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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Baden-Württemberg

Neue Kampagne soll Einbürgerungsquote verbessern

Mit einer neuen Einbürgerungskampagne möchte das Land Baden-Württemberg die Zahl der Einbürgerungen steigern. Geworben wird mit Botschaftern, die eine eigene Einbürgerungsgeschichte erzählen können.

Integrationsministerin Bilkay Öney hat am gestrigen Donnerstag den Startschuss für die Einbürgerungskampagne des Landes Baden-Württemberg gegeben. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Staatsangehörigkeitsrechts Einbürgerungshürden abgebaut“, sagte sie in Stuttgart. Diese Liberalisierung zeige Wirkung: Im Jahr 2012 haben sich rund 16.400 Menschen in Baden-Württemberg einbürgern lassen. Mit einem Plus von 15 Prozent ist das der stärkste prozentuale Zuwachs unter allen Bundesländern.

Öney weiter: „Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und noch mehr Menschen für die deutsche Staatsangehörigkeit gewinnen.“ Denn trotz der Zuwächse liegt die baden-württembergische Einbürgerungsquote – die Zahl der Einbürgerungen bezogen auf die Zahl der Ausländer – lediglich bei 1,4 Prozent.

Rechte und Pflichten
Die Ministerin betont, dass der deutsche Pass viele Vorteile hat. Die Menschen erlangten mit der Einbürgerung gleiche Rechte und Pflichten. Sie müssten sich zum Beispiel nicht mehr mit den Tücken des Ausländerrechts befassen. Sie könnten wählen und gewählt werden. Öney: „Von der Einbürgerung gehen starke Integrationsimpulse aus. Eingebürgerte erreichen höhere Bildungsabschlüsse, sind erfolgreicher auf dem Arbeitsmarkt und erzielen höhere Einkommen. All das ist im Interesse von Staat und Gesellschaft.“

Zusammen mit der Stuttgarter Kommunikationsagentur Jung:Kommunikation hat das Ministerium eine Kampagne erarbeitet, in deren Zentrum Botschafter stehen, die eine eigene Einbürgerungsgeschichte erzählen können. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Thema Einbürgerung zu sensibilisieren. Deshalb stammen unsere Botschafterinnen und Botschafter aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Doch eines eint sie alle: Sie sind mit dem Südwesten verbunden“, so Agenturchef Andreas Jung.

Zur Präsentation der Einbürgerungskampagne waren auch Teilnehmer des im vergangenen Jahr ausgelobten Ideenwettbewerbs nach Stuttgart gekommen. Vor knapp einem Jahr hatten sich rund 80 Personen mit etwa 150 Einsendungen an dem Wettbewerb des Integrationsministeriums beteiligt und damit das Thema Einbürgerung weit in die Öffentlichkeit hineingetragen. Die Kreativität und Ideen der Menschen flossen in die Einbürgerungskampagne ein, sei es in Form des diesjährigen Ministeriumskalenders, auf der Internetseite der Kampagne oder in die Motive der Kampagne. (etb)

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3 Kommentare
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  1. deutscher staatsbürger sagt:

    Unverschämt, jetzt eine Kampagne starten aber mich Jahre lang ausgrenzen, schikanieren, diskriminieren. Lieber mal die Verwaltungsvorschriften in Ordnung bringen oder auch mal die Einstellungen der jeweiligen Beamten testen. Auch wäre ein Willkürverbot angebracht. Wer bezahlt eigentlich die Kampagne? Ich fühl mich gerade sowas von […] …z z z

  2. aloo masala sagt:

    Die Kampagne ist gut und schön. Leider gehört Baden-Württemberg zu den Bundesländern, die im Ländervergleich das vom Bund vor etwa 1,5 Jahren auf dem Weg gebrachte Gesetz für eine Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sehr zögerlich umsetzt. Diese Aufgabe fällt auch in das Ressort von Bilkay Öney.

    Das Gesetz wurde vor etwa 1,5 Jahren von der damaligen Bildungsministerin Schavan auf dem Weg gebracht. Noch im Frühjahr 2013 stand Öney bei einer Konferenz der für die Integration zuständigen Landesminister mit leeren Händen da. Wohlgemerkt, und das obwohl Baden-Württemberg das einzige Bundesland mit einem eigenständigen Integrationsministerium ist.

    Hier werden offensichtlich Prioritäten falsch gesetzt. Auf einen Pass kann ich warten aber nicht fast 2 Jahre auf einen guten Job, weil man es nicht schafft, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, einen Berufsabschluss anzuerkennen.

  3. aloo masala sagt:

    Nachtrag: Ich erwähne das, weil die Kampagne damit wirbt, dass Eingebürgerte höhere Bildungsabschlüsse erzielen würden.



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