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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Bundesinnenminister de Maizière

Deutsche Extremisten sind unsere Söhne und Töchter

Beim Kampf gegen die Terrororganisation IS stehe Deutschland in besonderer Verantwortung. 450 Radikale aus Deutschland hätten sich dem IS angeschlossen. Diese Menschen seien „in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine“, so der Minister.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland in besonderer Verantwortung beim Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), weil in deren Reihen mindestens 450 Extremisten aus Deutschland kämpfen. „Die deutschen Kämpfer sind nun mal auch Teil des Konflikts, den wir zu lösen haben“, sagte de Maizière in einem Interview mit dem Magazin stern. „Es sind unsere Söhne und Töchter. Ein Großteil wurde hier geboren. Sie sind in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine. Wir tragen für deren Radikalisierung Verantwortung“.

De Maizière sagte, Deutschland habe die „verdammte Pflicht und Schuldigkeit, dafür zu sorgen, dass der Terror nicht aus Deutschland in die Welt getragen wird“. 450 Kämpfer halte er für viel, vor allem deshalb, weil die Zahl rasant anwachse.

De Maizière: Das erschüttert mich als Familienvater
De Maizière räumte ein, keine eindeutige Erklärung für die Faszination zu haben, die der IS hierzulande offenbar auf einzelne ausübe: „Wir müssen verstört zur Kenntnis nehmen, wie dünn die Schicht der Zivilisation offenbar ist.“ Wenn er höre, so der Minister, „dass auch Minderjährige, die eben noch auf der Schulbank saßen, von heute auf morgen in den heiligen Krieg ziehen, dann erschüttert mich das auch als Familienvater“.

Diese Menschen suchten oft nach Orientierung, ihnen fehlten Vorbilder. Wer bei der IS mitkämpfe, fühle sich dann plötzlich „als Teil einer globalen Bewegung, steht scheinbar auf der richtigen Seite“. (eb/ots)

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3 Kommentare
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  1. glamorama sagt:

    Mit anderen Worten: Es ist völlig OK, deutsche Waffen an Mörder in aller Welt zu verkaufen. Nur die Mörder sollen die anderen Länder bitteschön selbst liefern.

  2. Muslim sagt:

    „De Maizière räumte ein, keine eindeutige Erklärung für die Faszination zu haben, die der IS hierzulande offenbar auf einzelne ausübe:“

    Andere wundern sich über die Faszination, die das IS offenbar auf die hießige Medienlandschaft ausübt. So viel billige Promotion rund um die Uhr, jeder durchgeknallte Vollhorst wird mit seinen Videobotschaften in den Zeitungen hofiert. Kein Mensch würde sich für dieses Pack interessieren, wenn ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung von westlicher Seite zukommen würde. Würden Herr De Mazière und die Medien, so wie wir Muslime es gebetsmühlenartig tun (zB durch die Aktion des ZMD Ende September in Berlin; über 140 Gelehrte haben sogar einen offenen Brief verfasst, letter to baghdadi) mal klarstellen, dass das IS nichts mit dem Islam zu tun hat, wären die schon heute aus der Welt verschwunden. Und würde man in den Medien nicht nur einseitige Antiislamkampagnen gefahren, sondern wirkliche Aufklärung betreiben, dann gäbe es weder Zulauf für das IS noch für den HoGeSa-Haufen.

  3. Cengiz K sagt:

    …So viel billige Promotion rund um die Uhr, jeder durchgeknallte Vollhorst wird mit seinen Videobotschaften in den Zeitungen hofiert…

    Man/frau kriegt das Gefuehl, die Journalisten hochkaraetiger Zeitungen von Los Angeles bis Warschau wissen gar nicht mehr, was Quellforschung bedeutet.. Sie kopieren einfach mal SANA.. Alles geopfert fuer die schnelle Schlagzeile..
    Von „Sheikh“ Deso Dogg und den anderen Typen haette ich wahrscheinlich nichts gewusst, wenn nicht in jedem zweiten Artikel, diese Leute als die Repraesentanten „ihrer“ Religion gewuerdigt wuerden.. Die internationalen Ausrufe von gelehrten Muslimen, die Verbrecher als Verbrecher bezeichnen, und das gibt es tatsaechlich so gut wie nicht ausnahmsweise, wird einfach ueberhoert oder von der deutschen Oeffentlichkeit als unehrlich gebrandmarkt (Taqiyya-Alarm).. Kein Wunder bei der Berichterstattung und den halbseidenen „Analysen“ von profilsuechtigen Medienkreischern.. Es ist wirklich erstaunlich, wie dem syrischen Diktator und seinen Thronhelfer-Vereinen, die seit Jahrzehnten bereits mit pekuniaeren und politischen Mitteln ausgerechnet auch in der BRD unterstuetzt werden, unter die Arme gegriffen wird.. Dass es bis jetzt dort vor Ort nicht brannte ist nicht wegen Assad, wie oft in intellektuellen links-linken Kreisen kolportiert wird, sondern trotz Assad..



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