MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Baden-Württemberg

Muslime können in Zukunft für Gottesdienste freinehmen

Muslime in Baden-Württemberg können in Zukunft unbezahlten Urlaub nehmen, wenn sie an einem Festtag den Gottesdienst besuchen wollen. Eine Regelung, wie sie für bisher für Christen und Juden schon länger gibt, wurde von Integrationsministerin Öney vorgestellt.

Baden-Württemberg, bundesland, land, württemberg, baden, schwaben
Baden-Württemberg © MiG

Muslime in Baden-Württemberg können sich künftig von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie an einem ihrer drei wichtigsten religiösen Feiertage den Gottesdienst besuchen wollen. Das sieht ein Gesetz der Landesregierung vor, das Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Dienstag in Stuttgart vorstellte. Allerdings werden die Muslime für die Ausfallzeit nicht entlohnt, sie müssen unbezahlten Urlaub nehmen. Zudem können Arbeitgeber die Freistellung ablehnen, wenn dienstliche oder betriebliche Notwendigkeiten entgegenstehen.

Öney wies darauf hin, dass im Südwesten bisher Christen und Juden an bestimmten Tagen der Arbeit fernbleiben dürfen, wenn sie einen Gottesdienst besuchen wollen. Ein vergleichbares Recht genössen die rund 550.000 Muslime und Aleviten nicht. Das neue Gesetz sei in Abstimmung mit der Wirtschaft erfolgt.

Die Regelung ist Teil des neuen Partizipations- und Integrationsgesetzes, das die Teilhabe von Menschen mit ausländischen Wurzeln in Baden-Württemberg stärken will. Dazu gehört die Gründung eines Landesbeirats für Integration. Hochschulen müssen künftig bei unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen für die Aufnahme eines Studiums werben. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. karakal sagt:

    Wichtiger als zu den beiden jährlichen Festtagen wäre die Freistellung zum wöchentlichen Freitagsgebet – z. B. in einer verlängerten Mittagspause –, da die Teilnahme an diesem als größere religiöse Pflicht gilt als die Teilnahme an den Festgebeten. Zudem werden die Festgebete von vielen Gemeinden zu sehr früher Morgenstunde abgehalten, die häufig vor dem Beginn einer regulären Arbeitszeit liegt. Die meisten Muslime sind sich jedoch über die Vorrangigkeit ihrer religiösen Pflichten und Vorschriften im Unklaren, bzw. herrscht bei ihnen Unkenntnis darüber, so daß sie bspw. (irrtümlich) dem Festgebet einen höheren Stellenwert beimessen als dem Freitagsgebet oder dem Fasten gegenüber den fünf täglichen Pflichtgebeten.



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...