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Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Magdeburg

Anschläge auf Politiker, die sich für Flüchtlinge engagieren

Grüne und Linke Politiker, die sich für Flüchtlinge engagieren, wurden Opfer von Anschlägen. Unbekannte hineterließen Schriftzüge wie „Volksverräter“ und sprühten Galgen. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen.

Sören Herbst, Volksverräter, Rechtsextremismus, Galgen, Nazis
Unbekannte besprühten die Fensterscheiben © Sören Herbst

Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag in Magdeburg Anschläge auf das Arbeits- und Wohnumfeld von Politikern verübt, die sich für Flüchtlinge engagieren. So wurde die Fensterscheibe am Regionalbüro des flüchtlingspolitischen Sprechers der Grünen im Landtag, Sören Herbst, durch Steinwürfe beschädigt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Zudem sei eine Schaufensterscheibe mit für den Politiker „bedrohlichen Inhalt“ beschmiert worden.

Ziel einer weiteren Attacke war der Jugendkoordinator der Partei Die Linke, Robert Fietzke. Die Ermittlungen in den Fällen führt der Polizeiliche Staatsschutz wegen Sachbeschädigung und Bedrohung.

An der Schaufensterscheibe eines Cafés in der Innenstadt stand der Schriftzug „Volksverräter Sören Herbst“. Dazu war ein Galgen mit einer daran hängenden Figur aufgesprüht. Herbst wohnt in der Nähe. Bei Fietzke wurden in der Nähe seines Büros zwei Haustüren beschmiert. Ein Foto im Kurznachrichtendienst Twitter zeigt dort ebenso den Schriftzug „Volksverräter“ sowie den Namen Fietzkes und einen Galgen.

Sören Herbst wird seit Tagen bereits im Internet bedroht. Bei einer Kundgebung der asylfeindlichen „Magida“-Bewegung am Montagabend mit 90 Teilnehmern wurde laut Polizei auch „Sören Herbst muss weg“ gerufen.

Die Grünen-Landtagsfraktion verurteilte die Anschläge „auf das Schärfste“. Der bildungspolitische Verein Miteinander warnte vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in Sachsen-Anhalt. Die Angriffe seien ein Alarmsignal für die gestiegene Gewaltbereitschaft von rechts, sagte Geschäftsführer Pascal Begrich. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. Dieser Hass und diese Gewaltbereitschaft zeigt dass nichts verstanden wurde. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Hoffentlich werden die Täter geschnappt und vor den Richter gestellt. Es ist mehr als genug …

  2. karakal sagt:

    Die meisten werden wohl des norwegischen Massenmörders und „christlichen“ Terroristen Anders Breivik 500-seitiges auf Englisch verfaßtes Manifest als Spinnerei abgetan haben. Ich meine jedoch, daß man es ernst nehmen sollte. Er sieht sich selbst als moderner Kreuzritter gegen den Islam. (1) erster Schritt: Ausschaltung der „Kulturmarxisten“, die die Muslime nach Europa hereinlassen und in Schutz nehmen, (2) zweiter Schritt: Vertreibung aller Muslime aus Europa und dessen Reinigung von muslimischen Einwanderern, (3) dritter Schritt: das gereinigte und neu gestärkte Europa unternimmt einen Kreuzzug in die Kernländer der Islamischen Welt, um den Islam auszulöschen.
    Auch wenn Breivik – wie von ihm behauptet – kein Netzwerk von Anhängern haben sollte, so können Gleichgesinnte durch Breiviks Vorbild und dieses Manifest doch dazu motiviert werden, ein solches zu bilden oder allein oder in kleineren Zellen die genannten Ziele zu verfolgen. Wie wir derzeit im Zuge der Asylfeindlichkeit in der BRD sehen können, richten sich die Drohungen und Angriffe nicht so sehr gegen die Flüchtlinge selbst, sondern gegen diejenigen Politiker und Journalisten, die das Grundrecht auf Asyl verteidigen und die Einwanderung befürworten.



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