MiGAZIN

Das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

NS-Täter

Zentralrat der Sinti und Roma dokumentiert ungesühnte Morde

Der NS-Völkermord an den ethnischen Minderheiten der Sinti und Roma sei bei den Justizverfahren gegen NS-Täter weitgehend ungesühnt geblieben. Viele Täter seien nie strafrechtlich belangt worden. Diesen Vorwurf erhebt das Zentralrat der Sinti und Roma in einer aktuellen Dokumentation.

Eine Dokumentation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma erinnert an Lücken bei Justizverfahren gegen NS-Täter. Der NS-Völkermord an den ethnischen Minderheiten der Sinti und Roma sei in diesen Verfahren weitgehend ungesühnt geblieben, erklärte der Zentralrat am Freitag in Heidelberg. Der erste von zwei Bänden der Dokumentation „Schonung für die Mörder? – Die justizielle Behandlung der NS-Völkermordverbrechen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft und die Rechtskultur in Deutschland“ ist jetzt beim Zentralrat zu beziehen.

Die Dokumentation sei nicht nur der Verantwortung gegenüber den Opfern und den Überlebenden des Holocaust geschuldet. Sie wolle auch das Versagen der Justizbehörden bei den Ermittlungsverfahren gegen NS-Täter dokumentieren, auf das Überlebende der Konzentrationslager schon früh hingewiesen hätten, sagte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose. Viele der bekannten Täter seien nie strafrechtlich belangt worden, sondern hätten zum Teil sogar frühere Funktionen in Behörden wieder übernommen.

Anlass für die Bestandsaufnahme seien die jüngsten Strafverfahren gegen mehrere hochbetagte Angehörige der SS-Wachmannschaft von Auschwitz und die öffentliche Diskussion dazu. Im jetzt erschienenen ersten Band wurde auch eine Tagung aus dem Jahr 1992 an der Evangelischen Akademie Bad Boll dokumentiert, die „heute wieder aktuell erscheint“. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...