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Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Ramadan

Der islamische Fastenmonat beginnt

Am Samstag beginnt für die Muslime der Fastenmonat Ramadan. Für dreißig Tage sind sie aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken oder Rauchen zu verzichten. Das gilt jedoch nicht für alle, denn der Islam kennt viele Ausnahmen.

Für die Muslime beginnt am Samstag (28. Juni) der Fastenmonat Ramadan. Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islam. Der Monat Ramadan, der neunte im islamischen Mondjahr, wandert durch das Kalenderjahr. Der Ramadan beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist. Der Beginn des Ramadan kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

In Deutschland einigen sich die Islamverbände seit 2008 vorab auf gemeinsame Daten. Im Ramadan sind die Gläubigen aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken oder Rauchen zu verzichten. Das Fastengebot gilt in gleicher Weise für Männer und Frauen. Befreit vom Fasten sind Alte und Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende sowie Soldaten im Krieg.

Weltweit bekennen sich Schätzungen zufolge mehr als eineinhalb Milliarden Menschen zum Islam. In Deutschland leben einer Studie des Bundesinnenministeriums zufolge rund vier Millionen Muslime. Der Ramadan ist auch der Monat der guten Taten und der Läuterung von Körper und Seele. Mitmenschlichkeit und Versöhnung werden großgeschrieben, die Gläubigen entrichten die Armensteuer Zakat oder unterstützen Bedürftige.

Nach der Überlieferung begannen im Ramadan die Offenbarungen Gottes an den Propheten Mohammed. Die Gläubigen widmen sich daher besonders dem Gebet, in den Moscheen finden Koranunterweisungen statt. Abends treffen sie sich mit Freunden und Verwandten zum gemeinsamen Essen. In vielen islamischen Ländern verkürzen Geschäfte und Behörden im Fastenmonat die Arbeitszeiten.

An den Ramadan schließt sich das Fest des Fastenbrechens an, das äußerlich dem christlichen Weihnachtsfest ähnelt. Fastenzeiten kennen die meisten Religionen. Christen fasten von Aschermittwoch bis Ostern. (epd/red)

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6 Kommentare
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  1. Lynx sagt:

    Der Verfasser dieses Beitrags stützt sich bezüglich des Anfangs des kommenden Monats Ramaḍān als Sa., dem 28.06.2014, auf die Angaben des „Koordinationsrats der Muslime in Deutschland“ (KRM) der Islamverbände, der bedauerlicherweise alte Berechnungen zugrunde legt, die offensichtliche Fehler enthalten. Angeblich vertritt dieser KRM die zahlenmäßige Mehrzahl der Muslime in Deutschland. Die Wahrheit kann jedoch nicht durch eine zahlenmäßige Stimmenmehrheit ermittelt werden. Anfang und Ende des Fastenmonats richten sich nach der tatsächlichen Sichtung der Mondsichel. Daher wird sich jeder freie Muslim an das halten, was seiner persönlichen Meinung nach die richtige Methode zur Ermittelung des Anfangs und Endes des Fastenmonats ist. Es zeugt von Vielfalt und Meinungsfreiheit, wenn die Muslime in Deutschland das Fasten des Ramaḍān nicht alle am selben Tag anfangen und beenden.

  2. Ahmetzade sagt:

    Gefastet wird nicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sondern von der Morgendämmerung (Imsak) bis Sonnenuntergang. Wie oft müssen wir das noch richtigstellen?

  3. aloo masala sagt:

    Ich wünsche allen Muslimen einen guten Ramadan.

  4. Peter sagt:

    Worin unterscheidet sich Morgendämmerung von Sonnenaufgang. Mir ist der Unterschied nicht klar.

  5. posteo sagt:

    @Peter
    Falls Sie die Frage ernst meinen, der Unterschied sind die Sonnenstrahlen. Diese sind jetzt im Sommer in Deutschland fast eine ganze Stunde vor und nach dem Sonnenaufgang und -untergang zu sehen. Schauen sie nachher doch einfach mal nach draußen und überzeugen sie sich selbst.

  6. Songül sagt:

    @aloo masala

    Vielen Dank, sehr nett!

    Ich wünsche auch allen Muslimen einen gesegneten Ramadan!

    @Ahmetzade und posteo

    Meine Güte, lasst die Kuh mal im Dorf stehen …



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