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Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Internationale Arbeitsorganisation

Migranten bringen sich stärker ein als die Einheimische

Weltweit gibt es 207 Millionen Migranten im erwerbsfähigen Alter. 73 Prozent von ihnen bringen sich in die Arbeitsmärkte ein. Bei der heimischen Bevölkerung liegt diese Quote UN-Angaben zufolge deutlich darunter.

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Fachkräfte bei der Arbeit © Ho John Lee @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Einwanderer bringen sich laut den Vereinten Nationen stärker in das Erwerbsleben ihrer Gastländer ein als die einheimische Bevölkerung. Von allen rund 207 Millionen internationalen Migranten im erwerbsfähigen Alter hätten 150 Millionen eine Beschäftigung oder seien auf der Suche nach einer Stelle, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Genf mit. Diese Männer und Frauen bezeichnet die ILO als Arbeitsmigranten.

Die Arbeitsmigranten stellten einen Anteil von knapp 73 Prozent von allen Migranten im erwerbsfähigen Alter (15 Jahre und älter), heißt es in einer Studie der UN-Organisation. Demgegenüber hätten nur knapp 64 Prozent der heimischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in ihren Ländern eine Arbeit oder seien auf der Suche nach einer Beschäftigung.

Vor allem die Frauen unter den Einwanderern beteiligen sich demnach intensiver am Geldverdienen als die Frauen unter der einheimischen Bevölkerung. Insgesamt würden die Zahlen belegen, dass die meisten Migranten ihre Heimat verlassen hätten, um in der Fremde „bessere Arbeitsmöglichkeiten“ zu finden, hieß es. Weltweit zählt die ILO 232 Millionen Migranten aller Altersklassen: Männer, Frauen und Kinder.

Migranten machen sich den Angaben nach in allen Regionen der Welt auf Arbeitssuche. In Nordamerika leben fast 25 Prozent der Arbeitsmigranten, knapp 24 Prozent der Menschen haben sich in Nord-, West- und Südeuropa niedergelassen. In den arabischen Staaten verdingen sich fast zwölf Prozent aller Arbeitsmigranten. In Osteuropa sind es knapp zehn Prozent. Der Rest verteilt sich laut ILO auf Asien und die pazifische Region, Lateinamerika und Afrika.

Mehr als zwei Drittel aller Migranten weltweit arbeiten im Dienstleistungsbereich, etwa in der Gastronomie oder im Transportwesen. Rund ein Viertel von ihnen ist in der Industrie und im Bauwesen beschäftigt. Das drittgrößte Beschäftigungsfeld ist die Landwirtschaft. Dort verdienen mehr als zehn Prozent der Migranten ihren Lebensunterhalt.

Die Erhebung basiert auf Daten aus dem Jahr 2013 aus 176 Ländern und Territorien, in denen gemäß ILO fast 100 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter leben. Danach umfasst die gesamte Erwerbsbevölkerung rund 3,4 Milliarden Menschen. Rund vier Prozent davon sind Arbeitsmigranten. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. posteo.de sagt:

    Diese Studie ist redundant, denn viele Menschen gehen nur zum Arbeiten ins Ausland und haben auch nur so lange eine Aufenthaltsgenehmigung, wie sie einen Arbeitsplatz haben.



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