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[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Journalisten-Verband kritisiert

Recherchen in Flüchtlingsunterkünften werden verhindert

Vor allem in Rheinland-Pfalz und Sachsen werden Journalisten daran gehindert, in Flüchtlingsunterkünften zu recherchieren, kritisiert der Deutsche Journalisten-Verband. Länder und Betreiber der Einrichtungen seien in der Pflicht, Berichterstattung zu ermöglichen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften aufgefordert, Journalisten Zutritt zu den Heimen zu gewähren. „Journalistische Arbeit in Flüchtlingsunterkünften darf nicht zum Tabu gemacht werden“, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Dienstag in Berlin. Laut einer Umfrage des Verbands gebe es in mehreren Bundesländern Probleme für Journalisten, die Unterkünfte betreten und dort recherchieren wollten.

Nach Angaben von DJV-Sprecher Hendrik Zörner handelte es sich dabei vor allem um Rheinland-Pfalz und Sachsen. Auch der Landesverband Hamburg habe vereinzelte Schwierigkeiten gemeldet, sagte Zörner dem Evangelischen Pressedienst. Die Umfrage sei noch nicht abgeschlossen, da aus einigen Bundesländern noch die Ergebnisse ausstünden.

Konken erklärte, die Öffentlichkeit wolle wissen, wie die Flüchtlinge untergebracht seien, wie sie lebten und welche Erfahrungen sie machten. Das sei nur möglich, wenn Journalisten mit den Menschen sprechen und diese in ihrem Heimalltag beobachten könnten. „Die Berichterstattung der Medien darf nicht auf Ereignisse außerhalb der Unterkünfte beschränkt werden, wie zuletzt etwa in Heidenau“, sagte er mit Blick auf die sächsische Stadt, in der es am Wochenende massive Ausschreitungen Rechtsextremer vor einem Flüchtlingsheim gab.

Der DJV-Vorsitzende betonte, dass Journalisten die Privatsphäre der Flüchtlinge zu achten hätten: „Es geht nicht darum, die Menschen mit Mikrofon und Kamera zu bedrängen, sondern mit ihnen zu sprechen, wenn sie dazu bereit sind.“ Länder und Kommunen als Betreiber der Einrichtungen seien in der Pflicht, Berichterstattung zu ermöglichen, statt diese zu verhindern, sagte Konken. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. Saadiya sagt:

    Das Thema Flüchtlinge ist derzeit JEDEN Tag in allen Medien. Viele Flüchtlingsunterkünfte werden mit Anfragen nach Interviews und der Berichterstattung überhäuft. Die vermeintliche „Verhinderung“ dient in den meisten Fällen dem Schutz von Flüchtlingen und deren Privatsphäre.
    Letztlich sind die Flüchtlinghsunterkünfte die „Wohnung“ der Flüchtlinge und da ist es verständlich, das niemand permanten durch Journalisten belagert, gefilmt, fotografiert und nach seiner Fluchtgeschichte gefragt werden möchte.

    Dies betrifft auch die in den Einrichtungen tätigen Mitarbieter, die in Ruhe der Betreuung und Beratung der Flüchtlinge nachgehen wollen und die Unterkunft zu einem Ort der Ruhe und des Ankommens gestalten.

  2. Matthias sagt:

    Ich kann Saadiya nur beipflichten. Bei der Masse an Presseanfragen handelt es sich eher um ein permanentes Bedrängen und mediales Ergötzen am Leid anderer.

    Sollen diese Einrichtungen zum Zoo werden? Gehört zu einem menschenwürdigen Dasein nicht das Recht, in der eigen Wohnung in Rüge gelassen zu werden? Muss ein Flüchtling in seiner Unterkunft interviewt werden oder geht das nicht auch außerhalb seiner Unterkunft?

    Und diese Aussage, die Behörden seien in der Pflicht die Berichterstattung zu ermöglichen…. Ich könnte k…… Die letzten zehn Jahre hat das die Presse auch nicht interessiert. Und Flüchtlngsunterkünfte gibt es schon lang.



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