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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Nach Charlottesville

Streit um Erinnerungskultur in den USA

In den USA gibt es erbitterten Streit über den Umgang mit Denkmälern für Südstaatler. Viele Amerikaner sehen in den Monumenten rassistische Symbole, US-Präsident Trump spricht von „wunderschönen Statuen“. Von Konrad Ege

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USA © cloudbuilding @ flickr.com (CC2.0), barb. MiG

Auch US-Präsident Donald Trump hat sich in den Streit über den Umgang mit Denkmälern zu Ehren von Offizieren und Politikern der Südstaaten im Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 eingeschaltet. Es sei traurig, wenn man Geschichte und Kultur auseinanderreiße „durch Entfernung dieser wunderschönen Statuen“, erklärte er. Mit dieser Ansicht ist der US-Präsident, der derzeit wegen seiner Äußerungen zu den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville in der Kritik steht, nicht allein.

In den USA gibt es Hunderte Denkmäler, die an Soldaten und Anführer der konföderierten Südstaaten erinnern, die damals für die Unabhängigkeit von Washington und die Beibehaltung der Sklaverei kämpften. Die Bürgerrechtsorganisation „Southern Poverty Law Center“ hat mehr als 700 solcher Monumente gezählt. Viele von ihnen stehen in den südlichen Staaten Georgia, Virginia und North Carolina, die bedeutende Schauplätze des Bürgerkrieges waren.

Die rassistischen Symbole müssten weg, fordern Aktivisten der Bewegung „Black Lives Matter“. Die meisten Monumente wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Es war eine Zeit der „extremen Rassengewalt“, als Weiße sich gegen die Gleichberechtigung Schwarzer nach dem Bürgerkrieg stemmten, wie die Historikerin Karen Cox von der Universität von North Carolina urteilt.

Eskalation bei Demonstration

In der Universitätsstadt Charlottesville in Virginia hatte der Stadtrat die Entfernung einer Statue von General Robert E. Lee angeordnet, der im Bürgerkrieg die Südstaaten angeführt hatte. Dagegen protestierten am vergangenen Wochenende Anhänger der rechtsextremen Terrororganisation Ku-Klux-Klan und Neonazis. Zahlreiche Menschen wurden bei Zusammenstößen der Rechtsextremisten mit Gegendemonstranten verletzt. Eine 32-jährige Frau kam ums Leben, als ein Pkw offenbar gezielt in Gegendemonstranten raste.

Auch die Bürgermeisterin von Baltimore im Bundesstaat Maryland, Catherine Pugh, ließ vor wenigen Tagen vier überlebensgroße Konföderierten-Statuen entfernen, darunter eine von General Robert E. Lee. Die Bauarbeiter kamen mit Kran und Schwertransporter in der Nacht, um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Der Stadtrat hatte zuvor den Abbau einstimmig beschlossen.

Mehrheit für Verbleib der Denkmäler

Die frühere Präsidentin des Maryland-Ablegers des Erinnerungsverbandes „Vereinigte Töchter der Konföderation“, Carolyn Billups, sagte der Zeitung Baltimore Sun, der Abbau der Denkmäler sei sehr traurig, doch wenigsten seien die Monumente nicht von „wütenden Meuten“ abgerissen worden. Billups‘ Ur-Ur-Großvater kämpfte in Virginia für die Südstaaten.

Auch in New Orleans sind Statuen entfernt worden. In Durham in North Carolina rissen Demonstranten eine Soldatenstatue vom Sockel. Doch auch Gegner einer verherrlichenden Erinnerungskultur sind unterschiedlicher Meinung zum Umgang mit den Monumenten. In einer Umfrage des öffentlichen Rundfunksenders NPR erklärten 62 Prozent der Befragten, die Denkmäler sollten als historische Symbole bleiben.

Gespalten: Abriss oder Mahnmal?

Der Bürgermeister von Charlottesville, Michael Signer, Demokrat und scharfer Trump-Kritiker, sprach sich in der Washington Post gegen den Abriss aus. Vielmehr solle die Lee-Statue als Mahnmal dafür bleiben, „dass viele Amerikaner einmal wie Besitz behandelt wurden“. Er wünsche sich einen Park, in dem die Statue umgeben wird von „prachtvollen Ausstellungen zur Feier der Erfolge der Bürgerrechtsbewegung“.

Der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, ebenfalls Demokrat, ist hingegen für den Abriss der Denkmäler. Die Statuen gehörten nicht an öffentliche Orte, sondern in Museen, denn sie seien eine „Barriere für Fortschritt, Inklusion und Gleichberechtigung“. Die gewaltsamen Zusammenstöße in Charlottesville hätten gezeigt, dass sich an den Statuen Hass und Gewalt entzünden könnten. (epd/mig)

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