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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Gewerkschaften fordern

Arbeitgeber müssen viel mehr Flüchltinge einstellen

Arbeitgeber fordern eine vollständige Aufhebung des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit für Flüchtlinge. Die Gewerkschaften wiederum nehmen Unternehmen in die Pflicht. Sie müssten noch viel mehr tun. Bisher haben 30 DAX-Unternehmen 54 Flüchtlinge eingestellt.

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Agentur für Arbeit © Patrick Jedamzik @ flickr.com (CC 2.0)

Die Arbeitgeber dringen auf politische Schritte zur besseren Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Unter anderem müssten die gesetzlichen Vorschriften bei der Zeitarbeit gelockert werden, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. „Durch eine vollständige Aufhebung des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit würden Menschen ohne Berufserfahrung deutlich bessere Chancen erhalten.“

Auch Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit müssten stärker auf Flüchtlinge ausgerichtet werden, fügte er hinzu. „Alle Instrumente der Ausbildungsförderung ab Abschluss des Ausbildungsvertrags müssen auch für alle Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive und Geduldete zur Verfügung stehen.“

Betriebe müssen mehr Flüchtlinge einstellen

Derweil fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) von den Arbeitgebern, ihre Zusagen einzuhalten und geflüchtete Menschen schneller in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Betriebe seien „in der Verantwortung, sich für geflüchtete Menschen zu öffnen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dabei habe sie auch diejenigen Flüchtlinge im Blick, „die etwas sperriger sind oder neben der Qualifizierung noch erhöhten Bedarf beim Spracherwerb haben“.

Buntenbach schlug den Betrieben vor, selbst Initiativen zu ergreifen und zum Beispiel Auszubildende beim Deutschlernen zu unterstützen. Dabei könnten sie auf die Unterstützung der Arbeitsagenturen und der Gewerkschaften zählen. „Es wird nicht immer alles glatt laufen bei der Integration“, sagte die Gewerkschafterin. Es lohne sich jedoch, etwas zu wagen.

Eine im Juli veröffentlichte Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte ergeben, dass die 30 größten Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) nur 54 Flüchtlinge eingestellt haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte an die Wirtschaft appelliert, mehr dafür zu tun, dass Flüchtlinge in Arbeit kommen. Für Mitte September hat sie die Chefs der größten Konzerne zu einem Gespräch darüber ins Kanzleramt eingeladen. (epd/mig)

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