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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Ausländische Studierende

Sie sind umworben, aber nicht jeder ist willkommen

In Deutschland studieren so viele Ausländer wie nie zuvor. Das macht sich auch bei den Wissenschaftlern bemerkbar, jeder Zehnte hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Doch nicht jeder scheint willkommen zu sein – eine aktuelle Studie mit Licht und Schatten.

Rund 330.000 ausländische Studierende gibt es derzeit in Deutschland und die meisten von ihnen fühlen sich gut aufgenommen. Vor allem die guten Rahmenbedingungen sind für viele Studierende der entscheidende Faktor, sich für ein Studium in Deutschland zu entscheiden. Hierzu zählen Qualität von Bildung und Forschung, moderne Lehr- und Lernmethoden oder vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten. Das geht aus einer repräsentativen Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) hervor, in der 11.000 ausländische Studierende befragt wurden.

Für das Jahr 2020 hat sich die Bundesregierung die neue Rekordmarke von 350.000 internationalen Studierenden gesetzt. „Ausländische Studierende bei uns willkommen zu heißen, liegt in unserem wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und auch außenpolitischen Interesse“, so die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer (CDU).

Visum ist das größte Problem
Das macht sich zunehmend auch in Uni-Belegschaft bemerkbar: An deutschen Hochschulen arbeiten immer mehr ausländische Wissenschaftler. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 2.670 auf 38.015 gestiegen. Sie stellen mittlerweile 10,3 Prozent aller wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter. Die Zahl der ausländischen Professorinnen ist von 2.778 auf 2.883 gestiegen. Sie nehmen einen Anteil von 6,4 Prozent ein.

Es gibt aber auch viel zu tun. Vielen Studierenden wird es nicht einfach gemacht, ein Studium in Deutschland aufzunehmen. Jeder zweite Befragte schildert diesbezügliche Probleme, wobei es 40 Prozent schwergefallen war, den Nachweis der finanziellen Mittel für die Beantragung des Visums zu erbringen. Besonders häufig finden sich Berichte über Visaprobleme bei Studierenden aus Mittel- und Osteuropa und aus Nordafrika und Nahost.

Viele Hürden
Ist diese Hürde genommen, wartet auch schon die nächste: Nach der Ankunft in Deutschland stellt die Wohnungssuche das größte Problem dar (53 %). Auch Behördengänge stellen viele Studierende teilweise vor großen Problem (26 %). Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme sowie eine vergleichsweise höhere Studienabbrecherquote. Ein herber Verlust, wenn man bedenkt, dass jeder zweite Studierende gerne nach Abschluss des Studiums in Deutschland bleiben und arbeiten würde.

Gelöst werden könnten die Probleme mit mehr Beratungsangeboten, wie sie von 77 % der Studierenden gefordert werden. Das fordert auch der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS). Viele Maßnahmen stünden strukturell auf brüchigen Beinen. „Der Bund drückt sich davor, dass Maßnahmen dauerhaft finanziert werden. So wird laufend gute Arbeit über Projekte angestoßen, eine Sicherung über dauerhafte Finanzierung der guten Maßnahmen findet jedoch nicht statt. So ist es in Zeiten der Unterfinanzierung der Hochschulen jeder Hochschule selbst überlassen, ob sie sich Maßnahmen zur Integration und Studienerfolgsverbesserung ausländischer Studierender überhaupt noch leisten kann und will“, kritisiert Johannes Glembek, Geschäftsführer des BAS. (hs)

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Ein Kommentar
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  1. Nichtdenker sagt:

    In Deutschland ist „Ausländer“ nicht gleich Ausländer. Studenten aus Skandinavien oder den USA (vorausgesetzt, sie sind nicht schwarz) werden generell besser behandelt.



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