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Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981

Ausschreitungen in Flüchtlingsunterkünften

Kriminologe warnt vor zunehmender Gewalt in Erstaufnahmestellen

Nach Ausschreitungen in Flüchtlingsunterkünften warnen Kriminologen vor möglichen weiteren Konflikten. Ursächlich dafür sei die gemeinsame Unterbringung von Konfliktgruppen. Auch die Langeweile steigere das Gewaltpotenzial.

Nach den Ausschreitungen in einer Flüchtlings-Erstaufnahmestelle im thüringischen Suhl hat der hannoversche Kriminologe Dirk Baier vor weiteren Konflikten gewarnt. „In den Einrichtungen treffen viele mögliche Auslöser aufeinander, da muss man sich nicht wundern, dass es zu gewalttätigen Konflikten kommt“, sagte der stellvertretende Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen dem Evangelischen Pressedienst. Bisher sei vergleichsweise wenig passiert, aber die Anzeichen für weitere Vorfälle mehrten sich.

Um derartige Konflikte zu vermeiden, müsse stärker darauf geachtet werden, verfeindete Ethnien und Gruppen getrennt voneinander unterzubringen, forderte Baier. „Unterschiedliche kulturelle oder religiöse Auffassungen können, wie in Suhl, schnell zu Auslösern für gewalttätige Konflikte werden.“ Auch Langeweile könne das Gewaltpotenzial der Menschen steigern. „In den Einrichtungen herrscht ein großes Maß an Nichtstun.“

Grund für ein erhöhtes Risiko von Gewalt und Aggression sei zudem, dass zwei Drittel der Bewohner männlich seien, sagte Baier. Weitere Auslöser seien etwa die beengten Wohnverhältnisse oder auch die Hitze der vergangenen Wochen. Um Ausschreitungen zu verhindern, müsse die Polizei zum einen in den Einrichtungen „Flagge zeigen“. Zudem müssten die Flüchtlinge schneller auf die Kommunen verteilt werden, wo sie längerfristig bleiben könnten.

Viele wollen keinen Konflikt
Dass es bisher bundesweit relativ wenige Vorfälle gegeben habe, liege vermutlich an dem Wunsch der Flüchtlinge, sich anzupassen. „Viele sind zunächst froh, in Deutschland und in Sicherheit zu sein und wollen daher nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen“, sagte der Kriminologe. Nach einer gewissen Zeit steige bei den Menschen aber die Unzufriedenheit. Manche fühlten sich dann gegenüber der deutschen Gesellschaft benachteiligt und stellten mehr Ansprüche.

Bei den Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen in einer Erstaufnahmestelle im thüringischen Suhl waren am Mittwochabend 15 Menschen verletzt worden. Der Polizei zufolge begann der Konflikt mit einem Streit über den Koran. Der Streit entwickelte sich den Angaben zufolge zu einer handfesten Auseinandersetzung, an der 100 Flüchtlinge beteiligt waren. (epd/mig)

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