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Migration und Integration in Deutschland

Der große Wert der Ausländerbeschäftigung liegt darin, dass wir hiermit über ein mobiles Arbeitskräftepotential verfügen. Es wäre gefährlich, diese Mobilität durch eine Ansiedlungspolitik größeren Stils einzuschränken.

Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

"Unfassbar unsensibel"

Minderjährige Flüchtlinge müssen Anhörung ihrer Eltern mit anhören

Über 300.000 minderjährige Flüchtlinge halten sich in Deutschland auf, jeder Dritte ist unter sechs Jahren. Die Grünen kritisieren die Bundesregierung für ihren Umgang mit den Kindern als „unfassbar unsensibel“.

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Kinder © Pink Sherbet Photography auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

In Deutschland halten sich einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 300.000 minderjährige Flüchtlinge auf. Über 100.000 von ihnen seien jünger als sechs Jahre, melden die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das gehe aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Dem Bericht zufolge sind rund 46.200 geflüchtete Kinder zwischen null und zwei Jahren alt, etwa 55.500 Kinder zwischen drei und fünf Jahren alt. In Nordrhein-Westfalen leben demnach mit etwa 76.100 die meisten minderjährigen Flüchtlinge, gefolgt von Baden-Württemberg (38.800), Bayern (35.400) und Niedersachsen (33.000). Die jungen Flüchtlinge kämen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, hieß es weiter. Nicht gezählt würden in dieser Statistik die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.

Grüne: „Unfassbar unsensibel“

Die Grünen kritisierten die Bundesregierung für ihren Umgang mit den Flüchtlingskindern. Unter anderem stehe während der Anhörung der Eltern beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge keine Kinderbetreuung zur Verfügung steht, beklagte die familienpolitische Sprecherin Franziska Brantner. „Diese Haltung ist unfassbar unsensibel“, sagte Brantner den Funke-Zeitungen.

Es werde in Kauf genommen, „dass ohnehin schon traumatisierte Kinder die oftmals schrecklichen Schilderungen ihrer Eltern mit anhören müssen – oder, dass die Eltern aus Rücksicht auf ihre Kinder bei Befragungen zu Gräueltaten schweigen“. (epd/mig)

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