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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Gelichter

Noch mehr Schweinereien

Und ausgerechnet jetzt kommen auch noch all die Muslime zu uns, deren Häuser wir zerbombt und deren Höfe wir mit genveränderten Superorganismen und schlechtgekühlten, dafür praktisch kostenlosen, Hühnerhälsen ruiniert haben. Und die essen ja auch kein Schweinefleisch.

Sven Bensmann, Migazin, Kolumne, bensmann kolumne
MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben.

DATUM12. Juli 2016

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RESSORTAktuell, Meinung

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Das kam gerade noch rechtzeitig. Diese letzten Wochen voll der großen Themen, mit der Spaltung Europas durch ein Referendum, der Spaltung der USA entlang der sogenannten „Rassen“, der Spaltung der AfD in Antisemiten und andere Rassisten, die Spaltung der europäischen Fußballmannschaften in erfolgreiche und deutsche – obwohl sich Jogi Löw keinesfalls zu selten öffentlich den Sack gestreichelt hat – und all den anderen wichtigen Themen, hat sich gerade rechtzeitig noch Angela Merkel mit einer sehnlichst erwarteten Lappalie zu Wort gemeldet: in der neuesten Ausgabe ihrer stets informationsarmen „Interviews“ mit ungelenken Stichwortgebern und Fragenvorlesern, neudeutsch „Podcast“, fordert sie vehement die dringlichst notwendige, unabdingbare Toleranz für den deutschen Schweinebraten ein.

Vegetarier, Ernährungsexperten, der allgemeine Trend zur Orthorexie – der „richtigen Ernährung“ – in gesunden und weniger gesunden Ausformungen und dutzende andere Ernährungs-„Trends“ haben dem guten deutschen Schweinebraten, jenem Stück Gammelfleisch ungeklärter Provenienz mariniert in mehr Steroiden und Antibiotika als ein russischer Olympia-Athlet mit Syphilis, schwer zugesetzt.

Und ausgerechnet jetzt kommen auch noch all die Muslime zu uns, deren Häuser wir zerbombt und deren Höfe wir mit genveränderten Superorganismen und schlechtgekühlten, dafür praktisch kostenlosen, Hühnerhälsen ruiniert haben. Und die essen ja auch kein Schweinefleisch. Sicher, das haben die Juden auch nicht – und das Problem wurde bereits vor rund 70 Jahren weitgehend gelöst, jener anderen „dunklen Phase“ der Geschichte des deutschen Schweinebratens, als ein kalbschnitzelfressender, österreichischer Vegetarier das Land regierte.

Unvergessen noch heute auch jener regnerische Tag im März 2016, als die CDU Schleswig-Holsteins wacker und zum Wohle des schlachtreifen Mastschweins eine Schweinefleischpflicht in deutschen Kantinen erkämpfen wollte und dafür vom linksversifften Kieler Plenum nur lautes Gelächter erntete.

Da tut es natürlich dringend Not, dass in diesen Zeiten des alltäglichen Fleischzergrillens, zwischen all den teuren Steaks aus Argentinien, dem Grillkäse und den vielen anderen Spezialitäten der Youtube-Startseite, einer aufsteht und sagt: „Nein!“, dass einer dafür sorgt, dass eines nicht mehr fehlt: das Kilo Schweinefleisch zu 19 Cent vom Lidl-Grabbeltisch.

Großställe mit 80.000 Schweinen, die nicht mehr wissen, wohin mit der ganzen Gülle, mit einem höheren Medikamentenverschleiss als eine mittlere deutsche Großstadt und mehr Krankenhauskeimen als jede Quarantänestation sind immerhin ein Stück Heimat. Und dieses Stück hat schon genug unter Bürgerprotesten von Nachbarn gelitten, die einfach nicht verstehen, dass sie damit der Propaganda des IS direkt in die Karten spielen.

Gut, dass nun endlich jemand den Schweinebraten zur Chefsache gemacht hat, auf dass auch schon bald sämtliche vegetarischen Schweineschnitzel aus den Supermarktregalen verschwinden und die Flammen der brennenden roten Mühle des IS friedlich über Rügenwald flackern.

Disclaimer:

Diese Botschaft wurde Ihnen präsentiert von der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit den deutschen Schweinemästern, sponsored by antimuslimische Ressentiments™.

Antimuslimische Ressentiments™ – powered by emotion.

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2 Kommentare
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  1. Josef Clemens Artzdorf sagt:

    Es ist ein Jammer! Da glaubt einer eine Satire zu schreiben und geht doch nur larmoyant mit seinen eigenen Vorurteilen hausieren. Und so ganz nebenbei bringt er noch auch die Gutwilligsten und Einsichtigsten in der Migrantenproblematik mit Verve gegen die gute Sache auf! Solche irrsinnigen Übertreibungen sind nichts anderes als Verschwörungstheorien von links außen. Um keinen Deut glaubwürdiger als die Verrücktheiten eines Jürgen Elsässer. Nur spiegelverkehrt!
    Im Übrigen, die Kanzlerin „bittet“ im besagten Interview die neuen Mitbürger um „Toleranz“ für mitteleuropäische Essgewohnheiten. (Welt online vom 11.07.16) Ein Vorgang der jeden vernünftigen Vegetarier hierzulande wieder zum Schnitzel greifen lässt. Hätte sie es doch wenigstens „gefordert“ wie der Autor es verfälscht darstellt. Demnächst werden also hiesige Gastgeber aufgefordert den Gästen gefälligst Menüvorschläge zur Genehmigung vorzulegen, oder wie? Diese Frau macht doch unser Land zum weltweiten Gespött! (siehe die heutigen „lustigen“ Kommentare verschiedener internationaler online Medien) Und einem wie Bensmann reicht das noch immer nicht. Eigentlich nur zu erklären mit pathologischem Selbsthass. Schade!

    P.S. Eins noch, nie selber Fußball gespielt, oder? Anders vermag ich mir Ihren „kenntnisreichen“ Kommentar nicht zusammen zu reimen!

  2. Hans-Peter Mzungu sagt:

    Jemand, der wie der Autor dieses Blogs an allen Ecken und Enden die anderen auf eine Netiquette hinweist, wrid schon wissen, warum er das so nötig hat.

    Eine Website, die sich derart ernst nimmt, verbrämt durch angebliche Satire allerdings, aber kaum unterlegten Inhalt bietet, habe ich nur selten gelesen (diese seltenen waren versehentliche Aufrufe von Geistheilerseiten und Transzendenzvermittlern).

    Aber bitte jetzt nicht gleich die Website abschalten! Wäre schade um die tolle Wortschöpfung „Migazin“! (erinnert mich irgendwie an Migräne…)



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

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