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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Mittelmeer

Immer mehr Flüchtlingskinder ertinken bei der Flucht

Schätzungen zufolge sind allein im laufenden Jahr mindestens 600 Kinder und Jugendliche im Mittelmeer ertrunken. Im gesamten Vorjahr wurden 500 tote Flüchtlingskinder gezählt. Die Kinderhilfsorganisation „Save the Childreen“ schlägt Alarm und dringt auf verstärkten Schutz.

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Rettungsaktion am Mittelmeer (Symbolfoto) © Noborder Network @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Seit Jahresbeginn sind nach Schätzungen von „Save the Children“ mindestens 600 Kinder und Jugendliche bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Damit sei die Gesamtzahl minderjähriger Todesopfer von 500 vom vergangenen Jahr bereits innerhalb der ersten neun Monate überschritten worden, wie die Kinderhilfsorganisation am Freitag in Rom mitteilte.

Unter den Flüchtlingen, die über das südliche Mittelmeer Italien erreichen, seien immer mehr Kinder und Jugendliche. So stellten Minderjährige knapp 30 Prozent der 300.000 seit Januar in Italien registrierten Migranten. Knapp zwei Drittel treten die Reise den Angaben zufolge ohne Begleitung an. „Unter all jenen, die sich auf die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer machen, sind Kinder am meisten gefährdet, besonders dann, wenn sie allein sind“, beklagte der Generaldirektor von „Save the Children“ in Italien, Valerio Neri.

Das Hilfswerk dringt auf verstärkten Schutz für Flüchtlingskinder. Nur wenn Minderjährige durch Familienzusammenführung und humanitäre Korridore auf sicherem Weg nach Europa gelangen könnten, ließen sich die Gefahren der Mittemeerüberfahrt vermeiden. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die Italien in diesem Jahr erreichten, stammen laut der Kinderhilfsorganisation aus Eritrea, Ägypten, Gambia, Nigeria, Guinea und Somalia. (epd/mig)

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