, die die Bertelsmannstiftung hier anbietet (pro Gebühren in Kita, Hochschule o.a., damit keine kostenlose Konkurrenz durch den Staat entsteht) mindestens mit großen Misstrauen z.K. zu nehmen.

    Objektive Forschung ist etwas anderes, hier sollte vlt. der Staat mehr Mittel für Wissenschaft ausgeben, anstatt dies von Lobbyvereinen vornehmen zu lassen.



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