MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Streit um Ramadan-Logo

Muslimen bedauern Entfernung des Halbmonds

Ein Ramadan-Logo auf dem Fernsehschirm war Zuschauern des Bayerischen Rundfunks offenbar zu viel. Nach zahlreichen Protesten entfernte der Sender das Logo. Muslime bedauern die Entscheidung.

Mond, Mondsichel, Himmel, Halbmond, Planet
Die Mondsichel © Huhnbeauftragter @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM29. Juni 2015

KOMMENTAREKeine

RESSORTAktuell, Feuilleton

SCHLAGWÖRTER , , ,

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Der Bayerische Rundfunk hat für die Zeit des muslimischen Fastenmonats vom 18. Juni bis zum 19. Juli als erste deutsche Fernsehanstalt einen Themenschwerpunkt zum Ramadan gesetzt. Dazu gehören Spielfilme, Dokumentationen, Diskussionssendungen und Beiträge in Magazinen sowie ein Internet-Dossier.

Während der Schwerpunkt-Sendungen blendete der Sender zunächst rechts oben in der Ecke ein eigens kreiertes Logo mit einer Mondsichel und dem Schriftzug Ramadan ein. Nachdem das Logo mehrere Stunden lang zu sehen gewesen war, hagelte es Kritik und Beschimpfungen unter anderem auf der Facebook-Seite des Bayerischen Rundfunks. Schließlich entschied sich der Sender, das Logo nicht mehr zu verwenden.

"Wir machen zum ersten Mal einen Themenschwerpunkt zu so einem Thema. Da muss man schauen: Was läuft gut, was nicht so…

Posted by BR – Bayerischer Rundfunk on Donnerstag, 25. Juni 2015

Der Programmbeauftragte Bönte sagte dem epd, zahlreiche Menschen hätten sich wegen des Logos irritiert beim Zuschauertelefon des Bayerischen Rundfunks gemeldet. Dabei habe sich herausgestellt, dass viele Zuschauer die Mondsichel als politisches Symbol für den Islam interpretierten und nicht als Zeichen für den Ramadan, der sich ja nach dem Mond richte, sagte er. Zudem hätten viele gedacht, dass das Logo den ganzen Tag lang verwendet würde.

Muslime bedauern Entscheidung

Schließlich habe er sich dafür entschieden, das Logo zu entfernen: „Ich wollte die Luft rausnehmen aus der Diskussion und vor allem die Inhalte der Sendungen wieder in den Mittelpunkt rücken.“ Es wäre wohl klüger gewesen, fügte Bönte selbstkritisch hinzu, bei dem Logo „gleich deutlich zu machen, dass es sich um einen Themenschwerpunkt handelt“.

Nurhan Soykan, Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime, bedauerte die Entscheidung. Sie hätte sich aber auch gewünscht, dass sich mehr Muslime in der Diskussion über das Logo zu Wort gemeldet hätten. Denn grundsätzlich trage ein solcher Sendeschwerpunkt dazu bei, „dass Muslime zur Normalität werden“, sagte sie.

Der Kritik, der Sender sei eingeknickt, widersprach Bönte. Davon könnte man sprechen,“wenn wir das Programm nicht weiter senden würden“. Doch sei „nur das Logo rausgenommen worden, inhaltlich ändert sich rein gar nichts“. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...