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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Novum

Deutschland eröffnet Beratungszentrum für Rückkehrer in Tunesien

Erstmals wurde im Ausland ein von Deutschland unterstütztes Beratungszentrum für Rückkehrer errichtet. Sie wurde in Tunis eröffnet und soll Tunesier ohne Bleibeperspektive in Deutschland in ihrem Heimatland integrieren.

Tunesien, Flagge, Fahne, Land, Tunis
Die tunesische Flagge © Tarek @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat am Freitag in Tunis, der Hauptstadt Tunesiens, ein Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration eröffnet. „Menschen ohne Bleibeperspektive in Deutschland bekommen eine Chance in ihrer Heimat“, erklärte Müller. Mit beruflicher und sozialer Reintegration müsse keiner als Verlierer zurückkehren.

Demnach ist es das erste von Deutschland unterstützte Zentrum dieser Art in Nordafrika. In der Einrichtung will man Ausbildungsplätze und Jobs vermitteln sowie Unternehmensgründungen fördern. Müller plädierte in diesem Zusammenhang für eine volle wirtschaftliche Integration der Region mit Europa. „Das Mittelmeer trennt uns nicht, es verbindet uns“, sagte der Entwicklungsminister.

Zentrum soll über Migrationsgefahr informieren

Laut Ministerium soll das Zentrum noch in diesem Jahr rund 2.000 Tunesier beraten. Zudem sollen die laufenden Projekte der deutsch-tunesischen Entwicklungszusammenarbeit gezielt für Rückkehrer geöffnet und ausgebaut werden. Neben der Beratung zu Chancen im Heimatland soll in dem Zentrum auch über die Gefahren der irregulären Migration informiert werden.

Der Besuch in Tunis fand zum Abschluss einer Reise des Entwicklungsministers nach Burkina Faso und die Elfenbeinküste statt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte am Freitag Tunesien. Bei den politischen Gesprächen sollte es unter anderem um Migrationsprobleme, die Lage in Libyen sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen. (epd/mig)

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