MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Anzeige

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Holocaust im Radio verharmlost

Lehrer nach Auschwitz-Äußerungen vom Dienst suspendiert

„Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz.“ Das hatte ein Politiklehrer im Radio gesagt und kassiert jetzt dafür die Suspendierung vom Dienst. Er ist kein Unbekannter. Bereits 2012 wurde er wegen Äußerungen auf einer ausländerfeindlichen Kundgebung vom Dienst suspendiert.

Wegen verharmlosender Äußerungen über den Holocaust hat die Bezirksregierung Arnsberg einen Politiklehrer aus Unna vom Dienst suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. „Ich bin entsetzt über die geschmacklosen und menschenverachtenden Äußerungen“, erklärte Regierungspräsident Gerd Bollermann am Donnerstag im nordrhein-westfälischem Arnsberg. Er kündigte an, alle bestehenden rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine weitere Unterrichtstätigkeit des Lehrers zu unterbinden.

Der Lehrer hatte am Dienstag voriger Woche in einer Sendung zum Holocaust-Gedenktag im Radiosender WDR 5 angerufen. Unter dem Thema „Auschwitz und ich“ ging es darin um die Behandlung des Holocaust in der Schule. Den Schülern reiche es langsam, erklärte der Politiklehrer, der an einem Weiterbildungskolleg unterrichtet, laut WDR im Gespräch mit der Moderatorin. Ihn persönlich interessiere Auschwitz überhaupt nicht. „Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz.“

Der Lehrer war bereits im Jahr 2012 wegen öffentlicher Äußerungen auf einer Kundgebung von „Pro NRW“ vom Dienst suspendiert worden. Dagegen hatte er erfolgreich geklagt und durfte wieder unterrichten. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. karakal sagt:

    Wo fängt die Verharmlosung der unpassenderweise „Holocaust“ genannten planmäßigen Judenvernichtung unter der Nazi-Herrschaft an?
    Was ist, wenn ich als bundesdeutscher Staatsbürger sagte, mir gingen die 8000 in Srebrenica von den Serben massakrierten bosnischen Muslime emotional näher als die (angeblich) sechs Millionen Juden von damals, ebenso die im Jahre 1964 auf Sansibar von Schwarzafrikanern massakrierten 12.000 Nachkommen arabischer Einwanderer, ebenso die zahllosen direkten und indirekten Opfer des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak und dessen anschließende Besetzung durch die US-Streitkräfte und deren Verbündete, ebenso die US-Folteropfer von Abu Ghraib und Bagram, und schließlich die insgesamt mehrere Tausend toten Palästinenser, die in mehreren Kriegen gegen Gaza von Angehörigen jenes Staates ermordet wurden, dessen (angebliches) Existenzrecht sich wesentlich auf den „Holocaust“ beruft? Was wäre, wenn ich die gesetzlich auf 6 Millionen festgeschriebene Opferzahl ermordeter Juden nach unten hin anzweifelte? Würde ich dann auch suspendiert? Wäre die Schoa ein geringeres Verbrechen, wenn die Opferzahl in Wirklichkeit nur die Hälfte davon betrüge? Glücklicherweise bin ich nicht Beamter dieses Staates, sondern ein freier Mensch.



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...