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Über sieben Monate

Bearbeitungsdauer bei Asylverfahren gestiegen

Die Beschleunigung der Asylverfahren war das große Ziel. Das Gegenteil ist derzeit der Fall. Im zweiten Quartal dieses Jahres dauerte ein Asylverfahren durchschnittlich 7,3 Monate. Das ist deutlich länger als in den Vorquartalen.

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) © MiG

Die Bearbeitungsdauer von Asylverfahren ist weiter gestiegen. Im zweiten Quartal dieses Jahres dauerte es durchschnittlich 7,3 Monate, bis über einen Asylantrag entschieden wurde, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Im ersten Quartal 2016 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Schnitt sechs Monate für ein Asylverfahren benötigt, im vierten Quartal des vergangenen Jahres waren es 5,1 Monate.

Besonders lang müssen nach den Zahlen des Innenministeriums unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf eine Asylentscheidung warten: Bei ihnen dauerte es in den Monaten April bis Juni dieses Jahres im Schnitt 10,1 Monate, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde. Zugenommen hat zudem die Zahl der Menschen, die seit mehr als 18 Monaten keinen Asylentscheid bekommen haben: Ende März wurden gut 55.300 solcher Altfälle registriert, Ende Juni waren es bereits rund 60.300.

Bundesamt: Prüfung von Altfällen dauert länger

Eine Sprecherin des Bundesamts begründete die längeren Bearbeitungszeiten damit, dass derzeit besonders schwierige Asylfälle bearbeitet würden. „Die Verfahrensdauer wird deutlich sinken, wenn die Altfälle abgeschlossen sind“, sagt sie den Funke-Zeitungen. Anträge, die seit Juli vergangenen Jahres gestellt wurden, würden durchschnittlich in 3,8 Monaten bearbeitet.

Um die Bearbeitung zu beschleunigen, fordert die Linksfraktion ein vereinfachtes schriftliches Asylverfahren für Flüchtlinge, die sehr wahrscheinlich anerkannt werden. Sinnvoll sei außerdem eine „Altfallregelung“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, den Zeitungen. Dabei sollten alle Antragsteller automatisch als Asylbewerber anerkannt werden, die mehr als ein Jahr auf ihren Bescheid warten. Jelpke nannte es ein „Zeichen von Missmanagement“, dass die Asylverfahren trotz etlicher Neueinstellungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge heute länger dauerten als Ende 2015. (epd/mig)

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