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Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Flugticket nach Kabul

CSU-Politiker Herrmann zum „Abschiebeminister 2017“ gewählt

Jugendliche ohne Grenzen wählten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum „Abschiebeminister des Jahres“. Den Negativ-Preis in Form eines Koffers nahm der Minister nicht persönlich entgegen. Darin war ein für Herrmann ausgestellter Flugticket nach Kabul.

CSU-Slogan: Wer betrügt, der fliegt. © MiGAZIN
CSU-Slogan: Wer betrügt, der fliegt. © MiGAZIN

Die Flüchtlingsvereinigung „Jugendliche ohne Grenzen“  (JOG) hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum „Abschiebeminister des Jahres“ gewählt. Der CSU-Politiker erhielt bei der Wahl gut 46 Prozent der Stimmen, wie die Vereinigung vergangene Woche mitteilte. Auf Platz zwei kam Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) mit 30 Prozent vor seinem nordrhein-westfälischen Kollegen Ralf Jäger (SPD) mit 16,5 Prozent.

Der Negativpreis für Herrmann sei mehr als verdient, sagte der JOG-Sprecher, Nelli Foumba Soumaoro. Herrmann setze sich für Sammelabschiebungen in den Irak ein. Zudem würden in mehreren bayerischen Städten Flüchtlinge in Ausreiseeinrichtungen gezwungen und Jugendliche vom Regelschulbesuch abgehalten.

JOG überreichen Herrmann Flugticket nach Kabul

Bei der Übergabe des Preises reisten fünf JOG-Vertreter zu Joachim Herrmann. Der Minister habe den Preis nicht selber entgegengenommen, dafür aber ein Vertreter. Überreicht wurde ihm ein Koffer. Darin war unter anderem ein Flugticket nach Kabul. „Der Koffer als Preis sthet symbolisch für die Situation so vieler geflüchteter Menschen, unter anderem viele Mitglieder von JOG, die hier in Deutschland sozusagen auf gepackten Koffern sitzten und nie wissen ob sie eine Zukunft in Deutschland haben“, so die Initiative.

„Jugendliche ohne Grenzen“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss junger Flüchtlinge. Die Vereinigung wurde 2005 gegründet und tritt nach eigenen Angaben gegen Diskriminierung und Rassismus ein. (epd/mig)

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