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Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Auf deutschem Boden

UPS verweigert Belieferung von Deutsch-Iranern

Mitte März 2014 beauftragte die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. eine Internet-Druckerei mit dem Druck einiger Infomaterialien sowie deren Expresszustellung. Die Lieferung blieb jedoch zum angekündigten Termin aus. Die Erklärung von UPS ist verstörend.

„Zustellung am nächsten Tag bis 10:30 Uhr oder 12:00 Uhr zu den meisten Geschäftsadressen in Europa“, heißt es auf der Webseite des US-Amerikanischen Paketdienstes UPS. Doch manchmal kommt die Ware nie an. So auch bei der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Dieser hatte Mitte März 2014 eine Internet-Druckerei mit dem Druck einiger Info- und Werbematerialien sowie deren Expresszustellung an das Büro der Iranischen Gemeinde in Berlin beauftragt. Die Lieferung blieb jedoch zum angekündigten Termin aus. UPS hat eine eigenwillige Zustellungspolitik.

Iraner werden nicht beliefert
Denn die Bestellung der Iranischen Gemeinde wird gar nicht erst bearbeitet. UPS weigert sich einfach, das Paket an den Verein auszuliefern. Auf Andringen des Vereins erkundigt sich die Internet-Druckerei beim Paketdienst über die Gründe und stößt auf eine merkwürdige Antwort. Laut Iranischer Gemeinde soll in der weitergeleiteten E-Mail der UPS stehen, dass: „alles was mit dem Iran zu tun hat, von UPS nicht beliefert wird“.

Gegen diese Praxis protestiert der Verein. „In unserem Fall richtet sie sich gegen einen in Deutschland registrierten Verein, dessen Mitglieder überwiegend deutsche Staatsbürger sind“, erklärt der Verein. Der gesamte Sachverhalt stelle eine klare Diskriminierung dar: „Es darf nicht sein, dass ein in Deutschland ansässiges Unternehmen sich über die geltenden Gesetze, insbesondere das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, hinwegsetzt, als ob es in einem rechtsfreien Raum agiere“. (bk)

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5 Kommentare
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  1. H.P.Barkam sagt:

    Da freuen wir uns doch jetzt schon auf kommende Freihandels- oder sonstige Dummabkommen mit den USA.

    In diesem Sinne

  2. sambasamba sagt:

    da mach ich eine Grüne Welle auf die Menschenrechte und engagiere Nackte Oberkörper für Berlin

  3. Hoppla sagt:

    Müsste man in dem Fall UPS nicht die Lizenz entziehen? Ach nee, geht nicht! Ist ja ein amerikanisches Unternehmen! Und die Amerikaner sind ja unsere besten Freunde!

  4. […] verweigert Belieferung von Deutsch-Iranern, Erklärung von UPS ist verstörend. http://www.migazin.de/2014/05/15/ups-verweigert-belieferung-von-deutsch-iranern/ vom @MiGAZIN/via […]

  5. […] Es folgten mehrere Telefonate der Iranischen Gemeinde mit der UPS-Hotline. Ohne Erfolg. Erst nachdem sich die Druckerei bei UPS nach dem Verbleib des Pakets erkundigte, wurde die Nichtzustellung per E-Mail damit begründet, dass “alles was mit dem Iran zu tun hat, von UPS nicht beliefert wird”. Daran änderte sich nichts, bis das MiGAZIN am 15. Mai über die eigenwillige UPS-Zustellungspraxis berichtete. […]



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