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[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Sachsen

Immer mehr Schüler lernen Polnisch und Tschechisch

Immer mehr sächsische Schüler lernen Polnisch und Tschechisch in der Schule. Kultusministerin Kurth ist erfreut über diese Entwicklung. Aufgrund der wirtschaftlichen Beziehungen zu Polen und Tschechien hätten diese Schüler in Zukunft einen Vorteil.

Immer mehr sächsische Schüler lernen Polnisch und Tschechisch im Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften. Innerhalb von 11 Jahren ist die Anzahl der polnisch Lernenden um das Fünffache gestiegen. Während 2001/2002 nur 442 Mädchen und Jungen Interesse an der Nachbarsprache zeigten, haben sich im Schuljahr 2012/2013 rund 2.000 Schüler mit der Kultur und Sprache auseinandergesetzt. Ein ähnlich großer Anstieg ist bei Tschechisch zu verzeichnen. Die Anzahl ist von 1.007 im Schuljahr 2001/2002 auf 2.611 im Schuljahr 2012/2013 gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Über den Zuwachs freut sich auch Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos): „Unsere Schüler sind Botschafter für eine offenes und friedliches Europa und erfüllen den europäischen Gedanken mit Leben.“ Die Ministerin machte deutlich, dass die Nachbarsprachen einen schulpolitischen Schwerpunkt in Sachsen darstellen. Um die Qualität des Unterrichts und die Motivation der Schüler zu fördern, arbeite das Land eng mit den polnischen und tschechischen Bildungsbehörden zusammen, finanzierten den Einsatz von Fremdsprachenassistenten und ermöglichten die binationale/bilinguale deutsch-polnische Ausbildung.

Außerdem sei die frühe Sprachförderung an 13 Grundschulen hervorzuheben, in denen schon die Erstklässler Polnisch und Tschechisch lernen können. „Wir bilden auch Lehrer aus. Seit Wintersemester 2006/07 können in den Lehramtsstudiengängen an der Universität Leipzig die Fächer Polnisch und Tschechisch gewählt werden“, erklärte die Ministerin.

Vorteil auf dem Arbeitsmarkt
Derzeit wird an 27 Schulen (2001/2002 waren es sechs) Polnisch und an 20 Schulen (2001/2002 waren es 18) Tschechisch unterrichtet. Neben dem regulären Fremdsprachenunterricht existieren an sechs Schulen auch polnische und an 15 Schulen tschechische Arbeitsgemeinschaften.

„Die wirtschaftlichen Beziehungen zu unseren osteuropäischen Nachbarn werden immer wichtiger. Die Schüler, die neben Englisch auch Polnisch und Tschechisch in der Schule lernen, haben in Zukunft einen Vorteil. Mit dem Beherrschen dieser Sprachen belegen die Schüler eine Nische, die bei der späteren Jobsuche Gold wert sein kann“, so Kurth. Zur Förderung der Sprachkenntnis unterstützen in diesem Schuljahr sechs tschechische und sieben polnische Fremdsprachenassistenten den Unterricht in Sachsen. (sb)

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