MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

Umfrage

Jeder Sechste hat Verständnis für Angriffe auf Asylbewerberheime

Elf Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass es zu viele Ausländer in Deutschland gibt. Fast jeder Zweite wiederum meint, es könnten noch merh einwandern. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Stern-Umfrage.

Menschen, Bevölkerung, Population, Demografie
Menschen © János Balázs @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Fast jeder zweite Bundesbürger (44 Prozent) ist einer Umfrage zufolge der Auffassung, dass die Zahl der Ausländer und Flüchtlinge in Deutschland noch weiter steigen kann. Laut einer Stern-Umfrage sagen elf Prozent, dass es bereits zu viele Ausländer in Deutschland gibt und ein großer Teil wieder wegziehen soll. 36 Prozent meinen, die Kapazität sei erschöpft und ein weiterer Zuzug nicht wünschenswert. Einig sind sich meisten Deutschen (88 Prozent) in der Auffassung, dass Deutschland längst ein Einwanderungsland geworden ist. 1995 vertraten diese Ansicht noch 68 Prozent.

Jeder Sechste (16 Prozent) hat Verständnis für Angriffe auf Asylbewerberheime, wie sie in jüngster Zeit zugenommen haben. Zwei Prozent würden an Protestaktionen auch selbst teilnehmen. Eine große Mehrheit (82 Prozent) hat jedoch kein Verständnis für solche Angriffe und Protestaktionen. 30 Prozent davon würden sich sogar an Gegendemonstrationen beteiligen.

76 Prozent sind dafür, dass man auf jeden Fall Flüchtlinge aufnehmen soll, die vor einem Krieg in ihrer Heimat fliehen. 57 Prozent plädieren für eine Aufnahme, wenn Menschen in ihrem Herkunftsland aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt werden. Diejenigen, die vor allem aus wirtschaftlichen Gründen kommen, wollen nur 13 Prozent auf jeden Fall aufnehmen. Dass Deutschland wegen seiner NS-Geschichte eine besondere Verantwortung für Flüchtlinge hat, meint nur jeder vierte Befragte (26 Prozent). Die Mehrheit (72 Prozent) stimmt dem nicht zu.

Mit einem Flüchtlingsheim in ihrer Wohngegend hätten 49 Prozent keine Probleme. Zehn Prozent sagen, sie hätten damit große, 20 Prozent einige und weitere 20 Prozent wenige Probleme. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) könnte sich vorstellen, sich für Flüchtlinge zu engagieren – entweder durch ehrenamtliche Unterstützung (40 Prozent), Spenden (34 Prozent) oder andere Hilfen. Eine große Mehrheit (86 Prozent) ist dafür, dass es Flüchtlingen erleichtert werden sollte, eine Arbeit aufzunehmen oder eine Ausbildung zu beginnen. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...