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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Niederlande

Marokkanischstämmige Politikerin neue Parlamentspräsidentin

Erstmals steht an der Spitze des niederländischen Parlaments eine gebürtige Marrokanierin. Sie konnte sich gegen vier Mitbewerber durchsetzen. Zuvor wurde sie kritisiert für ihren marokkanischen Akzent – von der Fraktion des Rechtspopulisten Geert Wilders.

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Der Binnenhof in Den Haag, das politische Zentrum der Niederlande © Noemí Galera @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

In den Niederlanden steht erstmals eine marokkanischstämmige Politikerin an der Spitze des Parlaments. Die Zweite Kammer wählte am Mittwochabend die sozialdemokratische Politikerin Khadija Arib zur neuen Vorsitzenden. Im vierten Wahlgang setzte sich die 55-jährige Soziologin gegen den rechtsliberalen Ton Elias (60) durch. Für den Posten gab es vier Bewerber.

Arib ist Nachfolgerin von Anouchka van Miltenburg von der rechtsliberalen Partei VVD, die im Dezember zurückgetreten war. Ihr wurde vorgeworfen, wichtige Details zu einer Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Drogenbaron Cees Helman dem Parlament verschwiegen zu haben.

Arib wurde 1960 in Marokko geboren und kam mit 15 Jahren als Tochter eines Gastarbeiters in die Niederlande. Darüber berichtet sie in dem Buch „Couscous am Sonntag. Eine Familiengeschichte“. Seit 1998 ist sie Mitglied der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments. Nach ihrer Wahl kündigte Arib an, sie wolle „Kammervorsitzende für alle“ sein, dem Parlament Freiraum geben und nur eingreifen, wo es nötig sei.

Vor der Wahl hatte es vor allem Kritik aus der rechtspopulistischen Fraktion PVV von Geert Wilders an Arib gegeben, unter anderem wegen ihres marokkanischen Akzents. Fragen zu ihren Sprachkenntnissen konterte sie am Mittwoch mit der Bemerkung: „Ich spreche kein Englisch wie Frans Timmermans (EU-Vizekommissionspräsident, d. Red), aber es ist auch kein Louis-van-Gaal-Englisch. Ich sitze irgendwo dazwischen.“ Neben der niederländischen hat Arib auch die marokkanische Staatsangehörigkeit. (epd/mig)

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