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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Özoğuz

Flüchtlingsfrauen schützen und stärken

Fast ein Drittel der Flüchtlinge sind Frauen. Viele von ihnen haben Gewalt auf der Flucht erfahren und sind häufig traumatisiert. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung fordert mehr Schutz für die Betroffenen.

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Eine traurige Frau (Symbolfoto) © ukg.photographer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Auf die besondere Schutzbedürftigkeit geflüchteter Frauen hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), anlässlich des Internationalen Frauentags am Mittwoch aufmerksam gemacht. Die Frauen kämen zum Teil mit „schrecklichen Erfahrungen“ nach Deutschland, sagte Özoğuz am Dienstag in Berlin. Viele hätten Gewalt in der Heimat, auf der Flucht oder nach ihrer Ankunft erfahren. Deshalb müsse der Schutz der Frauen und ihr Wissen über ihre Rechte in Deutschland gestärkt werden.

Fast ein Drittel der Flüchtlinge sind Özoğuz zufolge Frauen. Viele fühlten sich unsicher und litten unter den Lebensbedingungen in den Massenunterkünften. Deshalb unterstütze sie Projekte, die Frauen über ihre Rechte, über Schutzräume und Therapieangebote informierten.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), der unter anderem die Diakonie Deutschland und die Caritas angehören, bietet bundesweit mehr als 100 einzelne Projekte an, die geflüchtete Frauen beispielsweise bei der Wohnungs- und Jobsuche oder in der Gesundheitsvorsorge unterstützen. Die Projekte wollten das Selbstbewusstsein der Frauen stärken und sie selbstständiger machen, sagte Andrea Schlenker vom Deutschen Caritasverband.

Vorbildprojekte: DaMigra und MiMi

Wie Migrantinnen mit einer ähnlichen Lebenserfahrungen den geflüchteten Frauen das Ankommen erleichtern können, zeigt das Projekt MUT des Dachverbands der Migrantinnenorganisationen DaMigra. An zehn Standorten bundesweit unterstützt MUT in Kursen die Selbstständigkeit von Flüchtlingsfrauen – etwa mit Schwimm- und Fahrradkursen und Workshops zu Menschen- und Frauenrechten.

Ein ähnliches Konzept verfolgt das Projekt MiMi, „Mit Migranten für Migranten“. Das Projekt will über positive Migrationserfahrungen die neu angekommenen Frauen unterstützen. Zudem bildet es MiMi-Mediatorinnen aus.

Männer zeigen Interesse an dem Thema

Eine von ihnen ist Naska Rahman. Die Alleinerziehende kam 2000 aus dem Irak nach Deutschland, machte eine Ausbildung zur Erzieherin und studierte danach. Heute klärt sie in den Flüchtlingsunterkünften Neuangekommene über ihre Rechten als Frauen auf.

Dabei zeigten oft auch Männer Interesse an dem Thema, berichtete Rahman. MiMi reagierte darauf: Laut Projektleiter Ramazan Salman gibt es mittlerweile auch einen Kurs für männliche Flüchtlinge zum Thema Gleichberechtigung. (epd/mig)

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